Prey

Die Erben Winnetous schlagen ihr Tipi jetzt im Weltraum auf.

von Henry Ernst,
03.07.2006 17:22 Uhr

Eigentlich hätte es ein ganz gemütlicher Abend im Cherokee-Reservat werden sollen. Tommy wollte nur ein paar Drinks in der örtlichen Kneipe hinunterstürzen und sich anschließend für ein kleines Schäferstündchen mit der hübschen Jenny in sein Wigwam zurückziehen. Leider muss der Stammeserhalt jedoch etwas warten, denn spätestens, als Außerirdische die Kneipe inklusive Tommy, seinem Großvater und Jenny in ihr Raumschiff saugen, wird es für die virtuelle Rothaut Zeit, dass Kriegsbeil auszugraben, ganz nach dem Motto »Make war not love«.

Prey (2006)
Genre: Action
Release: 14.07.2006

Blutig, schleimig und voller Löcher

Kurz nachdem Tommy an Bord des Raumschiffes angekommen ist, wird klar, dass die Aliens alles andere als friedliche Absichten verfolgen. Das riesige Schiff ist nicht nur eine Mischung aus biologischem Organismus und modernster Technik, sondern dient den Aggressoren auch als Verarbeitungsanlage für ihre Opfer. Zwischen pulsierenden und von glänzendem Schleim überzogenen Wänden beobachten wir das von gellenden Schmerzensschreien untermalte Martyrium der Mitgefangenen. Stahlstangen durchbohren weiches Gewebe, Flüssigkeiten werden schlürfend aus zuckenden Körpern gesaugt, zurück bleibt nichts als ein verschmierter roter Fleck. Zum Glück für Tommy haben die Entführer vergessen, dem Stammesbruder seinen Schraubenschlüssel abzunehmen, den wir zweckentfremden, um einen Wächter auszuschalten und uns seine Waffe zu schnappen. Was bis jetzt klingt wie ein Doom III-Abklatsch entwickelt bereits nach kurzer Zeit einen ganz eigenen Charakter, denn das Raumschiff ist wie ein Schweizer Käse mit Wurmlöchern und Dimensionsportalen durchzogen. Ein Beispiel: Wir betreten einen Raum, in dem eine Gesteinsprobe in einem Glaskasten lagert. Neben diesem befindet sich eine offene Kiste, die einen vergrößerten Ausschnitt der Steinoberfläche zu zeigen scheint. Als Indianer von Welt wollen wir uns die Sache natürlich näher anschauen und schleichen geduckt in die Kiste, die sich als Portal in den Glaskasten erweist. Auf Fingernagelgröße geschrumpft beobachten wir nun mit wachsendem Entsetzen, wie sich ein Alien im King-Kong-Format an dem Glaskasten zu schaffen macht, die Kiste erspäht, und schließlich mit Verstärkung ebenfalls auf dem Kiesel landet. Diese kleine Episode ist exemplarisch für den Einsatz der Dimensionstore, die euch nicht nur in neue Spielabschnitte beamen, sondern von den Gegnern auch als Waffe eingesetzt werden. So ist es durchaus möglich, dass eine zunächst unscheinbare Kiste plötzlich zur Büchse der Pandora wird und ein ballerndes Übel nach dem anderen ausspuckt. Da dies bevorzugt passiert, nachdem ihr an der besagten Kiste vorbeigekommen seid, empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen einen Blick über die Schulter zu werfen.


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