Max Payne - Filmkritik - GamePro-Kritik zur Max Payne-Verfilmung

Max Payne steht im Spielebereich für maximale Action - wie schlägt sich die Kino-Adaption des Shooters?

von Kai Schmidt,
17.11.2008 16:32 Uhr

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Mark Wahlberg macht als gebrochener Cop Jagd auf die Mörder seiner Familie.Mark Wahlberg macht als gebrochener Cop Jagd auf die Mörder seiner Familie.

Wenn man das Wort Spieleverfilmung hört, denkt man unwillkürlich an billig heruntergekurbelte Zelluloid-Verschwendungen, die mit der Vorlage so gut wie nichts zu tun haben und unfreiwillig komisch sind. Das gilt für Super Mario Bros. genauso wie für Doom, Resident Evil oder Alone in the Dark. Natürlich gibt es Ausnahmen. Gelegentlich versteckt sich hinter der fragwürdigen Fassade einer Spieleverfilmung auch ein im positiven Sinne unterhaltsamer Streifen wie Silent Hill oder Mortal Kombat. Diese beiden Filme zählen bislang zu den werkgetreusten Adaptionen der Videospiel-Vorlagen. Besonders Mortal Kombat schwächelt allerdings etwas in Bezug auf den Härtegrad: Während es im Spiel teilweise wie im Schlachthaus zugeht, wurde der Film für die lukrative amerikanische Freigabe »PG-13« (ab 13 Jahren) in der Gewaltdarstellung gehörig abgemildert. Ähnlich erging es nun Max Payne: Die Story um den verbitterten Cop, der die Mörder seiner Familie jagt und nebenbei einem Drogenexperiment auf die Spur kommt, wurde um allzu harte Details bereinigt.

Minimum Payne

In der russischen Ganovin Mona Sax findet Max Payne eine starke Verbündete.In der russischen Ganovin Mona Sax findet Max Payne eine starke Verbündete.

Wer ins Kino geht, um eine rasante Adaption des indizierten Spiels zu sehen, wird enttäuscht: Statt pausenloser Action im Film-Noir-Setting serviert Regisseur John Moore (Behind Enemy Lines, Der Flug des Phoenix) einen ruhigen Thriller, bei dem es nur im Finale kurz zu zurückhaltenden Schusswechseln kommt. Auch auf den Einsatz der für das Spiel charakteristischen Bullet-Time wird weitgehend verzichtet. Nur in einer einzigen Szene kommt die extreme Zeitlupe zum Einsatz. Die ist aber so zäh und sinnlos inszeniert, dass man eigentlich nur darüber lachen kann. Der Rest des Films wird von hölzernen Darstellern bestimmt, die sich schlechte Dialoge um die Ohren hauen.

Alles verloren? Nicht ganz: Zumindest optisch ist Max Payne ein wahrer Genuss! Der dunkle, Comic-artige Stil der Spielereihe wurde gekonnt auf die Leinwand übertragen und läuft gegen Ende zur Hochform auf. Selbst die für den Film hinzugedichteten Dämonenfiguren, die eine Nebenwirkung der Droge Valkyr sind, passen hervorragend in die düstere Welt von Max Payne.

Kein Totalausfall

Anders als die Spielereihe geizt der Kinofilm mit spektakulären Actionszenen.Anders als die Spielereihe geizt der Kinofilm mit spektakulären Actionszenen.

Max Payne ist bestimmt keine der schlechtesten Spieleverfilmungen -- von Stinkern wie Double Dragon, Alone in the Dark oder Super Mario Bros. ist der Streifen weit entfernt. Man könnte sagen: Der Wille war da, doch das Drehbuch war schwach. Es war sicher nicht die weiseste Entscheidung, sich auf eine lahme Thriller-Story zu konzentrieren und all die Action-Elemente wegzulassen, die das Spiel seinerzeit zum Hit machten. Ebenfalls nicht ganz klar ist, wieso das Produktionsstudio auf einem »PG-13«-Rating bestand: Die damaligen Fans des Spiels sind heute sicher alle schon über 18, und von den Kids, die man wohl zu erreichen hofft, kann bestimmt keiner etwas mit der alten Kamelle Max Payne anfangen. Wenn sich die Frage »Kinobesuch oder doch besser auf die DVD warten?« stellt, raten wir trotz aller Sympathien gegenüber dem, was der Film richtig macht, zu Letzterem.


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