Lootboxen - Gesetzesentwurf in Hawaii geht gegen Glücksspiel vor

Der hawaiianische Politiker Chris Lee hat mehrere Gesetzesentwürfe vorgestellt, die gegen Lootboxen vorgehen sollen.

von Maximilian Franke,
14.02.2018 10:33 Uhr

Star Wars: Battlefront 2 war 2017 der Auslöser für Chris Lee, den Lootboxen den Kampf anzusagen. Star Wars: Battlefront 2 war 2017 der Auslöser für Chris Lee, den Lootboxen den Kampf anzusagen.

Nach dem Release von Star Wars: Battlefront 2 folgte eine große Debatte um Lootboxen und Mikrotransaktionen. Zu den größten Gegnern des "räuberischen Verhaltens" seitens vieler Publisher gehört der hawaiianische Politiker Chris Lee. Im November letzten Jahres hat dieser bereits angekündigt gegen Spiele wie Battlefront 2 rechtlich vorgehen zu wollen. Seine damalige Ansage findet ihr eingebunden im Artikel.

Auf seine Worte folgen nun die ersten Taten. Wie der Hawaii Tribune Herald berichtet, wurden insgesamt vier Gesetzesentwürfe entwickelt, die an das Hawaii State House und den Hawaii State Senat weitergegeben wurden.

Eindeutige Kennzeichnung & Verkauf erst ab 21 Jahren

Zwei davon zielen darauf ab, Spiele mit Lootboxen nur an Volljährige zu verkaufen, was einem "ab 21"-Siegel gleichkommt. Genau genommen werden alle Spiele anvisiert, in denen es gegen echtes Geld zufällige Belohnungen gibt.

Die anderen beiden Gesetze sollen die Publisher dazu zwingen, auf ihren Spielen eindeutig zu kennzeichnen dass sie Lootboxen beinhalten. Außerdem müsste für jedes Item die genaue Chance angegeben werden, mit der es gewonnen werden kann.

Auch wenn dies kein richtiges Verbot ist, würde es jedoch deutlich weniger potentielle Käufer bedeuten. Das aktuell höchste Jugendschutz-Siegel in Hawaii ist "ab 17". Sollten wirklich nur noch 21 jährige zuschlagen können, würden viele potentielle Kunden wegfallen, was den Publishern zu denken geben sollte. Soweit zumindest die Theorie von Lee.

Im November hatte er sich besonders gegen Battlefront 2 gestellt, da zur Zielgruppe von Star Wars besonders viele Kinder und Jugendliche gehören, die dem Glücksspiel leichter verfallen können.

Politiker vs. Glücksspiel

Zwar beziehen sich die Gesetzesentwürfe lediglich auf Hawaii, allerdings gibt Lee an auch mit Politikern aus anderen Staaten zusammenzuarbeiten, die für ihre Region ebenfalls ähnliche Regulierungen anstreben. Sollte sich die Idee in den USA tatsächlich ausbreiten, könnte dies schon eher Folgen für zukünftige Spiele haben. Die USA gilt für viele Publisher als einer der wichtigsten Märkte.

Aber auch außerhalb Amerikas tut sich etwas. In Großbritannien gibt es ebenfalls bereits Diskussionen um mögliche Regulierungen von Glücksspiel in Videospielen. Belgien und Frankreich sind ebenfalls an der Sache dran und auch in Deutschland könnten sich die Dinge vielleicht bald ändern. Inwiefern sich die einzelnen Verfechter der Lootbox-Gegner am Ende tatsächlich durchsetzen können, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Dem gegenüber stehen die großen Publisher und Entwickler. Ubisoft, EA und Activision-Blizzard haben mit dem Ende des letzten Geschäftsquartals jeweils bekannt gegeben, dass die Einnahmen durch Mikrotransaktionen weiter gestiegen sind. Hierbei sei auch gesagt, dass sich die politische Diskussion lediglich um Lootboxen, also zufällige Items mit Glücksspiel-Faktor, nicht Mikrotransaktionen perse dreht.


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