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Inhaltsverzeichnis

Limbo im Test - Test für XBLA und PSN

Sieht aus wie ein künstlerisches Werk, aber ist Limbo auch spielerisch ganz große Kunst? Wir begeben uns mit dem kleinen Jungen in den tiefen Wald.

von Patrick Mittler,
22.07.2010 09:50 Uhr

Ein kleiner Junge wacht auf in einem finsteren Wald. Um ihn Nebelschleier, Schatten und Dunkelheit. Auch der kleine Junge ist nur eine Silhouette, lediglich seine Augen stechen als zwei weiße Punkte aus dem tiefen Schwarz. Ihr lauft ein wenig nach rechts, bestaunt die düstere und bedrohliche Atmosphäre, als plötzlich eine Bärenfalle zuschnappt und dem Jungen auf brutalste Weise köpft. Nur total Nerven-gestählte Horrorfans kriegen da keine Gänsehaut. Willkommen im Alptraum-Trip von Limbo.

Limbo für Xbox 360 und PlayStation 3 ist ein Spiel der leiseren Sorte, sowohl akustisch als auch optisch. Töne sind ebenso spärlich gesät, wie die Grafik atmosphärisch behutsam programmiert ist. Oft tragen nur leise Schritte den schattenhaften Jungen durch die düsteren, wie (alp-)traumhaft stilsicheren Umgebungen. Geniale Schattierungen sorgen für eine dermaßen bedrückende Stimmung, dass Limbo beinahe wie ein Kunstwerk wirkt. Entwickler Playdead hat Limbo aufs Wesentliche reduziert und damit sprichwörtlich genau ins Schwarze getroffen.

Ebenso simpel und reduziert ist eure Aufgabe in Limbo: Überleben. Dafür habt ihr eine Taste zum Springen und eine für Aktionen. Über die oben genannte Bärenfalle kommt ihr mit einem einfachen Hüpfer, aber schnell werden die Kopfnüsse komplizierter, mit Physik-Knobeleien oder Schwerkraft-Tüfteleien. Limbo setzt dabei auf offensichtliches Trial-and-Error: Dauernd haucht der Schattenjunge sein virtuelles Leben aus, aber jedesmal setzt euch das Spiel direkt vor dem Todes-Ort wieder ab und bleibt somit sehr fair. Nach einigen Anläufen kommt aber meistens das erlösende Gefühl, wieder eine Kopfnuss gelöst zu haben.

Neben den, besonders spät im Spiel, faszinierenden Rätseln, wird euch Limbo durch die dauernde gruselige Spannung vor den Bildschirm fesseln. Sehr bald trefft ihr beispielsweise auf eine riesige Spinne, welcher der Junge zunächst noch ausweichen kann, dann aber gefangen und eingesponnen wird. Während das Vieh bedrohlich am linken Bildschirmrand näherkommt, hüpft ihr als hilfloses Bündel über einen Hang davon. Bedrohungen und der Tod lauern hinter jeder Ecke, ebenso das Mysteriöse, denn Limbo gibt euch keinen Anhaltspunkt warum, wie und weshalb. Und wer zum Geier sind überhaupt diese anderen Schattenkinder, die unserem wackeren Jungen ans Leder wollen? Nur so viel sei gesagt: Limbo endet grandios, wenn auch sehr abrupt. Ein zweiter Anlauf lohnt sich eigentlich nur für Leaderboard-Ränge oder GamerScore. Aber egal: Für fünf bis sechs Stunden unterhält, schockt, beschäftigt und fasziniert Limbo, wie selten ein Downloadgame.

Limbo

Preis:

ca. 15 Euro (1200 Punkte)

Spieler:

einer

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

117,40 MB

Entwickler:

Playdead

Hersteller:

Microsoft / Sony

USK:

ab 16 Jahren

Wertung:

* * * * *

1 von 2

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Kommentare(12)

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