Raskulls im Test - Test für XBLA

Lauf, Skelett-Forrest, lauf! Puzzle, Rennspiel und Jump ‘n‘ Run – in dem rasanten Genremix namens Raskulls ist pure Hektik angesagt.

von Patrick Mittler,
30.12.2010 09:00 Uhr

Das Downloadgame Raskulls ist eine wilde und pfeilschnelle Mischung. Stellt euch das Ding am besten als eine Mischung aus Puzzle-, Renn- und Hüpfspiel vor, mit einer kleinen Prise Funracer gewürzt. Das klingt nicht nur auf den ersten Blick verwirrend, aber gehen wir erstmal an den Start. Dort beginnt eine Klischee-Story um einen edlen Ritter (naja eigentlich ein knuffiges Totenkopfmännchen im Drachenkostüm), das von seinem leicht durchgeknallten König (der gern mal Nachrichten per Ziegelstein »zustellt«) in ein Turnier geschickt wird. Der Preis: ein schimmernder Stein. Der hat eigentlich keinen richtigen Wert, oder wie es ein Charakter am Beginn des Abenteuers formuliert: er ist halt wichtig für die Geschichte. Ihr merkt schon: Die Story ist zwar Nebensache, doch mit viel Selbstironie und Humor gewürzt. Dazu passen auch der knuffig-bunte Stil und die charmanten Raskull-Skelettchen, jeder mit seinem eigenen kleinen Tick.

Die Jagd nach dem funkelnden Felsen ist in einzelne Welten aufgeteilt, ganz wie ein klassisches Jump ‘n‘ Run (etwa Super Mario World). Doch kaum im Level, ist Stress angesagt. Raskulls ist im Grunde ein Rennen, entweder gegen andere Figuren, gegen die Uhr oder vereinzelte Bossgegner. Um bei der wilden Hatz zu bestehen, sind viele Faktoren ausschlaggebend: Erstens sollte man geschickt springen um nicht hängen zu bleiben. Zweitens sind meist bunte Blöcke im Weg, die man per X-Knopf möglichst clever auflöst. Also so, dass ein Weg frei wird, der Spielfigur aber keine losen Blöcke auf den Kopf donnern, denn das paralysiert das knochige Kerlchen für einige Sekunden.

Bis jetzt klingt die wilde Hatz noch relativ überschaubar. Wären da nicht zahlreiche Power-Ups, die für eine Menge Wirbel sorgen. Am wichtigsten sind Boosties, die euer Frenzy-Meter links unten füllen. Damit kann man für begrenzte den Turbogang einlegen und eure Figur rauscht um einiges schneller durch die Levels. Dann wären da noch begrenzte Power-Ups, ähnlich wie in Mario Kart, mit denen ihr beispielsweise gleich mehrere Blöcke wegräumt oder andere offensive oder defensive Aktionen zündet. Weiter geht es mit Wasserblöcken, die man durchschwimmen muss, Eisenblöcken die bei Kontakt explodieren oder Boost-Felder, welche die Figuren mit Schmackes durch die Luft wirbeln. Fertig ist ein total chaotischer Kurs, auf dem nur Spieler die genauso schnell reagieren wie umdisponieren schlussendlich triumphieren.

Auf solchen Rennparcours bricht schnell Hektik aus, das aber im positiven Sinne, eben wie bei einem guten Funracer. Aber es gibt auch ruhigere Passagen, in denen ihr beispielsweise mit möglichst wenig aufgelösten Blöcken ins Ziel kommen müsst. Ein andermal sollen Bomben entschärft werden, ohne das Klötze auf sie fallen. Insgesamt gibt es zehn Spielmodi, die meisten sind zwar Renndisziplinen, einige fordern aber auch bedachtes Vorgehen und viel Arbeit für die kleinen grauen Zellen (ganz wie bei einem guten Puzzlegame). Dadurch ist Raskulls nicht nur sehr abwechslungsreich, sondern auch ebenso kurzweilig und verflixt spaßig. Und weil die einzelnen Levels meist in wenigen Minuten gelöst sind, auch extrem motivierend. Eh ihr euch verseht, ist der Singleplayer-Modus durch.

Die relativ überschaubare Länge des Solomodus ist beinahe das einzige Manko von Raskulls. Die Mischung aus Mario Kart, Bomberman und Castle Crashers hat alles: ein fetziges und gleichzeitig cleveres Spielprinzip, charmante und witzige Figuren (die namensgebenden Raskulls gibt es in zahlreichen Varianten, etwa Ritter, Pirat oder Ninja) und, last but not least, auch einen furiosen Mehrspieler-Modus. Darin könnt ihr gegen bis zu drei menschliche Gegner Rennen austragen und das macht rasend viel Spaß. Zumindest wenn ihr ein bisschen Übung habt, denn anfangs ist das Geschehen, besonders im Splitscreen, überaus unübersichtlich. Aber mit knapp 10 Euro, schließt Raskulls das Jahr nicht nur furios, sondern auch zum vergleichsweise feinen Preis ab.

Raskulls

Preis:

ca. 10 Euro (800 Punkte)

Spieler:

1 bis 4

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

151,76 MB

Entwickler:

Halfbrick

Hersteller:

Microsoft

USK:

ab 6 Jahren

Wertung:

89 %


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