Twitch-Offensive gegen Bots - Klage gegen Bot-Anbieter eingereicht

Die Live-Streaming-Plattform Twitch nimmt den Kampf gegen Bots auf. Nicht nur, dass an neuen Technologien zur Bot-Erkennung gearbeitet wird. Auch den Bot-Anbietern geht es an den Kragen: Gegen einige hat Twitch nun Klage eingereicht.

von Tobias Ritter,
27.06.2016 15:02 Uhr

Twitch kämpft gegen Bots auf seinem Streaming-Portal. Kürzlich hat das Unternehmen diverse Bot-Anbieter verklagt.Twitch kämpft gegen Bots auf seinem Streaming-Portal. Kürzlich hat das Unternehmen diverse Bot-Anbieter verklagt.

Bots gehören wohl mit zu den größten Problemen des heutigen Internet-Zeitalters: Bei Twitter geben sie Meinungsbilder vor und treiben die Follower-Zahlen derjenigen, die es sich leisten können, in die Höhe. Und auch bei Twitch verfälschen View-Bots, Follower-Bots und Chat-Bots die offiziellen Statistiken.

Das schadet nicht nur der Außenwirkung des Streaming-Portals, sondern hat auch finanzielle Folgen - etwa bei der Auslieferung und Bezahlung von Werbung. Nicht zuletzt deshalb geht man bei Twitch nun vermehrt gehen solche Bot-Betrüger vor.

Klage gegen Bot-Betreiber

Wie es in einem Blog-Eintrag auf der offiziellen Firmen-Webseite heißt, hat Twitch mittlerweile Klage gegen die sieben größten Bot-Betreiber der Welt eingereicht. Twitch-Buddy.com, Twitch-Viewerbot.com, Streambot.com, Blackdesertbot.com, Twitchstarter.com, Babatools.com und Stream-Viewers.com stellen angeblich den größten Teil der Bots.

Zur Begründung für das juristische Vorgehen heißt es, dass View-Bots, Follower-Bots und Chat-Bots die Abrufzahlen und User-Aktivitäten eines Twitch-Kanals verfälschen und eine eigentlich nicht vorhandene Popularität des jeweiligen Angebots vortäuschen würden. Damit würden die Kanal-Betreiber dann lukrative Twitch-Partnerschaften abschließen.

Als Twitch-Partner haben Live-Streamer enorme Vorteile. Unter anderem können sie ihre Arbeit durch Webung und kostenpflichtige Abonnement monetarisieren. Letztlich erschleichen sich die Bot-Betrüger also illegal Leistungen, für die sie sich eigentlich gar nicht qualifiziert haben.

Weitere Maßnahmen gegen Bots

Bei den Klagen gegen die Bot-Anbieter soll es laut Twitch aber nicht bleiben. Gleichzeitig arbeitet man auch an Mitteln und Wegen, den Einsatz von Bots zu erkennen, aufzudecken und zu unterbinden. Auch Moderatoren und der Support sollen ab sofort vermehrt auf unnatürlich schwankende Kanal-Statistiken achten.

Twitch ging 2011 als Gaming-Schwesterseite aus dem Streamingportal Justin.tv hervor und wurde 2014 für 970 Millionen US-Dollar durch Amazon geschluckt. 2013 gab es unter den monatlich 900.000 Streamern 5.000 aktive Twitch-Partner. Wie viele davon sich die Partnerschaft durch Bots erschummelt haben, ist nicht bekannt.

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