Paper Mario: Color Splash im Test - Ein Loch im Farbeimer

Paper Mario: Color Splash glänzt im Test mit Humor und kreativen Ideen. Trotz bunter Farbkleckse bleibt das Klempner-Abenteuer aber stellenweise blass wie Papier.

von Mirco Kämpfer,
07.10.2016 17:00 Uhr

Paper Mario: Color Splash - Offizieller Gameplay-Trailer des neuen Paper Marios für die Wii U Paper Mario: Color Splash - Offizieller Gameplay-Trailer des neuen Paper Marios für die Wii U

Wenige Monate vor dem vermeintlichen Release der neuen NX-Konsole hüpft Mario noch ein letztes Mal auf die Wii U - und zwar als zweidimensionaler Papier-Klempner in Paper Mario: Color Splash.

Wer die Serie kennt und in den letzten Jahren mitverfolgt hat, weiß auch gleich, was ihn erwartet: Der bärtige Italiener mit der Latzhose lässt seine Paper-Mario-Wurzeln vollends hinter sich, Color Splash ist somit weder ein Rollenspiel wie die ersten beiden Teile auf N64 und Game Cube noch ein Jump&Run wie beispielsweise Super Mario 3D World, sondern eher ein Action-Adventure mit Hüpf, Rätsel- und Kampfeinlagen.

Macht aber nichts, denn die Entwickler Intelligent Systems haben für ihr Wii-U-Abschiedsgeschenk noch einmal tief in die Ideen-Schublade gegriffen. Der Test zeigt aber: Mario hat leider auch den ein oder anderen Designschnitzer im Holzhammer.

Schwing den Farbhammer!

Die Story von Color Splash passt auf einen Papierdeckel: Mario reist zur Insel Prisma und muss mit Entsetzen feststellen, dass irgendein Langfinger alle Farbsterne aus dem Regenbogen-Brunnen gestohlen hat. Dadurch machen sich überall auf der Insel hässliche weiße Flecken breit. Mario fackelt daher nicht lange: Zusammen mit dem Farbeimer Fabian, der ihm als plappernden Begleiter dient, macht er sich auf, die Farbe wiederherzustellen.

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Dafür schwingt ihr euren Hammer und verteilt somit frische Farbe in der Spielwelt, tüncht etwa den Strand der Azurküste in Gelb oder pumpt eine Ladung Grün in die Bäume des Bonzai-Hains. Mit dem Hammer massierte Objekte spucken Münzen und gelegentlich Kampfkarten aus, die ihr für die rundenbasierten Gefechte braucht.

Da euer Farbvorrat begrenzt ist, müsst ihr regelmäßig frischen Saft aus Objekten schlagen. So purzeln nach einem kräftigen Hieb grüne Farbkügelchen von einer Kokospalme - Nintendo-typisch herzallerliebst umgesetzt.

Schnipp und Schnapp

Für unseren Geschmack hätte man aber mehr aus dem Färben der Levels herausholen können, denn große Auswirkungen auf die Spielwelt hat das Hammerschwingen nicht. Euer eigentliches Ziel ist es stattdessen, in jedem Level eine gewisse Anzahl an kleinen Farbsternen zu ergattern, um jeweils neue Stages freizuschalten, und große Farbsterne zu aktivieren, um den Farbfluss wiederherzustellen.

Insgesamt gibt's über 30 wunderschön gestaltete 3D-Kulissen, vom heiteren Strand über ein düsteres Gruselhotel und einem Mammut-Wald bis hin zum staubigen Canyon.

Dabei dürft ihr euch wieder auf allerhand clevere Ideen freuen. Hin und wieder wechselt zum Beispiel die Perspektive, sodass ihr Teile der Umgebung auf dem Wii-U-Touchpad ausschneiden und somit neue Passagen erreichen könnt.

Paper Mario: Color Splash spielt häufig mal mit der Perspektive. Hier rollt sich fast die gesamte Stage auf.Paper Mario: Color Splash spielt häufig mal mit der Perspektive. Hier rollt sich fast die gesamte Stage auf.

Teilweise manipuliert ihr auch mit den sogenannten Dings-Karten (Spezialgegenstände) die Spielwelt: So saugt ihr mit einem Riesenpömpel eine Röhre aus oder treibt ein Segelschiff mit Hilfe eines Ventilators aus dem Hafen. An Kreativität mangelt es Color Splash definitiv nicht, auch wenn die Rätsel selten wirklich langes Grübeln erfordern.


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