Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots im Test

Solid Snakes letzter Einsatz ist ein High-Tech-Thriller globalen Ausmaßes und eine unglaubliche Achterbahnfahrt der Gefühle. Mehr könnten sich Fans nicht wünschen!

von Bernd Fischer,
30.05.2008 00:00 Uhr

Das ist es also, das Ende: Der Abspann ist durchgelaufen, die letzte Dialogzeile gesprochen. Hideo Kojima hat es also tatsächlich getan. Er selbst hat Solid Snake zu seiner letzten Station begleitet. Wie es jetzt weitergeht, steht in den Sternen. Der Videospielguru will auf jeden Fall keine weitere Episode um den schleichenden Superhelden mehr machen. Und zieht man Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots in Betracht, weiß man auch, warum: Mehr geht nicht. In dieser letzten Episode ziehen Kojima und sein Team alle Register in Sachen Inszenierung, Charakterzeichnung und Bombast. Man fühlt sich fast, als hätte man soeben die letzte Folge seiner Lieblingsfernsehserie abgeschlossen, die einen über mehrere Jahre weg begleitet hat. Voller Traurigkeit, weil jetzt alles vorbei sein soll. Voller Glück, weil man mit der Serie viele schöne, spannende und dramatische Momente erleben durfte. Bei Metal Gear Solid 4 ist dieses Gefühl sogar noch etwas stärker: Hideo Kojima nimmt sich die nötige Zeit, jeden noch so kleinen Handlungsstrang mit viel Liebe zum Detail logisch zu Ende zu führen.

Konami wollte keine Testversion des Spiels an die Redaktionen schicken. Stattdessen lud der Hersteller über 80 Journalisten aus Europa in ein Pariser Edelhotel – hier konnten wir Metal Gear Solid 4 durchspielen. Kojima und drei weitere Teammitglieder von Kojima Productions waren während der gesamten Testsession anwesend. Keine Sorge, niemand redete uns bei der Testerei drein, die Jungs standen lediglich für Fragen zur Verfügung. »Mein Ziel war es, ein Spiel für die Fans zu entwickeln, die die Serie seit zehn oder vielleicht sogar 20 Jahren verfolgt haben.«, sagt Kojima während der Fragestunde. Und wir sagen: Herzlichen Glückwunsch; dieses Ziel wurde mit Bravour erreicht. Es gab Szenen im Spiel, in denen wir einfach das Pad auf den Tisch gelegt und einfach nur den Moment genossen haben. Szenen, in denen uns (und auch anderen Kollegen!) das Wasser in die Augen geschossen ist. Szenen, in denen uns klar wurde: Solid Snake ist nicht irgendein Soldat. Snake ist der Archetyp des Videospielhelden!

MGS 4
Genre: Action
Release: 12.06.2008

Ein schönes Sterben ehrt das ganze Leben

»Foxdie«: Der Virus, der Solid Snake kurz vor seinem Einsatz auf Shadow Moses (Metal Gear Solid) injiziert wurde, zeigt jetzt seine Wirkung: Snakes Zellen werden langsam zersetzt, er leidet unter heftigen Husten- und Schwächeattacken, seine Arterien verengen sich. Kurz: Er wird sterben. Die Frage ist nur: Bleibt genug Zeit, seinen letzten Auftrag auszuführen?

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots führt euch durch mehrere große Kapitel. Jedes einzelne bringt euch an einen neuen Schauplatz, in dem weitere Missionsziele auf euch warten. Ihr sollt zum Beispiel ein bestimmtes Gebäude infiltrieren, Informationen beschaffen oder eine Zielperson aus dem Weg räumen. Das Spiel beginnt mit dem Einsatz im nahen Osten. Im Gegensatz zu den vergangenen Teilen der Serie ist der Feind hier aber nicht so klar definiert: Der Krieg hat sich gewandelt, Kämpfe werden nun von privaten Militär-Organisationen (»PMCs«) ausgetragen.

Liquid Snake (oder besser Liquid Ocelot) hat im nahen Osten eine solche Privatarmee angeheuert. Welches Ziel er letztlich verfolgt, wollen wir nicht verraten. Kenner der Serie können aber schon erahnen, was der Bösewicht auf seiner Liste stehen hat. Kenner der Serie dürften auch schnell drauf kommen, dass wieder einmal ein mächtiger Kampfroboter darauf wartet, aus der Garage ausgeführt zu werden! Welche Auswirkungen das auf unsere Welt hat, brauchen wir also auch nicht zu betonen.

Hier könnt ihr euch das Metal Gear Solid 4 - Testvideo im Stream anschauen

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