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Retro Hall of Fame: Pac-Man

Mit neun Jahren lernt André H. aus G., dass große Pillen dabei helfen können, böse Geister zu vertreiben. Und dass Computerspiele sein Leben bestimmen werden. Eine Beichte!

von André Horn,
09.06.2008 16:14 Uhr

In Versandhaus-Katalogen wurde die »edle Holzoptik« des Atari VCS 2600 angepriesen, für Spieler zählten dagegen die inneren Werte.In Versandhaus-Katalogen wurde die »edle Holzoptik« des Atari VCS 2600 angepriesen, für Spieler zählten dagegen die inneren Werte.

Die heilige Kommunion ist ein einschneidendes Erlebnis im Leben eines jungen Menschen. Man muss zum ersten Mal einen schrecklichen Samtanzug anziehen, wird den ganzen Tag getätschelt und kämpft darum, in den Schwaden der Weihrauch- und Parfüm-Nebel nicht ohnmächtig zu werden. Für André H. aus G. ist dieser Tag im Jahr 1982 aber vor allem bedeutsam, weil ihm zum ersten Mal in seinem Leben ein halbwegs nennenswerter Geldbetrag zur eigenen freien Verfügung steht: 550 Deutsche Mark, um genau zu sein. Wofür die Kohlen investiert werden, steht schon lange fest: ein Atari VCS 2600. Am besten im Bundle mit einem Spiel – wer weiß, wann wieder Geld reinkommt, von einer geregelten Erwerbstätigkeit ist André H. schließlich noch ein paar Jahre entfernt. Die Wahl fällt auf Pac-Man.

In den folgenden Monaten studiert der kleine André die neue Welt, lebt in dem Labyrinth, dass dieses Wundergerät auf den heimischen Bildschirm brennt, kennt jeden Geist mit Namen und träumt nachts vom Wakka-Wakka-Wakka-Geräusch des gefräßigen gelben Helden. »Spielen« ist ein viel zu profaner Ausdruck für das, was in diesen Tagen des Jahres 1982 im Hause H. stattfindet. Wo andere Menschen Engel oder weiße Lichter sehen, sieht André Pac-Man.

Friss oder stirb!

An dieses Bild dürften sich viele Männer aus der Generation +/- 30 mit Wehmut erinnernAn dieses Bild dürften sich viele Männer aus der Generation +/- 30 mit Wehmut erinnern

Wer ist eigentlich dieser Pac-Man? Und was macht er den ganzen Tag? Pac-Man ist ein freundlicher, runder Geselle und lebt in einem Labyrinth, das den gesamten Bildschirm ausfüllt. In den Gängen sind Punkte verteilt, die er komplett aufessen muss, um ein Level zu beenden. Auf dem Bildschirm leben neben Pac-Man vier Geister, die durch die Gänge des Labyrinths streifen. Eine Berührung mit den schwebenden Bettlaken ist tödlich, Pac-Man ist also ständig auf der Flucht. Frisst er aber eine der besonderen Kraftpillen, die in den Ecken des Labyrinths liegen, kann er den Spieß für begrenzte Zeit umdrehen und die Geister verspeisen. Er hat dann für eine Weile Ruhe, bis sich die Gegner neu manifestieren.

Pac-Man ist ein Highscore-orientiertes Spiel, man spielt das gleiche Labyrinth immer und immer wieder, nur die Spielgeschwindigkeit steigt. Das geht so lange weiter, bis Pac-Man sein letztes Leben ausgehaucht oder den magischen Level 255 absolviert hat. Das Original-Pac-Man erschien als Spielautomat, mittlerweile gibt es das Spiel in unzähligen Varianten (unter anderem als Emulator für den PC oder auf Xbox Live Arcade). Ein Erfolg wie Pac-Man zieht zudem natürlich etliche Nachfolge-Spiele nach sich. Das bekannteste: Ms. Pac-Man, mit einem weiblichen, aber nicht weniger gefräßigen Gegenstück zum Original-Helden in der Hauptrolle. Über einige der neueren Ableger, in denen Pac-Man zum 3D-Jump&Run-Helden mutiert, deckt man heute besser den Mantel des Schweigens. Das hat der sympathische Rundling nicht verdient, schließlich haben wir alle ihm einiges zu verdanken.

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