Microsoft sucht bei Blizzard Rat... - ...für den Xbox-360-Nachfolger

Microsoft und Blizzard machen bei der nächsten Konsolengeneration gemeinsame Sache.

von Christian Merkel,
26.03.2009 12:49 Uhr

Microsoft arbeitet an der nächsten Konsolengeneration. Dies bestätigt aber nicht Microsoft -- sondern die PC-Experten von Blizzard. Auf der gerade laufenden Entwicklerkonferenz GDC in San Francisco sagte der Blizzard-Vizechef Rob Pardo im Rahmen eines Presse-Mittagessens, dass seine Firma gerade mit Microsoft über den Xbox-360-Nachfolger spricht. Microsofts Wunsch ist klar: Ein Erfolg wie World of Warcraft soll auch für die Konsole her, da muss man sich eben anbiedern. Pardo spricht nur von aktiven Diskussionen mit Microsoft - nicht mehr.

Blizzard-Vizechef Rob PardoBlizzard-Vizechef Rob Pardo

Seine Kommentare machen aber klar, dass Microsoft gerne Blizzard-Spiele auf der Xbox haben will, während Blizzard für sich ein Mitspracherecht beansprucht. So sagte Pardo vor den Pressevertretern, dass es einen Grund hat, warum Blizzard-Titel wie World of Warcraft noch nicht auf Konsolen erschienen ist: Die Hardware sei nicht einfach nicht für bestimmte Genres geeignet. Microsoft und Sony bekommen also einen dicken Eintrag ins Aufgabenbuch. Pardo fügt weiter hinzu: »Es gibt viele Spiele wie die Blizzard-Spiele, die wir nicht auf Konsolen übertragen, weil sie das Eingabegerät nicht unterstützen. Wenn man es trotzdem macht, kommen immer grottige Portierungen dabei heraus. Deswegen verkaufen sich Echtzeit-Strategiespiele auf Konsolen so schlecht.« Damit hätte auch der Command & Conquer-Macher Electronic Arts sein Fett abbekommen. Als letztes hat Pardo einen Rat für die Konsolenhersteller parat: »Wenn ich einer von denen wäre, würde ich mir überlegen, wie ein cooles Eingabegerät für all die neuen Spiele aussehen könnte.«

Übrigens: Alle anderen Industrievertreter, die bei diesem Presse-Mittagessen dabei waren, haben keine Einladung von Microsoft bekommen. Die Designer-Legende Warren Spector von Disney's Junction Point Studios sah sich deswegen veranlasst, gegen diese Politik Stimmung zu machen: »Meiner Ansicht nach stecken die nicht viel Mühe rein herauszufinden, wie man die Spiele macht. Hinterher werden die Leute, die tatsächlich die Spiele entwickeln, vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich habe den Eindruck, dass die nur noch darauf abzielen, das Wohnzimmer zu erobern: Ein Gerät, mit dem man Kinofilme sowie Fernsehen sehen, spielen, Musik hören kann. Die sind da so engstirnig, dass die gar nicht mehr über die Spiele nachdenken, was irgendwie komplett verrückt ist.« (Quelle: Eurogamer)


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