Namco Bandai - Spielepreise senken - "Wir müssen die Preise der Spiele ändern."

Teure Spiele machen unser Hobby kostspielig. Namco Bandai möchte die Preise senken, dafür aber Spiele in anderer Form anbieten.

von Christian Merkel,
21.05.2010 13:18 Uhr

Spiele müssen billiger werden. Das fordern nicht nur Spieler, sondern jetzt auch der Marketingchef von Namco Bandai Partners Olivier Comte im Interview mit dem Branchenmagazin MCV UK: "Ich bin überzeugt, dass wir in Zukunft die Preise der Videospiele ändern müssen. Die sind einfach zu teuer für die Leute. Angesichts hoher Entwicklungskosten und der großen Margen für den Handel mögen 45 Euro für uns fair sein. Für den Konsumenten ist das einfach zu viel", sagt Comte "Von September bis Dezember kommen jede Woche drei Blockbuster in den Handel. Die Konsumenten können es sich einfach nicht leisten, alle zu kaufen."

Comte hat auch eine konkrete Vorstellung davon, wie teuer ein Spiel sein soll: "Ein guter Preis für ein Spiel sollte um die 23 Euro liegen. Für diesen Preis können wir aber kein 15-Stunden-Abenteuer liefern. Für 23 Euro können wir aber vier bis fünf Stunden Spielzeit bieten."

Spiele mit kurzer Spieldauer sind schon längst Realität. Deswegen mögen einem diese Aussagen etwas komisch vorkommen. Comte hat aber auch andere Ideen. So vergleicht er die Spielebranche mit der Film- und Musik-Branche. In den anderen Branchen gäbe es immer mehrere Möglichkeiten, das eigene Werk zu Geld zu machen. So nehmen Musikkünstler immer mehr Geld durch Konzerte ein, während es beim Film neben DVDs auch das Kino eine Einnahmequelle sei. So sind diese Branchen nicht so abhängig vom Handel.

Der Handel und die Plattform-Hersteller machen laut Comte die Gewinne kaputt. So erklärt Comte: "Es ist unmöglich für einen Hersteller einen Gewinn mit einem DS-Spiel zu machen, wenn es für 17 Euro auf den Markt kommt. Wir verkaufen dem Handel die Spiele für deutlich weniger Geld. Wir müssen aber das ganze Marketing sowie die Produktions- und Vertriebskosten zahlen." Comte möchte deswegen einen neuen Weg ergründen, mit Spielen Geld zu machen. Im Interview schlägt er das bekannte DLC-Modell vor. Die Spiele sollen billig aber kurz sein. Mit kostenpflichtigen DLCs ließe sich dann die Spielzeit erweitern. Das kann aber nicht alles sein: Deswegen möchte Olivier Comte, dass sich die Spiele-Branche an einen Tisch setzt, um über die Zukunft nachzudenken.


Kommentare(0)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.