Mass Effect - Autorin rudert zurück

Psychologin Cooper Lawrence räumt falsche Einschätzung ein.

von Rene Heuser,
28.01.2008 10:29 Uhr

Die Spieler-Gemeinde hat im Streit um die Berichterstattung über Videospiele einen erneuten Erfolg verbucht. Nachdem die Psychologin und Buchautorin, Cooper Lawrence, in der vergangenen Woche sich in einer US-Sendung von Fox News Channel über den angeblich pornografischen Inhalt des Rollenspiels Mass Effect geäußert hatte, gestand Sie nun ihren Irrtum ein. Im Gespräch mit dem New York Times-Kolumnisten Seth Schiesel, sagte sie: »Ich bereue wirklich was ich gesagt habe. Und jetzt, wo ich das Spiel und die Sex-Szenen gesehen habe, kommt mir das Ganze ziemlich lächerlich vor«.

»Vor der Show hatte ich Leute gefragt, was sie über das Spiel gehört hätten und sie sagten, es sei wie Pornografie«, rechtfertigt sich Lawrence. »Aber es ist keine Pornografie. Ich habe Folgen von Lost gesehen, die eindeutig mehr sexuelle Darstellungen enthielten«. In der Fox-Fernsendung hatte sie auf die Frage von Spike TV-Journalist Geoff Keighley, ob sie überhaupt Mass Effect gespielt habe, mit Nein beantwortet und dem Spiel gleichzeitig vorgeworfen, dass es Frauen als reine Objekte für sexuelle Phantasien von Männern darstelle.

In Folge hatten sich nicht nur unzählige US-Blogs und Spiele-Webseiten über die oberflächliche und falsche Berichterstattung über das Spiel beschwert. Electronic Arts, Mutterkonzern von Mass Effect-Entwickler Bioware, hatte sogar einen offenen Brief an Fox News Channel verfasst und eine Richtigstellung gefordert. Das Zurückrudern von Cooper Lawrence ist hingegen nicht der erste Fall. Bereits vor wenigen Wochen hatte, ein konservativer Kommentator sich massive Proteste von Spielern eingefangen, als er über Videospiele im Allgemeinen und Mass Effect im Besonderen gewettert wurde. Auch ihm konnten mehrere Falschaussagen nachgewiesen werden, worauf sich dieser dann öffentlich entschuldigte.

Wie Gamepolitics.com berichtet, ist dies auch für den Sender Fox nicht das erste Mal, dass sie selbst ernannte Experten einladen, die sich erst fünf Minuten vor der Sendung mit dem Thema auseinandersetzen. Im Oktober 2007 hatte Fox in »The Morning Show« die Psychologin und Autorin Dr. Susan Bartell zum Thema Halo-Spielen in Kirchen eingeladen. Dort kommentierte sie Forschungsergebnisse, die sie erstmals wenige Minuten vor der Sendung gesehen hatte, wie sie später in einem Interview eingestand.


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