Medal of Honor - Szenario - Call of Duty-Berater kommentiert

Der militärische Berater der Call of Duty-Serie kommentiert die Kontroverse um Medal of Honor fragwürdig.

von Daniel Feith,
24.08.2010 16:45 Uhr

Medal of HonorMedal of Honor

Das englische Verteidigungsministerium zeigte sich jüngst empört darüber, dass man im Multiplayer-Teil von Medal of Honor Talibankämpfer spielen könne und rief zum Boykott von EAs Actionspiel auf. Gegenüber Eurogamer meldete sich nun der Militärberater der Call of Duty-Spiele Hank Keirsey zu Wort. Die Medien würden die Taliban mit Al-Qaida gleichsetzen. Dies sei ein Fehler:

»[Die Taliban] sind zähe kleine Säcke. Aus Soldatensicht kann ich diesen Typen gewisse Qualitäten nicht absprechen. Sie kämpfen nicht für Al-Qaida. (...) Die meisten von ihnen kämpfen, weil sie immer gekämpft haben. Jemand hat ihnen gesagt, es sei ein Fremder in der Stadt. Dann kommen sie von den Bergen herunter mit ihren Kalaschnikows, treffen sich mit anderen und versuchen den Fremden zu verjagen. Man muss sich in den Gegner hineinversetzen - es gibt auf beiden Seiten mutige Leute. (...)

[Die Medien] behaupten, diese Typen würden nachts Frauen und Kinden den Kopf abschneiden und morgens ins Flugzeuge klettern, mit denen sie dann in unsere Gebäude fliegen. Das stimmt so nicht. Al-Qaida hat das gemacht. Klar, die Taliban unterstützen Al-Qaida weil sie Verbündete und finanzielle Hilfe brauchen. Aber man muss seinen Feind schon verstehen. (...) Und die Leute suchen eben immer irgendeinen Grund, die Spieleindustrie mit Schlamm zu bewerfen.«

Medal of HonorMedal of Honor

Keirsey war selbst an einer Operation namens »Anaconda« in Afghanistan beteiligt, die in Medal of Honor dargestellt wird.

»Wenn wir dieses Gefecht nachstellen können und dadurch gewisse Erkenntnisse gewinnen, habe ich kein Problem damit. Genausowenig wie ich ein Problem habe den Zweiten Weltkrieg nachgestellt zu sehen. Aber irgendjemand [hat wohl immer ein Problem mit so etwas].«

EA hat sich inzwischen gegenüber dem britischen Verteidigungsministerium gerechtfertigt, dass es in jedem Multiplayer-Spiel zwei Seiten geben müsse, die sich bekriegen. Und schließlich würden in Medal of Honor ja gar keine britischen Soldaten vorkommen.

Wir meinen: Um ein aktuelles Kriegsszenario als Videospiel umzusetzen, ist eine Menge Fingerspitzengefühl geboten - sowohl in der Diskussion als auch bei der Entwicklung.


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