Noch einmal mit Gefühl - Fortsetzungen, die wir 2017 endlich haben wollen

Dom hat im Spiele-Archiv nach fünf Titeln gekramt, für die er dieses Jahr endlich eine wohlverdiente Fortsetzung sehen will.

von Dom Schott,
08.01.2017 10:00 Uhr

Fortsetzungen, die 2017 endlich erscheinen sollenFortsetzungen, die 2017 endlich erscheinen sollen

Auch wenn wir dank mitteilungsfreudiger Publisher, fleißiger Entwicklerteams und ausführlicher Pressebotschaften bereits einen ganz guten Überblick über die Spiele-Releases 2017 haben, so hoffen wir doch auch immer noch ein wenig auf den ein oder anderen Überraschungsknaller.

Genau aus diesem Grund habe ich in der jüngeren Spiele-Vergangenheit gewühlt und fünf Titel ausgegraben, für die meiner Meinung nach längst eine Fortsetzung überfällig wäre. Ob die dann wirklich auch 2017 kommt, steht auf einem anderen Blatt Papier - aber die Hoffnung stirbt bekanntlich ziemlich spät.

Ryse
Genre: Action
Release: 22.11.2013

Die verdiente zweite Chance: Ryse 2

Das Actionspektakel Ryse: Son of Rom erschien Ende 2013 exklusiv für die damals noch ganz frische Xbox One und ist bis heute in meinen Augen einer der unterschätztesten Titel der neuesten Konsolengeneration. Zwar gehört die Rachegeschichte rund um den fähigen General Marius Titus, der gegen Barbaren und sogar den römischen Kaiser Nero selbst antritt, nicht gerade zu den spannendsten Dramen der letzten 20 Jahre, doch das muss auch gar nicht sein. Der Schwerpunkt von Ryse liegt nämlich auf den überaus ästhetisch inszenierten Kämpfen, die auf den höheren Schwierigkeitsgraden enorm fordernd sind und entgegen dem verbreiteten Test-Fazit tatsächlich taktisches Vorgehen und Reaktionsvermögen verlangen.

Ryse: Son of Rome - Gameplay-Trailer zum Römer-Gemetzel stellt Kampfsystem vor Ryse: Son of Rome - Gameplay-Trailer zum Römer-Gemetzel stellt Kampfsystem vor

Während die Geschichte von Marius zwar bereits zu Ende erzählt wurde, bietet der erste Teil genügend andere Ansatzpunkte, um eine Fortsetzung mehr als zu rechtfertigen: Zum einen könnte sich Ryse 2 sein Kampfsystem weiterentwickeln und sich dabei eine ordentliche Portion vom Genre-Geschwisterlein For Honor abschneiden, das mit seinem Reflex-System dem historischen Schwertkampf so nah wie kaum ein anderes Spiel kommt.

Ein anderer Weg, den Ryse 2 einschlagen könnte, wäre die Erkundung weiterer historischer Schauplätze: Schon der erste Teil konnte Britannien und das Rom der Kaiserzeit in ein grafisch ziemlich eindrucksvolles Licht rücken, auch wenn das Spiel leider an vielen Stellen populärwissenschaftliche Irrtümer oder faule Stereotypen reproduzierte. Mehr Mut zur historischen Authentizität ist gefragt. Nichts gibt für Spiele dieser Art einen spannenderen Hintergrund ab, als die klassische antike Welt selbst.

Ryse: Son of RomeRyse: Son of Rome

Allerdings müssen wir unsere Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit dem Ryse-Franchise wohl auf ein Minimum zurückschrauben, denn Crytek, das Entwicklerstudio hinter der Marke, kämpft seit Jahren mit finanziellen und markenrechtlichen Problemen. Schon 2014 hieß es, dass die Arbeiten an Ryse 2 vorübergehend auf Eis gelegt wurden, während 2016 zuletzt fünf der sieben Studios geschlossen wurden. "Back to the roots" sei die neue Marschrichtung des Teams, doch ob damit auch das Franchise von Ryse gemeint sein könnte, steht derzeit noch in den Sternen.

