Resident Evil: Revelations im Test - Der Horror aus der Hosentasche

Die Großkonsolen-Umsetzung von Resident Evil: Revelations offenbart sich im Test als das erste echte Resident Evil seit langer Zeit. Mit all seinen Stärken. Und Schwächen.

von Daniel Matschijewsky,
20.05.2013 12:00 Uhr

Resident Evil: Revelations - Test-Video zur HD-Version (PC/Konsole) des Actionspiels Resident Evil: Revelations - Test-Video zur HD-Version (PC/Konsole) des Actionspiels

Als Resident Evil: Revelations bei uns in der Redaktion aufschlug, rollten wir unwillkürlich mit den Augen. Kein Wunder, schließlich bekleckerte sich der Entwickler Capcom mit Resident Evil 6 und dem Action-Ableger Operation Raccoon City zuletzt nicht gerade mit Ruhm. Fans sprachen gar schon vom Ende der einst glorreichen Horrorreihe.

Doch im Februar 2012 erregte ausgerechnet ein Spiel für Nintendos Handheld-Konsole 3DS die Aufmerksamkeit der Resi-Anhänger: Resident Evil: Revelations. Weil sich der Survival-Shooter auf die Wurzeln der Serie besann und subtilen Horror der brachialen Action vorzog. Nun reicht Capcom die Großkonsolen-Umsetzung des 3DS-Spiels nach. Und wir fragen uns: Kann Revelations den angekratzten Ruf der Serie reparieren? Und wie sieht’s mit der technischen Umsetzung aus?

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Was bisher geschah

Ruhe bewahren und gut zielen. Nur wenn wir Schwachstellen treffen, zwingen wir die Monster in die Knie, ohne allzu viel Munition zu vergeuden.Ruhe bewahren und gut zielen. Nur wenn wir Schwachstellen treffen, zwingen wir die Monster in die Knie, ohne allzu viel Munition zu vergeuden.

Im Jahr 2004 ist die auf dem Mittelmeer errichtete Stadt Terragrigia ein Vorzeigemodell für die Metropole der Zukunft. Doch damit ist es vorbei, als die Terrororganisation Veltro das gesamte Gebiet einem heimtückischen Virus aussetzt. Die Stadt wird daraufhin dem Erdboden gleichgemacht.

Ein Jahr später sollen die B.S.A.A.-Agenten Jill Valentine und Parker Luciani an der Küste merkwürdige Kadaver untersuchen, die von einem bösartigen Erreger befallen sind – ein Relikt aus Terragrigia? Doch das ist nicht das einzige Problem, denn schon kurz darauf müssen wir uns auf die Suche nach Jills Ex-Partner und Serien-Urgestein Chris Redfield machen, der auf dem mysteriösen Kreuzfahrtschiff Queen Zenobia verschwunden ist. Ein Schelm, wer da einen Zusammenhang vermutet.

Was der Auftakt verspricht, wird von der rund zehn Stunden umfassenden Kampagne gehalten. Revelations erzählt eine durchgehend spannende Geschichte, die durch aufwändig animierte Zwischensequenzen vorangetrieben wird und so manche Überraschung parat hält. Dass Revelations ursprünglich ein Handheld-Spiel war und die zwölf Episoden daher auf rund 20- bis 40-minütige, für die U-Bahn bestens geeignete Story-Häppchen aufteilt, tut auch der Konsolenfassung gut. Dadurch präsentiert sich das neue Resident Evil nämlich wie eine straff erzählte Horror-Serie, die am Ende jeder Folge mit einem motivierenden Cliffhanger aufwartet. Den enormen Umfang eines Resident Evil 6 mit seinen vier Kampagnen nebst Koop-Modus besitzt Revelations dadurch allerdings nicht.

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Nur noch eine im Lauf

Spielerisch orientiert sich Revelations an den frühen Serienteilen, allen voran an Resident Evil 4: Wir steuern Jill (später auch andere Charaktere wie Chris oder Parker) aus der Schulterperspektive durch meist dunkle Räume und Korridore, grasen die Umgebung nach Gegenständen und Hinweisen ab und legen uns mit infiziertem Gesocks an.

Solche brachialen Actioneinlagen kommen zwar selten vor, wollen aber trotzdem nicht so recht ins Spiel passen.Solche brachialen Actioneinlagen kommen zwar selten vor, wollen aber trotzdem nicht so recht ins Spiel passen.

Anders als in Resident Evil 5 und 6 setzt Capcom die Gegner aber nicht als billiges Kanonenfutter ein. Stattdessen wurden die Zombies behutsam-sporadisch in den Levels verteilt. Das sorgt in Verbindung mit der stets akuten Munitionsknappheit für wohligen Nervenkitzel und erinnert angenehm an die gute alte Resi-Zeit. Ärgerlich hingegen, dass Revelations trotzdem nicht ohne die eine oder andere Actioneinlage auskommt, in der wir minutenlang auf anstürmende Gegner ballern. Das kommt zwar selten vor, reißt uns aber dennoch jedes Mal aus der ansonsten grandiosen Horror-Stimmung.

Wie früher suchen wir jeden Winkel penibel nach Munitionspäckchen und Heilkräutern ab, was viel Spaß macht und durch den neuen Genesis-Scanner einfacher von der Hand geht. Schade hingegen, dass Capcom das umfangreiche und daher sehr motivierende Upgrade-System für Waffen und Talente im Vergleich zu den Vorgängern drastisch ausgedünnt hat. Das serientypische Kombinieren grüner, gelber und roter Heilkräuter haben die Entwickler gar komplett gestrichen.


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