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Second Screen - Zweiter Bildschirm – doppelter Spaß?

Nicht erst seit Nintendos Wii U ist das Thema Second Screen in aller Munde: Die Idee, neben dem Fernseher das Handy, ein Tablet oder ein gesondertes Gerät als Display zu verwenden. Doch bringt das wirklich mehr Spaß? Oder nur unnötige Ablenkung? Eine Bestandsaufnahme.

von Heiko Klinge, Rüdiger Steidle,
29.12.2014 11:19 Uhr

Obwohl der Begriff seinerzeit noch nicht erfunden war, war das N64 das erste System, das auf die Macht des Second Screen vertraute. Mit dem Transfer Pak erschien eine Erweiterung für Nintendos legendäre 3D-Maschine, die einen Datenaustausch mit dem Game Boy erlaubte. So konnten Spieler bei der roten und blauen Pokémon-Edition gefangene Monster oder bei Mario Golf Charakterdaten zwischen den beiden Versionen übertragen.

Für die Dreamcast griff Sega das Schema einige Jahre später erneut auf. Die Visual Memory Unit - kurz: VMU - war eine Speicherkarte, die im Controller von Segas letzter Konsole Platz fand, aber dank Batterieversorgung auch separat unterwegs zum Spielen verwendet werden konnte. Der Clou: Die VMU besaß einen eigenen kleinen Monochrombildschirm und ein Steuerkreuz, mit dem sich diverse Minigames kontrollieren ließen, meist Dreingaben zu "normalen" Dreamcast-Titeln.

Wie beim N64 gab es nicht allzu viele Spiele mit entsprechenden Funktionen und die Minigames gingen selten über das Niveau von Taschenunterhaltung à Tamagotchi hinaus. Nintendo war währenddessen nicht untätig und entwickelte für den Gamecube einen Adapter, mit dem sich der Game Boy Advance als Eingabegerät verwenden ließ. Meistens konnte man auf dem Display des Handheld zusätzliche Informationen ablesen, manche Titel brachten aber eigene Minispiele mit.

N64 Transfer Pak Mit dem Transfer Pak ließen sich Spieldaten zwischen N64- und Gameboy-Spielen austauschen. Zu den geeigneten Titeln zählten Mario Tennis, Pokémon Stadium 1 und 2 sowie Super Robot Wars.

Dreamcast VMU Die Virtual Memory Unit wurde in den Dreamcast-Controller gesteckt, um Spielinformationen anzuzeigen, konnte aber auch separat für diverse Minigames verwendet werden. Das unterstützten aber nur wenige Titel.

PocketStation Ähnlich wie die VMU für die Dreamcast fungierte auch die PocketStation als Speicherkarte für die PlayStation, über die man unterwegs Minispiele genießen konnte. In Japan sehr populär, erschien aber nie offiziell in Europa.

Gamecube Link Cable Das Link Cable bescherte Gamecube-Besitzern die Möglichkeit, einen Gameboy Advance als zusätzlichen Controller zu verwenden. Teilweise ließen sich über das Display des Handheld Menüfunktionen aufrufen.

Cross/Remote Play Dank Cross Buy gibt es bei einigen PS3-Games kostenlos die Vita-Version obendrauf. Und via Cross Play beziehungsweise Remote Play dürfen wir den Handheld als Gamepad einsetzen und Daten tauschen.

Nintendo 3DS Auch eine Art Second Screen: Bei Nintendos DS und 3DS ist das zweite Display essentieller Bestandteil der Konsole. Üblicherweise bezeichnet der Begriff aber das Zusammenwirken separater Geräte.

Bei der Wii U hat Nintendo die Idee schließlich perfektioniert: Das ursprüngliche Gamepad besitzt einen Touchscreen, den viele U-Games als essentielle Erweiterung nutzen: eben nicht nur als alternative Anzeige, sondern als eigenes Spielelement. Nicht zuletzt um die mäßigen Verkaufszahlen der Vita anzukurbeln, wollte Sony als Dritter im Bunde nicht nachstehen und erdachte das Cross-Play-Konzept.

Zu vielen PS3-Titeln gibt es die Vita-Version kostenlos obendrauf. Nicht nur lassen sich Spielstände und Errungenschaften hin und her transferieren, die Vita kann obendrein als Fernbedienung für die PlayStation fungieren.

Telespiel am Telefon

Die meisten Entwickler meinen aber inzwischen etwas anderes, wenn sie von Second Screen oder Companion-Apps reden, wie die Spielerweiterungen oft genannt werden. Titel wie Assassin's Creed 4, Titanfall oder Watch Dogs stützen sich nicht auf plattformgebundene Hardware, sondern setzen stattdessen auf Tablets und Smartphones, um den Spaß auf einen zweites System zu übertragen.

Mit Beyond: Touch können wir Two Souls auch gänzlich ohne Gamepad spielen. Stattdessen tippen wir auf dem Touchscreen unseres Handys oder Tablets herum. Eine nettes Gimmick - mehr aber auch nicht.Mit Beyond: Touch können wir Two Souls auch gänzlich ohne Gamepad spielen. Stattdessen tippen wir auf dem Touchscreen unseres Handys oder Tablets herum. Eine nettes Gimmick - mehr aber auch nicht.

Mit der App für Black Flag beispielsweise schicken wir auch fernab der Konsole unsere Flotte auf Beutezüge und heimsen die Profite anschließend im Hauptspiel ein. Im Add-on für Watch Dogs treten Runner und Hacker gegeneinander an: Die einen versuchen, möglichst schnell mehrere Checkpoints abzufahren, die anderen, sie mit Polizeipatrouillen, Hindernissen und Helikoptern davon abzuhalten. Und bei Titanfall behalten wir mit der dazugehörigen Mobil-Anwendung die Kampfarena im Auge.

Allerdings demonstriert just diese App auch eines der Probleme des Second-Screen-Konzepts: Allzu schnell verlieren wir beim Blick auf die Karte das Spielgeschehen aus dem Auge und stecken unnötige Treffer ein. Auch als PC-Spieler mit Zweitmonitor kennen wir das: Da werden wir von einer E-Mail oder Chatnachricht auf dem Nebenbildschirm gestört, schon hat's uns erwischt. In Multiplayer-Matches können uns derartige Ablenkungen mitunter den Score verderben.

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