Nachschub für die Fans: Left4Dead 3

Der Zombie-Multiplayer-Hit Left4Dead 2 ist tatsächlich bereits über sechs Jahre alt und war zu seinen Hochzeiten fester Bestandteil von LAN-Partys, Feierabenden und gemeinsamen Spielstunden mit den Bürokollegen.

Der Reiz des Ego-Shooters bestand darin, gemeinsam mit drei anderen Mitstreitern einen zombieverseuchten Level zu durchqueren und möglichst als Team die imaginäre Ziellinie zu überqueren. Doch wenn es der Kampf mit den Untoten, die sich aus den Standard-Schlufern und mutierten Super-Zombies rekrutieren, nicht anders zulässt, so könnt ihr eure Freunde auch zurücklassen - eine verlockende Option, die allerdings wütende Vier-Augen-Gespräche nach sich ziehen konnte.

Eine Zeit lang standen die Zeichen für Teil 3 augenscheinlich gar nicht mal so schlecht: Im Sommer 2016 sorgte der Valve-Entwickler Tristan Reidford für großes Aufsehen, als er für ein Developer-Tutorial mehrere Screenshots seines Desktops veröffentlichte und einige Lupenbesitzer kurz darauf tatsächlich eine Datei mit dem Namen "left4dead3" erspähten. Diese Entdeckung gewann noch mehr an Zugkraft, als investigative Fans entdeckten, dass Reidfords Steam-Profil in den vergangenen Wochen außerordentlich viele Aktivitäten in Left4Dead 2 anzeigte.

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Eine offizielle Bestätigung eines dritten Teils gab es von Valve allerdings nicht und so verlief sich die Spur von Left4Dead 3 wieder im Sande. Ob die Trilogie nun 2017 zustande kommen wird, bleibt fraglich, doch glücklich würde das die nach wie vor große Fangemeinde dieses Multiplayer-Franchises ganz ohne jeden Zweifel machen.

Der mutige Neustart: Brink 2

Im Mai 2013 legte das Entwicklerteam von Splash Damage den Grundstein für ein vielversprechendes neues Shooter-Franchise: Brink zeichnete ein petrolfarbenes Bild der Sci-Fi-Dystopie, in der verarmte Halsabschneider auf der einen und vermögende, regierungstreue Soldaten auf der anderen Seite erbitterte und leicht überzeichnete Schlachten ausfechten.

Brink - Launch-Trailer zum Team-Shooter Brink - Launch-Trailer zum Team-Shooter

Neben dem flotten, klassenbasierten Gameplay und abwechslungsreichen Spielmodi waren die drei unterschiedlichen Gewichtsklassen der Soldaten, die frei gewählt werden konnten, eine überaus spannende Idee der Entwickler: Die eigene Anatomie beeinflusste, welche Waffen die Spieler mit ihren Figuren benutzen konnten und wie agil sie sich durch die Level bewegen konnte - ein so naheliegendes wie spannendes Feature, das ich bis heute in keinem anderen Shooter wiederfinden konnte.

So war es auch nicht die Spielidee, die Präsentation oder der Umfang, an dem Brink kurz nach Release scheiterte. Nein, der Hund war auf den Servern begraben, die wegen enormen Verbindungsproblemen, Lags und unzuverlässigem Matchmaking direkt nach Verkaufsstart zahlreiche Spieler wieder verschreckte. Ein rettender Patch kam viel zu spät und so konnte Brink sein Potenzial leider nie voll ausreizen.

BrinkBrink

Ein zweites Brink wäre ein mutiger Neustart, der von den Fans nach dem Fehlstart des ersten Teils einen Vertrauensvorschuss benötigen würde. Einen Teil dieser benötigten Reputation konnten sich die Entwickler von Splash Damage in den letzten Monaten zurückerobern: Ihr neuestes Spiel Dirty Bomb, ein 2015 veröffentlichter Free2Play-Shooter, kommt bei einer überschaubaren aber treuen Community gut an und könnte der Wegbereiter für ein neues Brink werden. Ich persönlich hätte jedenfalls riesige Lust auf eine neue, etwas überzeichnete Multiplayer-Shooter-Alternative zu Call of Duty, Battlefield und Titanfall.


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