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Comeback der Weltkriegs-Shooter - Zeit für den Krieg

Battalion 1944 könnte der Startschuss für die Rückkehr eines längst totgeglaubten Szenarios sein: den Zweiten Weltkrieg. Markus Schwerdtel erklärt, warum das gut ist.

Von Markus Schwerdtel |

Datum: 14.02.2016


Zum Thema » Weltkriegs-Spiele Diese Klassiker gehen noch heute » Battalion 1944 Weltkriegs-Shooter erreicht bereits das Kickstarter-Ziel Es ist noch gar nicht so lange her, da ging beim Thema Weltkriegs-Shooter ein kollektives Seufzen durch die Redaktion. »Was denn, schon wieder?«, »Gibt's denn kein anderes Szenario?« oder »Ich kann die Normandie nicht mehr sehen!« – das waren typische Reaktionen. Ganz anders jetzt bei der Ankündigung von Battalion 1944: »Hey, das könnte gut werden!«, war mein erster Gedanke und dann: »Wurde ja mal wieder Zeit!« Was ist da los, haben GameStar-Redakteure kein Langzeit-Gedächtnis? Habe ich die Flut an Weltkriegs-Shootern – die Medal of Honors, Battlefields, Call of Dutys und Brothers in Arms – denn schon wieder vergessen? Nein, habe ich natürlich nicht. Ich bin einfach nur der Auffassung, dass jetzt tatsächlich der ideale Zeitpunkt für ein Revival des Szenarios gekommen ist – aus mehrerlei Gründen.

1. Frische Rekruten

Die große Welle der Weltkriegs-Shooter begann Anfang der Nullerjahre und tröpfelte in der Mitte der Dekade langsam aus, also vor mittlerweile fast zehn Jahren. Das heißt, es gibt eine ganze Generation von jungen Spielern, die den Zweiten Weltkrieg zwar als Thema für Geschichtsstunden und TV-Dokumentationen, nicht aber als Szenario für Spiele kennt. Eine Generation, die mittlerweile keine Hightech-Waffen und Near-Future-Supersoldaten mehr sehen kann. Die dank Destiny, Halo 5 und etlichen anderen SciFi-Shootern die Nase voll von Lasern und Plasmapistolen hat. Kurz: eine Generation, für die der Zweite Weltkrieg als Szenario so frisch und unverbraucht ist wie seinerzeit bei meinem ersten Medal of Honor für mich.

Comeback der Weltkriegs-Shooter : Der Autor
Im Weltkriegs-Szenario ist Markus ein Veteran, schließlich hat er in diversen Strategiespielen schon Einheiten an der Ostfront verschoben, als die noch aus wenigen Pixeln oder sogar nur aus Buchstaben bestanden. Deshalb wünscht er sich auch, dass nach dem Revival der Weltkriegs-Shooter die Weltkriegs-Echtzeit-Strategie im Stil eines Sudden Strike, Blitzkrieg oder Panzers eine Wiederkehr feiert, auch wenn die Karten dafür angesichts des darbenden Strategie-Genres eher schlecht stehen. Auf jeden Fall unterstützt er als treuer Soldat die Kickstarter-Kampagne von Battalion 1944. Schließlich will er nicht daran Schuld sein, wenn das Comeback der Shooter scheitert.

Klar, da höre ich auch wieder die alte Frage: Darf man Krieg überhaupt spielen? Ich sage: Ja. Aber man darf dabei niemals vergessen, dass man keinen realistischen Krieg spielt, sondern einen, der auf eine Art Sport reduziert wird: Zwei Team bekämpfen einander (im Multiplayermodus sogar unter möglichst ausgeglichenen Bedingungen), und wer sich durchsetzt, gewinnt. Ein echter Krieg ist anders, da gibt es zivile Opfer, Verbrechen, Vergewaltigungen. Es wäre möglich, all das darzustellen (siehe Punkt 5), aber nicht notwendig. So lange man sich bewusst ist, dass realer Krieg ganz anders ist als Krieg am PC.

