Konsequenz aus Amoklauf - Stuttgart verbietet ESL Intel Friday Night Game

Erste Konsequeznen aus dem jüngsten Amoklauf für den eSport.

von Andre Linken,
24.03.2009 13:55 Uhr

Die ESL Pro Series ist für viele Spieler das Aushängeschild des deutschen eSports und eine der größten Ligen für professionelles Computerspielen. Im Rahmen der Intel Friday Night Games tourt die eSports-Szene dieses Jahr auf mehr als 20 Veranstaltungen durch die deutschen Großstädte. Am vergangenen Freitag gastierte die ESL vor 1200 Zuschauern noch in München, am kommenden Freitag sollte Stuttgart Austragungsort der ESL Pro Series sein. Doch daraus wird nichts. Die Stadt Stuttgart hat in Folge des Amoklaufs von Winnenden den Event untersagt. Die Wettkämpfe könnten der Öffentlichkeit nach den jüngsten Ereignissen nicht zugemutet werden.

"Angesichts der Ereignisse und des schrecklichen Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen, bei dem 15 Menschen getötet wurden, können wir eine solche Veranstaltung derzeit in unserer Stadt nicht akzeptieren", wird Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster in einer Pressemitteilung der Landeshauptstadt zitiert.

Dem Veranstalter Turtle Entertainment wurde angeblich nahegelegt Counterstrike und WarCraft 3 aus dem Programm zu nehmen. Nachdem Turtle den Wunsch der Stadt Stuttgart mit Hinweis auf ligatechnische Gründe abgelehnt hatte, entschied die Stadt, das Intel Friday Night Game zu verbieten.

Jürgen Walter, medienpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, verteidigt die Entscheidung der Stadt: "Es hat den Veranstaltern wohl an der nötigen Sensibilität gefehlt, sonst wären sie selbst darauf gekommen, wie instinktlos eine solche Veranstaltung eine Woche nach der zentralen Trauerfeier in Winnenden ist."

Turtle Entertainment will sich anscheinend im Laufe des Tages offiziell zur Absage äußern.


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