SOE-Boss John Smedley - Hält Sandbox-MMOGs für »die Zukunft«, in TESO & Co. würde es »nicht genug zu tun geben«

In seinem Blog beschreibt der Vorsitzende von SOE, John Smedley, warum sich der Hersteller vor allem auf Sandbox-Titel konzentrieren will. Bei anderen MMOGs würden die Inhalte zu schnell ausgereizt.

von Tobias Münster,
12.02.2014 18:42 Uhr

John Smedley sieht die »die Zukunft« des Onlinegamings in Sandbox-Titeln wie EverQuest Next.John Smedley sieht die »die Zukunft« des Onlinegamings in Sandbox-Titeln wie EverQuest Next.

Der Vorsitzende von Sony Online Entertainment, John Smedley, führt in seinem Blog aus, warum seine Firma »die Zukunft« in Sandbox-MMOGs sieht, anstatt in »Content-abhängigen Onlinespielen«. Schließlich befindet sich bei SOE gerade EverQuest Next in Arbeit, bei dem Spieler die Welt mit dem Landmark-Tool maßgeblich mitgestalten sollen.

Durch Spieler selbst generierte Inhalte seien laut John Smedley die einzige Lösung für ein Problem, das mittlerweile die meisten Online-Rollenspiele hätten - nämlich dass der Content viel zu schnell ausgereizt sei. Entwickler kämen gar nicht damit nach, neue Inhalte zu erstellen.

»Meines Erachtens sollte sich die Branche nicht mehr auf das Content-basierte Modell konzentrieren. Warum? Weil es ausgereizt ist. Als es vor 18 Jahren mit diesen Spielen los ging, gab es noch nichts Vergleichbares. Spieler waren einfach begeistert darüber, Teil einer virtuellen Welt zu sein, und jede Form von Inhalten war spannend. […] Mittlerweile aber sind wir an einem Punkt angelangt, an dem Spieler jeden Content praktisch direkt nach dem Release absolvieren. Man kann alle Inhalte auf einer Reihe von Websites einsehen die voller Spoiler sind, selbst inklusive der Beutewahrscheinlichkeiten.«

Laut John Smedley dürfte diese Entwicklung auch Bethesdas MMORPG The Elder Scrolls Online zum Verhängnis werden - wie schon Star Wars: The Old Republic zuvor. Mittlerweile sei es nämlich kaum aufzuholen, was World of Warcraft an Content zu bieten hat.

»Das ist ein Problem, dem wir uns alle stellen müssen. Als Spieleentwickler müssen wir uns damit abfinden, dass wir nicht mehr nur mit dem Content zum Launch von WoW konkurrieren. Dort gibt es jetzt neun Jahre davon. Das ist eine abschreckende Angelegenheit. Das Genre wird kaum zugänglich, da es kaum möglich ist, diesen Kampf zu gewinnen. Versteht mich nicht falsch … nur jemand der ganz tief in die Tasche greift, könnte es immer noch schaffen. TESO scheint ja diesem Content-Modell zu folgen und wird sicherlich eine Menge Spieler haben. Aber ich wette, es wird das Problem haben wie schon SWTOR. Es wird einfach nicht genug zu tun geben.«

Einen Gegenentwurf erkennt John Smedley bei EVE Online von CCP, bei dem es sich um ein »glänzendes Beispiel« für ein gelungenes Sandbox-MMOG handele.

»Dort gibt es ein so genial entworfenes System, in dem die Spieler die Kontrolle über so ziemlich den gesamten Spielverlauf haben. Natürlich gibt es auch eine Menge [von den Entwicklern] erstellten Content, der sich absolvieren lässt. Aber alles was wirklich wichtig ist, liegt in der Hand der Spieler.«

Laut John Smedley wolle Sony Online Entertainment »diesen Weg lieber früher als später einschlagen«. Der Hersteller scheint zukünftig also nicht nur bei EverQuest Next vor allem auf das Sandbox-Spielprinzip setzen zu wollen.

»Wir werden natürlich auch weiterhin noch tolle Inhalte für die Spieler erstellen. Aber wir werden uns auch daran versuchen, die Spieler so weit wie möglich in die Spielmechaniken einzubinden. Je mehr Sandbox-Inhalte wir gestatten könnten, desto weniger vorhersehbar wird die Spielerfahrung.«

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