Sony und Microsoft - Schlagabtausch - Führungskräfte im Interview

Kaz Hirai und Aaron Greenberg führen teils unfreiwillig komische Verbalschlacht.

von Daniel Feith,
21.01.2009 17:23 Uhr

Produktverantwortliche bei konkurrierenden Konsolenherstellern haben naturgemäß verschiedene Ansichten über den Videospielemarkt jetzt und in der näheren Zukunft. Ein schönes Beispiel dafür ist die Meinungsverschiedenheit, die Sony und Microsoft in diesen Tagen über verschiedene Onlinemagazine austragen.

Den Anfang machte der Chef von Sony Computer Entertainment Kaz Hirai, der im Interview mit dem Official PlayStation Magazine versuchte, die nach seiner Sicht marktbeherrschende Stellung der PlayStation 3 zu begründen:

"Ich beziehe das hier nicht auf irgendwelche Zahlen oder wessen Konsole am meisten verbreitet ist (...) aber ich denke, dass wir weiter Marktführer bleiben. (...) Zu Nintendo etwas zu sagen ist schwer, weil wir ihre Konsole nicht als Konkurrenz sehen. Sie sind in der einen Welt, wir in einer anderen - so sehe ich das. (...) Was die Xbox 360 angeht, da fällt mir kein passendes Wort ein. Es müsste ein Wort geben, das etwas beschreibt, dem es an Langlebigkeit mangelt."

Hirai erklärt weiter, dass die PlayStation 3 auf einen Lebenszyklus von 10 Jahren ausgelegt ist. Er sei optimistisch, dass zu dessen Ende die PlayStation 3 die am weitesten verbreitete Konsole sei. Wie Hirai die anvisierte 10-jährige Lebensspanne der PS3 allerdings mit ihrer bekannt kniffligen Programmierung in den Kontext setzt, ist allerdings kaum zu glauben:

"Wir haben nicht die einfach zu programmierende Konsole gebaut, die die Entwickler haben wollen. Das würde ja bedeuten, dass jeder die Hardware ziemlich schnell ausreizen könnte. Was natürlich die Frage aufwirft, was man die verbleibenden neuneinhalb Jahre machen soll. (...) Es ist, naja nicht ganz ein zweischneidiges Schwert. Die PlayStation 3 ist schwer zu programmieren und viele sehen das als negativ, aber andersherum gesehen bedeutet das, dass in der Hardware noch viel mehr drinsteckt."

Die Seitenhiebe auf die Xbox 360 ließ Aaron Greenberg, Microsofts Chefproduktmanager für die Xbox 360 natürlich nicht auf sich sitzen. Der Seite The Bitbag sagte Greenberg:

"Das klingt alles stark nach einem alten Hardwarehersteller, der mit seiner Marktposition zufrieden ist. Leider geht diese Einstellung an der Industrie und den Kunden vorbei. Die heutige Generation erreicht man nicht über technische Daten sondern über Innovation bei Software und Onlineanbindung. Dies ist genau unsere Stärke und macht den Konsolen zu einem Heimspiel für uns. Ich bin zuversichtlich, dass wir die PlayStation 3 durchgehend schlagen werden, da wir die breiteste Spielebibliothek aufbauen und unsere Onlinenetzwerk weiter ausbauen werden."


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