Pro Evolution Soccer 2 im Test

Der König ist tot, lang lebe der König. PES 2 ist die gelungene Fortsetzung des einzigen Spiels, das man zu Recht als echte Fußballsimulation bezeichnen darf.

von André Horn,
28.08.2006 15:58 Uhr

Die 60ste Minute in der Neuauflage des WM-Finales Deutschland – Brasilien: Michael Ballack startet einen Flankenlauf. Kurz vor der Torauslinie zieht er eine scharfe Flanke in den Strafraum. Miroslav Klose setzt zum Fallrückzieher an, aber die Abwehr der Brasilianer hat keine Mühe, die Kugel zu klären. 70ste Minute, noch immer steht es 0:0. Nach einem genialen Pass von Christian Ziege startet Carsten Jancker einen flotten Alleingang in Richtung Tor. Gerade will er abziehen und das Runde im Eckigen versenken, da verhindert die vielbeinige brasilianische Abwehr auch diesen Angriff. Plötzlich wird der Bildschirm schwarz – und Chris S. flucht wie ein Rohrspatz: »Was ist das denn für ein Müll? Bei FIFA konnte ich meine Tore bislang immer so erzielen. Warum klappt das hier nicht? Das ist ja voll...«. Den genauen Wortlaut zitieren wir besser nicht, aber wahrscheinlich wollte er in Wirklichkeit realistisch sagen. Denn Realismus ist die große Stärke der PES-Titel: Stupides Kick & Rush, Sololäufe und die Ausführung der immer gleichen Manöver führen zwar zu ordentlich Frust, aber nicht zum ersehnten Torerfolg. Wollt ihr Tore erzielen, müsst ihr ein geschicktes Pass- und Flankenspiel aufziehen, die entscheidende Lücke in der Deckung suchen und vorausahnen, was eurer Gegner wohl als nächstes macht. Die richtige Wahl von Spielsystem und Taktik ist ebenfalls von Bedeutung und kann den entscheidenden Ausschlag über Sieg und Niederlage geben. Dieses System wurde auch beim Nachfolger beibehalten, aber durch kleine Feinheiten und Verbesserungen ergänzt.


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