2. Mehr Abwechslung

Apropos Szenario: Ich glaube, die Zeit ist endlich reif, in einem Weltkriegs-Shooter mal nicht zum x-ten Mal die Landung in der Normandie, den Sturm auf den Reichstag oder die Infiltration eines U-Boot-Hafens zu spielen – es wurde schließlich nicht nur in Zentraleuropa gekämpft, sondern eben wirklich auf der ganzen Welt. Klar, allzu obskure Nebenschauplätze wie den irakischen Militärputsch mit deutscher Mithilfe im Jahr 1941 brauche ich nicht nachzuspielen. Aber warum nicht zur Abwechslung die massive Expansion Japans mit den unzähligen Gefechten im ganzen Pazifikraum zum Thema machen? Dann wird das Ganze auch optisch etwas bunter, Battlefield 1942 hat es damals ja schon ein Stück weit vorgemacht.

Battlefield 1942
Im Conquest-Modus sind Abschüsse zweitrangig, die Flaggen zählen.

3. Bessere Technik

Ich weiß noch, wie mich in Call of Duty 2 die Landung in der Normandie umgeblasen hat – diese Inszenierung, diese Effekte! Aus heutiger Sicht ist diese Sequenz im Spiel mit graumatschigen Texturen und Spar-Partikeln vor allem optisch eine ziemlich triste Veranstaltung. Man stelle sich das Ganze mit der neuesten Unreal-Engine oder meinetwegen irgendeinem anderen aktuellen Grundgerüst vor. Mit spritzendem Wasser/Dreck/Blut, geschmeidigen Animationen, intelligenten KI-Gegnern – kurz, mit allem, was man heutzutage von einem modernen Shooter erwartet. Lust drauf bekommen? Ich schon!

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Lichtrot
#1 | 14. Feb 2016, 09:57
Dürfte inzwischen fast jeder langjährige Spieler so sehen wie Markus. Aber komischerweise wird ein CoD trotzdem jedesmal wieder wie warme Semmeln gekauft. Ich verstehs schon seit einigen Teilen nicht mehr.

Ein richtig gutes Medal of Honor wie es zb Frontline war..das wär es. :)
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kampfKR4UT
#2 | 14. Feb 2016, 10:01
Gut geschrieben. Sehe ich genau so, dass es ja nicht gleich zehn neue Weltkriegsshooter sein müssen. Aber so ein Open world Szenario würde mich sehr interessieren, wenn denn die Story stimmt. Den Vergleich mit Far cry finde ich sehr gut. Genau so könnte ich mir das auch vorstellen.
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Fr0ZeNHaND
#3 | 14. Feb 2016, 10:50
So schön hier unter Gleichgesinnten zu sein :)

Hab jetzt auch echt jedes Szenario durch und muss einfach sagen, dass der Weltkrieg als Szenario am anspruchsvollsten war.

Titel wie: BF 1942, CoD 1-2, Medal of Honor man man das waren noch Zeiten aber zum Glück kann man auf dem PC so einiges Zocken wie Red Orchestra, Heroes and Generals.

