Project Natal auf der E3 2010 vorgestellt - Neuer Name und alte Ideen

Microsofts Natal-Project heißt jetzt Kinect und hinterlässt nach der ersten E3-Präsentation einen deutlichen Casual-Nachgeschmack – Nintendos Wii lässt grüßen.

von Kai Schmidt,
14.06.2010 09:38 Uhr

Einen Tag vor der eigentlichen E3-Pressekonferenz präsentierte Microsoft die Xbox 360-Bewegungssteuerung Project Natal erstmals der Öffentlichkeit – allerdings nicht als Anspiel-Event für die Fachpresse sondern nur als Show. Dazu lud Microsoft ins Galen Center in Los Angeles, wo der Cirque de Soleil sich alle Mühe gab, aus der Abendveranstaltung eine außergewöhnliches Ereignis zu machen. Die Darbietung war dann auch tatsächlich beeindruckend: Aber sind wir nun wirklich schlauer, was Microsofts Project Natal angeht?

Neuer Name für Natal

Erste große Überraschung: Der endgültige Name des ehemaligen Project Natal wurde enthüllt. Die Kamera hört nun auf die Bezeichnung Kinect, ein Amalgam aus den Worten „kinetic“ (beweglich) und „connect“ (verbinden). Damit will Microsoft wohl symbolisieren, dass die Zusatzhardware Spieler und Maschine durch Bewegung verbindet. Der Hersteller behauptet gar, dass sich die Maschine an den Menschen anpasst, anstatt wie bislang umgekehrt. Nun ja, der Name ist gewöhnungsbedürftig, aber für den Mainstream sehr viel greifbarer als das ominöse „Project Natal“.

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Kinect: Die Spiele

Demonstration von KinectDemonstration von Kinect

In einer von Artisten und Schauspielern unterstützten Montage zeigte Microsoft einige Spiele für Kinect. Wie zu erwarten, lautet die Software-Vorhersage zunächst einmal: Casual bis zum Abwinken! Natürlich haben sich die Entwickler die erfolgreichen Titel des Konkurrenten Nintendo sehr genau angeschaut und eigene Versionen von Wii Sports und Wii Fit zusammengebastelt. Das sah zugegeben alles auch gar nicht schlecht aus – wenn auch wenig originell. Einige Fragen blieben noch offen: Inwieweit zum Beispiel auf der Stelle laufen, wie es bei einem Leichtathletikspiel nötig ist, wirklich im heimischen Wohnzimmer funktioniert, muss erst der Praxistest beweisen.

Ein Raunen ging durch die Halle, als die Star Wars-Melodie ertönte, und ein Xbox 360-Jedi per Bewegungssteuerung Machtfähigkeiten einsetzte, mit dem Lichtschwert Laserstrahlen abwehrte, Stormtrooper erledigte sowie schließlich zum Duell auf Darth Vader persönlich traf. Ein Titel zu diesem neuen Star Wars-Spiel ist noch nicht bekannt, wir gehen aber davon aus, dass es auf der Messe angekündigt wird.

Kinect: Unser Fazit

Der Cirque de Soleil stellt Kinect vor.Der Cirque de Soleil stellt Kinect vor.

Ein richtiges Fazit abzugeben, ist nach der Show, die Microsoft um Kinect inszenierte, noch nicht ohne weiteres möglich. Es zeigt sich, dass Microsoft mit vollem Anlauf auf den Casual-Zug aufspringen möchte. Das ist unserer Meinung nach ziemlich gefährlich, da Kinect ohne echte Hardcore-Unterstützung böse floppen könnte. Nintendo war beim Massenmarkt erfolgreich, weil die intuitive Bewegungssteuerung gleich in der Konsole eingebaut und sofort zugänglich ist. Microsoft muss nun diese Zielgruppe davon überzeugen, eine Konsole und teures Zubehör zu kaufen. Selbst wenn ein Bundle angeboten wird (,was wahrscheinlich ist), wird Microsoft es ziemlich schwer haben. Das Beispiel EyeToy für die PlayStation 3 zeigte, dass es schwer ist, Leute davon zu überzeugen, Zubehör für eine teure Konsole zu kaufen.

Ein richtiges Urteil möchten wir uns allerdings erst erlauben, wenn wir selbst die Möglichkeit hatten, Kinect ausgiebig auszuprobieren.


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