Ori and the Blind Forest - Poetisches Metroidvania

Das wunderschöne Ori and the Blind Forest könnte ein Meilenstein des Platformer-Genres werden. Davon sind wir nach dem Anspielen auf der gamescom überzeugt.

von Heiko Klinge,
15.08.2014 13:30 Uhr

Ori and the Blind Forest - Gameplay-Video von der gamescom Ori and the Blind Forest - Gameplay-Video von der gamescom

Auf der E3 hat Ori and The Blind Forest unsere Herzen erobert, auf der gamescom unseren Verstand. Denn erstmals konnten wir einen späteren Abschnitt des Metroidvanias anspielen und so aus erster Gamepad-Hand erfahren, dass der Titel der Moon Studios nicht nur wundervoll aussieht, sondern auch eine erstaunliche Spieltiefe offenbart.

In der Demo erkunden wir mit dem knuddeligen Schlappohr-Alien Ori das Innere eines gewaltigen, verwesenden Baumes. Um ihn vor der Verwesung zu retten, müssen wir das Herz des Baumes von Dornen befreien. Dazu müssen wir vor allem eine von Oris vielen im Verlauf des Abenteuers ferigeschalteten Fähigkeiten einsetzen: das Katapult.

Ausführliche Preview:Eine längere Vorschau zu Ori and the Blind Forest lest ihr hier

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Ori kann Pflanzen, Gegner und sogar Geschosse als Ankerpunkte verwenden, um sich in eine gewünschte Richtung wegzuschleudern. Dabei schlägt Ori (herzallerliebst animiert) mit dem Schwanz den jeweiligen Ankerpunkt in die entgegengesetzte Richtung. Klingt kompliziert, geht aber dank der hochpräzisen Steuerung innerhalb kürzester Zeit in Fleisch und Blut über.

Vor allem ermöglicht es ebenso abgefahrene wie anspruchsvolle Geschicklichkeits- und Rätselpassagen. Wir schwingen uns von Gegner zu Gegner in schwindelerregende Höhen, schleudern währenddessen Geschosse auf Feinde zurück oder verwenden sie um brüchige Holzwände zu durchschlagen.

Das klappt selten im ersten Versuch, spielt sich aber wunderbar flüssig und frustriert dabei nie. Zum einen weil der Fehler immer bei uns liegt. Zum anderen, weil wir vor besonders kniffligen Passagen selbst einen Speicherpunkt setzen dürfen, was überflüssige Laufwege und Wiederholungen auf ein Minimum reduziert. Ebenfalls bemerkenswert: Jedes Hindernis und jedes Rätsel hat einen anderen kleinen Kniff, wodurch nie Routine aufkommt und wir ständig dazulernen.

Als wir schließlich mit Akrobatik und Hirnschmalz das Herz des Baumes erreichen, erwarten wir einen klassischen Bosskampf, werden aber ein weiteres Mal überrascht. Weil wir das Herz befreien, kann der Baum nämlich endlich wieder seinen Wasserdurst löschen, was sich in einer gewaltigen Flutwelle äußerst. Die folgende Flucht vor den reißenden Fluten gehört zum spielerisch spannendsten und optisch spektakulärsten, was wir in einem 2D-Plattformer je erlebt haben.

Kein Zweifel: Wenn Ori dieses Niveau über die gesamte Spielzeit halten kann (die Entwickler versprechen immerhin rund 8 bis 12 Stunden je nach Erkundungsdrang), erwartet PC- und Xbox-One-Spieler im Herbst ein Meilenstein des Genres. Einer mit Herz und Verstand.

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