Resident Evil: Revelations 2 - Episode 1 im Test - Willkürliche Vierteilung

Capcoms neuestes Gruselabenteuer Resident Evil: Revelations 2 kommt mit Koop-Mechaniken und im Episodenformat daher. Beim Test der ersten Folge können wir jedoch keinen guten Grund für diese Neuerungen feststellen.

von Sebastian Stange,
24.02.2015 09:00 Uhr

Resident Evil: Revelations 2 - Episode 1 im Test Resident Evil: Revelations 2 - Episode 1 im Test

Wenn ihr mal wieder einen schlechten Tag habt, dann denkt einfach an Claire Redfield. Die junge Dame erlebt in Resident Evil: Revelations 2 ihren mittlerweile sechsten Videospieleinsatz. Und der beginnt mit einem wirklich schlechten Tag: Eben noch amüsiert sich Claire auf einem Empfang bei ihrem neuen Arbeitgeber, der Hilfsorganisation Terrasave, und schon im nächsten Moment fällt der Strom aus und bewaffnete Truppen stürmen den Saal, nur um Claire zu betäuben und zu verschleppen.

Die Lage, in der sie erwacht, ist derart mies, dass wir uns direkt wieder schlafen legen würden: Claire befindet sich zusammen mit ihrer Freundin Moira in einem verrotteten Gefängnis, in dem allem Anschein nach menschenverachtende Experimente stattgefunden haben. Eine mysteriöse Wärterin beobachtet das Duo mit Kameras, und obendrein schlurft allerlei Monstergesocks durch die verfallenen Flure der Haftanstalt, die sich zu allem Überfluss auch noch auf einer Insel befindet. Das neueste Resident Evil beginnt klassisch.

Achtung, Episodenformat!
Ähnlich wie Telltales Adventurespiele wird Resident Evil: Revelations 2 zunächst in einzelnen Download-Episoden veröffentlicht. Ab dem 25. Februar erscheinen die vier »Folgen« des Spiels im wöchentlichen Rhythmus. Erst danach kommt eine Komplettfassung in den normalen Handel.

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Duo mit zwei Fäusten

In der Theorie wird im Verlauf der etwa zweistündigen Kampagne das »klassischstmögliche« Resident-Evil-Programm abgespult: Wir wehren Gegner ab, suchen aufmerksam die Umgebung ab, um unsere chronisch knappen Munitions- und Medizinvorräte aufzustocken, und hin und wieder ist unser Weg versperrt. Dann ist etwa ein simples Schalterrätsel zu lösen oder wir gehen Umwege, um irgendwo den Strom einzustellen oder Ersatzteile für Mechanismen zu besorgen.

Wenn sich blutrünstige Monster auf unsere Spielfiguren stürzen, wirkt Revelations 2 erfreulich altmodisch.Wenn sich blutrünstige Monster auf unsere Spielfiguren stürzen, wirkt Revelations 2 erfreulich altmodisch.

In der Praxis spielt sich das jedoch alles andere als klassisch, denn es herrscht eine klare Rollenverteilung zwischen Claire und Moira. Während Claire mit Pistole und Schrotflinte auf die Monsterbrut ballert, wehrt sich Moira lediglich mit einer Brechstange. Dafür kann sie mit ihrer Taschenlampe versteckte Items sichtbar machen und einzelne Mutanten blenden, was Claire einen besonders starken Angriff ermöglicht.

Per Tastendruck wechseln wir jederzeit zwischen beiden Rollen hin und her. Die KI der jeweils anderen Spielfigur schlägt sich dabei ordentlich. Dennoch erscheint uns diese Arbeitsteilung als etwas umständlich. Im direkten Vorgänger konnten unsere Spielfiguren beides: kämpfen und die Umgebung untersuchen. Revelations 2 fühlt sich deshalb wie ein kleiner Rückschritt an.

Claire sieht nix : An dieser Stelle sehen wir eine offensichtlich leere Nische zwischen zwei Kisten. Aber das geht uns nur so, wenn wir Claire spielen.Claire sieht nix
An dieser Stelle sehen wir eine offensichtlich leere Nische zwischen zwei Kisten. Aber das geht uns nur so, wenn wir Claire spielen.

Moira findet Items : Wechseln wir zu Moira, erkennen wir ein Glitzern. Mit unserer Taschenlampe machen wir ein Item sichtbar, dass nun auch von Claire aufgehoben werden kann.Moira findet Items
Wechseln wir zu Moira, erkennen wir ein Glitzern. Mit unserer Taschenlampe machen wir ein Item sichtbar, dass nun auch von Claire aufgehoben werden kann.

Auch die Technik des Spiels - wir spielten die Testversion der ersten Episode auf PS4 - ist verbesserungswürdig. Während die Charaktermodelle gelungen sind, wirken die Umgebungen teils etwas detailarm; außerdem nerven deutliche Clipping-Fehler und gelegentliche Ruckler. Und man sieht dem neuesten Serienableger einfach an, dass es sich um einen Crossplattform-Titel handelt, der auch auf den älteren Konsolen funktionieren muss.

Spaß hatten wir in der ersten Episode dennoch, weil der Spielverlauf wie schon beim Vorgänger angenehm altmodisch verläuft und uns die grobe Technik nicht davon abhielt, uns vom Spielgefühl fesseln zu lassen. Wir freuten uns über Kisten mit Vorräten, schwitzten beim Kampf gegen mehrere Gegner, grinsten bei gelungenen Schleichangriffen und empfanden echte Panik, als all unsere Kugeln verschossen, aber noch zwei kolossale Mutanten am Leben waren.

Die Texturen wirken für PS4-Verhältnisse teils arg grob.Die Texturen wirken für PS4-Verhältnisse teils arg grob.


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