Paradox Interactive - Stellungnahme - Facebook-Spiele sind »böse« und »Anti-Social«

Das schwedische Entwicklerstudio Paradox Interactive hält nicht viel von so genannten Social-Games über Plattformen wie Facebook.

von Peter Smits,
01.05.2011 11:49 Uhr

Magicka ist das erfolgreichste Paradox-Spiel und soll demnächst für Xbox 360 erscheinen.Magicka ist das erfolgreichste Paradox-Spiel und soll demnächst für Xbox 360 erscheinen.

Das Entwicklerstudio Paradox Interactive ist hauptsächlich dafür bekannt, Hardcore-PC-Titel wie Hearts of Iron zu entwickeln. Trotzdem versucht das Unternehmen immer wieder etwas Neues, wie etwa den Multiplayer-Shooter Lead and Gold, der auch auf der PlayStation 3 veröffentlicht wurde. Im Zuge des Casual-Booms hat das schwedische Studio auch mit Facebook-Spielen experimentiert. Diese Idee wurde jedoch schnell wieder verworfen. Der CEO Fredrik Wester erklärte während eins Besuchs bei der amerikanischen Videospiel-Seite Kotaku, warum Facebook-Spiele von Paradox missachtet werden.

Laut Wester dauerte die Phase, in der sich Paradox mit der Idee von Facebook- und anderen Social-Spielen auseinandergesetzt hat, rund einen halben Tag: "Es liegt in der Natur von Social-Games, dass man zuerst auf das Finanzierungsmodell und erst viel später auf das Game Design schaut." Sein Team startete also die Arbeit an einem Facebook-Spiel, nur um kurze Zeit später festzustellen, dass dieses Spiel »einfach nur langweilig« werden würde: "Es hat uns im Grunde das Gefühl gegeben, dass wir den Nutzern quasi das Geld aus der Tasche ziehen." Laut Wester sind Facebook-Games eher »böse« und »anti-social« als alles andere.

Lead and Gold ist für die PlayStation 3 erschienen.Lead and Gold ist für die PlayStation 3 erschienen.

Stattdessen wolle man sich mehr auf den klassischen Download-Markt konzentrieren, Plattformen wie das iPad nutzen und DLCs veröffentlichen. Dabei habe Paradox laut Wester eine ganz wichtige Lektion gelernt: "Sei nicht gierig!". Wester habe große Angst davor, dass Spieler das Gefühl bekommen sein Studio hätte einen Titel absichtlich unfertig veröffentlicht, wenn er im Nachhinein DLCs veröffentlicht. Dieses Gefühl dürfe nicht auftauchen, weswegen man auch kostenfreie DLCs anbieten werde und kostenpflichtige nur dann einsetzt, wenn man diese tatsächlich nach dem Release des Spiels entwickelt hat und den Lebenszyklus dieses Spiels verlängern will. Hier sei es wichtig, die Preise nicht zu hoch anzusetzen.

Paradox entwickelt außergewöhnliche Spiele, die nicht den Massenmarkt als Zielgruppe haben. Da das Unternehmen selber als Publisher fungiert, ist man komplett unabhängig und kann laut Wester machen, was man möchte.


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