Sonic Adventure im Test - Test für XBLA

Igel Sonic erhebt sich aus den Tiefen der Dreamcast-Ära. Klassiker oder lahmer Oldie: Macht die High-Speed-Hüpferei auch heute noch Spaß?

von Patrick Mittler,
16.09.2010 17:20 Uhr

Damals, vor mehr als zehn Jahren, als Sega noch Konsolen baute, katapultierte Sonic Adventure den blauen Speed-Igel spektakulär in das neue 3D-Zeitalter. Fans und Kritiker waren begeistert: das Spieltempo ging ab wie Schmidts Katze, Grafik sowie Effekte waren Top und der fetzige Soundtrack sorgte für passende Untermalung. Warum die Vergangenheitsform? Weil das veraltete Sonic Adventure nun als Downloadgame seine Wiederauferstehung feiert, das frühere Lob aber hinfällig ist. Der Sonic-Zombie zeigt vor allem, dass manche Oldies mit dem Alter immer schlechter werden und Sega schon lange kein wirklich gutes 3D-Sonic mehr abgeliefert hat.

Musikuntermalung und Spielgeschwindigkeit sind zwar noch immer ganz passabel, jedoch ist der Lack der Grafik eindeutig ab. Hat eine 2D-Retro-Optik noch einen gewissen Charme, fehlt dieser bei Spielen aus dem frühen 3D-Zeitalter komplett. Sonic Adventure sieht einfach nur mehr klobig und alt aus. Ohne die Grafik-Blenderei fallen bestehende Mängel noch viel stärker ins Gewicht. Leider hat sich in zehn Jahren nichts getan: Noch immer bleibt die Kamera mit Vorliebe an den seltsamsten Positionen hängen und zeigt gern das Innenleben der 3D-Modelle. Während unseres Tests hat Sonic allein im ersten Level zig Male das Zeitliche gesegnet, weil der Igel einfach durch Wände fällt oder Steuerung und Kollisionsabfrage nur ungenügend funktionieren.

So merkt ihr schnell: Eigentlich ist Sonic Adventure hinten und vorne fehlerhaft. Frust ist definitiv vorprogrammiert, auch weil die Geschichte in Zwischensequenzen nur mangelhaft zusammengehalten wird und die vielen Sidekicks wie Tails, Knuckles oder Big the Cat wenig bis unerwünschte (Fischen mit Big!) Abwechslung bringen. Die XBLA-Version von Sonic Adventure wirkt so wie eine schlechte Emulation, die einfach nur auf der Xbox 360 laufen soll. Sinnvolle Verbesserungen gibt es nicht. Sogar für Sonic-Fanboys gilt deshalb: Wer Sonic Adventure seit Dreamcast-Zeiten nicht mehr gespielt hat und wieder Lust verspürt, sollte sich zuerst die Probeversion laden und selbst überprüfen, ob die nostalgischen Gefühle wieder zünden.

Sonic Adventure

Preis:

ca. 10 Euro (800 Punkte)

Spieler:

einer

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

1,49 GB

Entwickler:

Sega

Hersteller:

Sega

USK:

ohne Altersbeschränkung

Wertung:

*


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