Microsoft - Abschied von Bill Gates - Sein letzter Arbeitstag

Der Microsoft-Guru nimmt seinen Hut.

von Andre Linken,
27.06.2008 14:34 Uhr

Zugegeben, so ganz stimmt das natürlich nicht. Bill Gates bleibt weiterhin Chairman von Microsoft und beratend tätig, aber dennoch endet heute eine Ära. Zeit für einen kleinen Rückblick auf Dinge, die Bill Gates im Gegensatz zu dem bekannten "640KB should be enough for anybody" wirklich gesagt hat. In seinem Buch "The Road Ahead" aus dem Jahr 1996 schreibt Gates, wie schwer es ist, die Zukunft einzuschätzen: "Wir überschätzen immer die Veränderungen der nächsten zwei Jahre und unterschätzen die Veränderungen, die in den nächsten zehn Jahren passieren werden". Ob er dabei an die Einschätzung des Internets seitens Microsoft gedacht hat?

1997 beschwerte er sich bei einer Rede in San Diego darüber, dass er nicht mehr viel programmieren darf: "Ich wünschte, ich hätte die Gelegenheit, mehr Code zu schreiben. Ich spiele ein wenig herum. Aber sie übernehmen nichts mehr in ausgelieferte Produkte. Das tun sie schon seit acht Jahren nicht mehr. Und wenn ich sage, ich komme ins Büro und programmiere etwas am Wochenende, glauben sie mir das auch nicht mehr so wie früher."

Als der Playboy ihn 1994 auf sein Vermögen ansprach, meinte Gates: "Nun, vergessen Sie nicht, dass ich keine Dollars besitze. Ich besitze Microsoft-Aktien. Nur durch Multiplikation machen Sie aus dem, was ich besitze, irgendeine erschreckende Zahl". Im gleichen Interview sagte er auch: "Solange nicht jedes Kind auf fantastische Weise unterrichtet wird und solange nicht jede Innenstadt sauber ist, gibt es immer etwas zu tun."

Auf der Digital Dividends Conference in Seattle im Jahr 2000: "Ein Grund, warum die Vereinigten Staaten heute eine Führungsrolle haben, war die große Bescheidenheit vor ungefähr 20 Jahren. Damals schauten wie nach Japan und fragten uns, ist ihr Modell überlegen, was ist an unserem Modell stark? Alle großen Dinge profitierten von diesem Ansatz. Wenn wir uns in der heutigen Zeit nicht wenigstens einen Teil dieser Bescheidenheit bewahren, uns anschauen, was andere Länder tun und von ihnen lernen, wird unsere relative Dominanz schneller schrumpfen als sie sollte."

"Als Paul Allen und ich Microsoft vor 30 Jahren gründeten, hatten wir große Träume in Sachen Software. Wir träumten davon, welchen Einfluss sie haben könnte. Wir sprachen über Computer auf jedem Schreibtisch und in jedem Haus. Es ist unglaublich zu sehen, wie viel von diesem Traum Realität geworden ist und wie viele Leben davon beeinflusst wurden. Ich hätte mir nie vorstellen können, was für eine unglaubliche und wichtige Firma aus diesen neuen Ideen entstehen würde", sagte Bill Gates am 15. Juni 2006 auf der Pressekonferenz, auf der er seinen heutigen Abschied ankündigte. Man mag Microsoft und deren Produkten kritisch gegenüber stehen oder sie gar vermeiden, doch sicher ist, dass Bill Gates die Welt verändert hat. In seinem neuen Arbeitsfeld bei der Bill and Melinda Gates Foundation wird er versuchen, dies noch einmal zu erreichen.


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