Zum Glück soll ja aber Battalion 1944 auf der PS4 erscheinen worüber ich mich sehr freuen würde :)
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kroenen05
#4 | 14. Feb 2016, 10:59
Punkt 6 spricht mir aus der Seele.Dieser "Super-Duper-Waffenblödsinn"hat in einem Onlineshooter nichts verloren.
Ein WWII-Shooter mit Topgrafik würde da echt wieder frischen Wind ins Genre bringen.Aber diesmal möchte ich auch deutsche Missionen spielen.
Z.Bsp.den Frankreichfeldzug oder Stalingrad.Das wäre auch pädagogisch eine wertvolle Lektion den Verfall der einst übermächtigen Wehrmacht spielerisch zu demonstrieren.Finde die Zeit ist reif dafür das Geschehen auch mal aus der Sicht eines deutschen Soldaten zu sehen.Kein Auschwitzaufseher..oder sowas..einfach aus Sicht eines kämpfenden Soldaten der Wehrmacht der eingezogen wird und die Schrecken des Krieges hautnah erlebt.Das wäre auch für die Amis sehr interessant,denn die Wehrmacht hat bei denen einen hohen Stellenwert.Insbesondere durch die übermächtigen Tigerpanzer als auch für das faire Verhalten der deutschen Soldaten in Kampfhandlungen.;-)
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Kamaluq
#5 | 14. Feb 2016, 11:19
Ein Weltkriegsshooter kann mal wieder sein, am besten eine lange Kampagne mit grossen frei begehbaren Arealen in denen man sich seinen eigenen Weg suchen kann und per Funk Truppenunterstützung oder gar eine begrenzte Anzahl an Luftschlägen rufen kann wenn es denn zum Kapitel passt.
Als AddOnns könnte man sich vorstellen unterschiedliche Kriegsszenarien einzubauen, Pearl Harbor zur Verteidigung oder der Angriff der Japaner, der Luftangriff auf Hiroshima als Angreifer und Verteidiger, die Schlachten in und um Berlin so das man als Spieler wirklich beide Seiten erleben darf.
Das sollte heute möglich sein, bietet dem Spieler einen Mehrwert und
würde auf Grund der Thematik auch mehr bieten als nur als Fußsoldat durch die Areale zu marschieren.
Die Abwechslung der Aufgaben mit Truppenverbänden, Panzer, Flugzeug und Seeschlachten könnte man wie gesagt wunderbar in den Erweiterungen einbauen womit so ein Spiel mehrere Spielertypen ansprechen würde.
Ist aber nur so eine Idee, wahrscheinlich wäre das für ein Spiel zu viel Aufwand :)
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subsub77
#6 | 14. Feb 2016, 11:37
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
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LightYagami
#7 | 14. Feb 2016, 11:44
Ich konnte mit dem Militär/Kriegsszenario noch nie etwas anfangen. Für mich gibt es nicht langweiligeres in Games, richtig schlimm ist es, wenn es noch eine Prise Ami-Patriotismus abbekommt.
Klar habe ich mit derartigen Onlineshootern meinen Spaß gehabt, aber nie aufgrund des Settings, sondern aufgrund des Gameplays.
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Sten78
#8 | 14. Feb 2016, 11:49
Kurz und knapp Markus, so sehe ich das auch.
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Geddi
#9 | 14. Feb 2016, 12:57
Die Massenschlachten des 2. WKs mit tausenden fallenden Soldaten, umherpfeifenden Maschinengewehrkugeln und einschlagenenden Artilleriegranaten lassen sich jetzt doch erst richtig beeindruckend darstellen.. Mal abgesehen davon, dass das ganze eine Tragödie war.
Nach COD2 hieß es ja "WW2 ist Out" und "Oh nein schon wieder WW2" vorallem von Gamestar ;) ERWISCHT!
WW1 wäre auch interessant.
Mein größter Wunsch: Eine Frontlinie im 2WK, als Openworld gestaltet, mit "Quests".
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Bredelin
#10 | 14. Feb 2016, 14:07
Zitat von kroenen05:
Punkt 6 spricht mir aus der Seele.Dieser "Super-Duper-Waffenblödsinn"hat in einem Onlineshooter nichts verloren.
Ein WWII-Shooter mit Topgrafik würde da echt wieder frischen Wind ins Genre bringen.Aber diesmal möchte ich auch deutsche Missionen spielen.
Z.Bsp.den Frankreichfeldzug oder Stalingrad.Das wäre auch pädagogisch eine wertvolle Lektion den Verfall der einst übermächtigen Wehrmacht spielerisch zu demonstrieren.Finde die Zeit ist reif dafür das Geschehen auch mal aus der Sicht eines deutschen Soldaten zu sehen.Kein Auschwitzaufseher..oder sowas..einfach aus Sicht eines kämpfenden Soldaten der Wehrmacht der eingezogen wird und die Schrecken des Krieges hautnah erlebt.Das wäre auch für die Amis sehr interessant,denn die Wehrmacht hat bei denen einen hohen Stellenwert.Insbesondere durch die übermächtigen Tigerpanzer als auch für das faire Verhalten der deutschen Soldaten in Kampfhandlungen.;-)


Faires Verhalten deutscher Soldaten in Kampfhandlungen? Ähm. Ok. Lies vielleicht nochmal das ein oder andere Geschichtsbuch.
Es haben aber natürlich nicht nur die Soldaten der Achsenmächte, sondern auch die der Alliierte Gräueltaten an ihren Feinden begangen, auch das darf gerne dargestellt werden. Und auch ich fände die ein oder andere Mission aus Sicht eines Wehrmachtsangehörigen durchaus spannend, wenn denn auch sinnvoll und gut umgesetzt. Auch hier dürfte es schon eine Gratwanderung sein keinen Skandal zu provozieren, dennoch waren auch viele (ich will nicht sagen die Meisten) deutschen Soldaten eben einfache meist junge Männer, die in einen Krieg geschickt wurden den sie selbst im Zweifelsfall gar nicht verstanden, die versuchten zu überleben und (ja, sicherlich meist blind) Befehle befolgten. Mit Fingerspitzengefühl sollte es auch hier möglich sein einen wertvollen Beitrag zur Geschichtskultur zu leisten.
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