Mission: Impossible 3 - Kino-Rezension

Hier erfahrt ihr, ob der Agenten-Thriller mit Tom Cruise sein Eintrittsgeld wert ist!

von Kai Schmidt,
02.05.2006 10:09 Uhr

Explosionen gibt es reichlich bei M:I-3.Explosionen gibt es reichlich bei M:I-3.

Kennt ihr Alias? Die spannende TV-Serie um Sydney Bristow hat die Essenz der alten Serie Kobra, übernehmen Sie (im Original Mission: Impossible) sehr genau eingefangen und modernisiert: Alias dreht sich um Teamwork und unmöglich scheinende Missionen sowie Maskeraden und falsche Identitäten. Erzählt wird das Ganze allerdings mit mehr Action und Pep als damals in den 60ern. Was hat das alles mit Mission: Impossible 3 zu tun? Ganz einfach: Erfunden wurde Alias von J.J. Abrams, dem Regisseur von M:I-3. Abrams war erste Wahl, um den dritten Film der Mission: Impossible-Reihe zu inszenieren, hat er mit seiner Serie doch schon gezeigt, dass er mit dem Thema umgehen kann. Dass er allerdings einen Kinofilm zu Alias inszenieren würde, in dem nicht Jennifer Garner sondern Tom Cruise in der Hauptrolle zu sehen ist, hat wohl niemand erwartet. Genau so ist es aber gekommen: Mission: Impossible 3 ist eine hochbudgetierte Neuverfilmung der Agentenserie geworden! Ist das schlecht? Keineswegs. Endlich nimmt sich ein Film der Reihe einmal des eigentlichen Themas der zugrunde liegenden Serie an, und zeigt keine Ein-Mann-Show mit Tom Cruise, sondern echtes Teamwork.

Ethan Hunts Frau wird von Davian gekidnappt.Ethan Hunts Frau wird von Davian gekidnappt.

Im Gegensatz zu den vorherigen beiden Filmen hat Cruise in seiner Rolle als Ethan Hunt diesmal sogar eine eigene Persönlichkeit: Kannten wir ihn vorher nur als gewitzten Super-Agenten, wird uns diesmal auch ein Blick in sein Privatleben gewährt. Ethan Hunt hat sich nämlich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen und ist nur noch als Ausbilder für die IMF (Impossible Mission Force) tätig. Der Film dreht sich vorrangig um Hunts Frau Julia, die in einer Racheaktion vom Waffenhändler Davian gekidnappt wird. Um Julia zurückzubekommen, muss Ethan einen Glaszylinder, genannt die »Hasenpfote«, beschaffen und an Davian übergeben. Dummerweise wird Hunt durch einen Trick Davians zum Staatsfeind Nummer 1 erklärt und hat es von da an nicht nur mit den Handlangern des Waffenhändlers zu tun, sondern auch mit den eigenen Leuten (bis auf drei loyale Agenten natürlich, die ihm tatkräftig unter die Arme greifen).

Der Fokus des Films liegt auf Teamwork.Der Fokus des Films liegt auf Teamwork.

M:I-3 ist kein reiner Actionfilm und auch nicht so durchgestylt wie John Woos Beitrag zur Reihe, doch wenn die Action einmal losgeht, kracht es gewaltig! Ethan Hunt ist dabei kein Supermann, sondern wird durchaus verletzlich dargestellt - jedenfalls so weit das in einem Kino-Blockbuster möglich ist. Cruise schlägt sich in seiner Darstellung wacker und zeigt, dass er mit ein wenig gutem Willen auch über sein patentiertes Perlweiß-Grinsen hinaus kommt. Der Rest der Darsteller liefert ebenfalls gute Arbeit ab. Vor allem Philip Seymour Hoffman (gewann dieses Jahr einen Oscar für Capote) als Waffenhändler Davian haucht seinem Charakter mit sichtlichem Vergnügen böses Leben ein. Auch die Kameraarbeit kann sich sehen lassen: Die Bilder unterstützen den energischen Stil von Regisseur Abrams, und auf die mittlerweile zum Hollywood-Inventar gehörende »Wackel-Kamera« (wir erinnern uns an die verwackelten Actionszenen aus den Bourne-Filmen, Die Insel oder Batman Begins) wurde dankenswerterweise verzichtet.

Einen dicken Schnitzer hat sich Abrams allerdings erlaubt: Der Film beginnt ähnlich wie viele Alias-Folgen mitten in einer ausweglos scheinenden Situation und springt dann in der Zeit zurück, um uns den Beginn des Dilemmas zu zeigen. Die Auflösung des Teasers kommt dann natürlich erst gegen Ende des Films. Dadurch geht viel Spannung verloren, da wir als Zuschauer natürlich wissen, was irgendwann mit Hunt und dessen Frau passieren wird. Kommen wir zur alles entscheidenden Frage: Soll ich mir M:I-3 ansehen, wenn ich Alias nicht kenne oder Tom Cruise nicht ausstehen kann? Unsere Antwort: Unbedingt! Abseits des Scientology- und Baby-Rummels um Tom Cruise ist M:I-3 ein durchgehend spannender Action-Thriller, der seine Vorgänger und das Meiste, was in letzter Zeit auf den Leinwänden zu sehen war, mit Leichtigkeit an die Wand spielt.


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