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Red Dead Redemption im Test - Go west, young man!

In Red Dead Redemption erwarten euch Banditen, Reichtum, Ruhm und das bislang beste Rockstar-Abenteuer, wie unser Test zeigt.

von Markus Schwerdtel,
17.05.2010 17:00 Uhr

Red Dead Redemption - Test-Video für Xbox 360 und PlayStation 3 10:12 Red Dead Redemption - Test-Video für Xbox 360 und PlayStation 3

Eigentlich wollte der Ex-Outlaw John Marston den Revolver an den Nagel hängen und sich mit Frau und Sohn auf seine kleine Farm zurückziehen. Doch er hat seine Rechnung ohne die US-Regierung gemacht. Die bringt in Red Dead Redemption Johns Familie in ihre Gewalt und zwingt ihn so dazu, einen ganz speziellen Auftrag anzunehmen: Marston soll in den fiktiven US-Bundesstaat New Austin reisen und dort seinen alten Bandenkumpel Bill Williamson aufspüren und verhaften. Aber natürlich kommt alles anders: John wird angeschossen, Bill flieht mitsamt seiner Gang über alle Berge. Ganz auf sich allein gestellt liegt es jetzt am Helden, sich einen guten Ruf und Freunde zu erarbeiten, die ihm dabei helfen, Williamson zur Strecke zu bringen und damit die eigene Familie zu retten.

Red Dead Redemption - Screenshots ansehen

Missionen und Aufträge

Wer es sich einfach machen will, bezeichnet Red Dead Redemption einfach als Cowboy-GTA. Und tatsächlich kennt man den grundsätzlichen Spielablauf bereits aus Rockstars Gangster-Reihe: Auf der riesigen Übersichtskarte der Spielwelt sind diverse Auftraggeber markiert, bei denen sich John Missionen abholen kann. Mal muss er lediglich der Rancherin Bonnie bei der Hasenjagd in den Kohlfeldern helfen, mal mit dem Marshall Banditen jagen, mal einen Waffenkonvoi der mexikanischen Regierung mit auf der Straße ausgelegten Sprengladungen sabotieren.

Am Lagerfeuer zieht John in Red Dead Redemption andere Klamotten an, speichert oder aktiviert die Schnellreise-Funktion. [360]Am Lagerfeuer zieht John in Red Dead Redemption andere Klamotten an, speichert oder aktiviert die Schnellreise-Funktion. [360]

In manchen Missionen wird nur geritten oder gefahren, oft geht es aber um Ballereien. Die Shootouts funktionieren dank Deckungssystem ziemlich taktisch, lediglich die KI der Gegner ist etwas dürftig. Zwar verstecken auch sie sich hinter Felsen und Kisten, irgendwann taucht aber ihr Kopf auf und Marston braucht nur noch abzudrücken. Die (regelbare) Zielhilfe sorgt zudem dafür, dass John nicht allzu oft danebenschießt, in der höchsten Einstellung macht sie das Spiel sogar fast zu leicht. Die meisten dieser »richtigen« Aufträge treiben die Story um Marstons Auftrag weiter oder erzählen zumindest einen Nebenstrang. Ist John Marston also nichts weiter als ein Niko Bellic mit lustigem Hut?

Story und Charaktere

Red Dead Redemption ist das bislang ernsteste Rockstar-Spiel. Ja, auch in GTA IV erlebt man harte Passagen, werden erwachsene Themen behandelt. Doch immer gibt es ein Augenzwinkern, eine ironische Brechung. Sei es nun durch die überzeichneten Charaktere, die witzigen Dialoge oder einfach durch Parodien wie Burger Shot oder Pißwasser-Bier - man merkt stets, dass sich das Spiel selbst nicht allzu ernst nimmt und die Entwickler von Rockstar North offenbar Spaßvögel sind.

Ganz anders in Red Dead Redemption: Die Charaktere entsprechen zwar größtenteils gängigen Westernklischees (der desillusionierte Marshall, der doofe Hilfssheriff, der eklige Leichenfledderer etc.), ihnen fehlt aber oft das karikaturhafte der GTA-Figuren. Das gilt auch für die Dialoge: Als John Marston nach rund drei Spielstunden das erste mal lacht, erschrickt man förmlich – so eine Gefühlsregung erwartet man von diesem verbittert-sarkastischem Mann schlichtweg nicht. Dabei scheint es sogar, als würde John im Lauf des Abenteuers noch abgebrühter werden. Während er am Anfang noch mit der Farmerin Bonnie scherzt, wird er später immer ernster und verschlossener. Diese Härte passt ins Bild, denn abseits der Zivilisation der Städte (und damit der Hauptmissionen) gilt in Red Dead Redemption das gnadenlose Gesetz der Wildnis.

Erzfeind Bill Williamson verschanzt sich in Fort Mercer. Das erste Kapitel in Red Dead Redemption verbringt ihr damit, diese Nuss zu knacken. [360]Erzfeind Bill Williamson verschanzt sich in Fort Mercer. Das erste Kapitel in Red Dead Redemption verbringt ihr damit, diese Nuss zu knacken. [360]

Besser als GTA IV?

Trotz Eisenbahn und ersten Autos: Das Fortbewegungsmittel der Wahl ist in Red Dead Redemption das Pferd. Wer jetzt jedoch einen treuen Gefährten im Stil von Jolly Jumper oder Fury erwartet, wird enttäuscht werden. Die Pferde sind -- ähnlich wie die Autos in GTA IV -- Wegwerf-Hilfsmittel, eine Bindung zwischen John Marston und seinem Untersatz gibt es nicht -- eine vertane Chance! Sollte euer Gaul also mal erschossen werden, pfeift ihr einfach nach einem Neuen oder fangt per Lasso einen wilden Mustang ein. Was in GTA IV der Parkplatz vor der Gangsterbude sind in Red Dead Redemption die Pfosten vor manchen Gebäuden. Wenn ihr euer Pferd hier festbindet, wird es quasi gespeichert und reagiert künftig auf Johns Pfiffe. Das ist wichtig, denn so könnt ihr ein besonders schnelles Tier (es gibt drei Geschwindigkeitsklassen) dauerhaft behalten.

Der Kartenausschnitt aus Red Dead Redemption zeigt nur ein Drittel der Spielwelt, die rote Route ist das »Cowboy-Navi«. [360]Der Kartenausschnitt aus Red Dead Redemption zeigt nur ein Drittel der Spielwelt, die rote Route ist das »Cowboy-Navi«. [360]

Das Reiten selbst ist eine wahre Freude und noch besser gelungen als im in dieser Hinsicht schon fast perfekten Genre-Vorläufer Gun. Die Pferde reagieren ohne Verzögerung auf eure Kommandos und springen sogar automatisch über Zäune und kleinere Hindernisse. Aber Vorsicht: Marston sollte seinen Klepper nicht zu sehr die Sporen geben, sonst bockt das Tier oder kann sogar an Erschöpfung sterben.
Wer keine Lust auf lange Ritte hat, benutzt eben andere Reisemöglichkeiten.

Analog zu den Taxis in GTA IV kann John eine Postkutsche ans Ziel nehmen. Das sieht zwar schick aus, ist aber vergleichsweise teuer. Schlaue Cowboys schlagen lieber irgendwo in der Prärie ihr Lagerfeuer auf. Dort könnt ihr dann nicht nur speichern, sondern auch die Schnellreisefunktion bemühen und bereits besuchte Orte fix und kostenlos anspringen -- so eine Möglichkeit wünschen wir uns auch für künftige GTA-Teile!

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