Sony-Werbung abgemahnt

von Gunnar Lott,
19.04.2004 10:55 Uhr

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat Sony wegen seiner Werbebriefe im Stil der US-Armee abgemahnt. Die bräunlichen Umschläge mit einem Poststempel der Army und einem "blutgetränkten" Stofffetzen seien sittenwidrig, kritisierte die Zentrale am Freitag in Bad Homburg. Sony hatte damit für das neue Spiel Socom II geworben.

"Bei dieser Werbung geht es nicht allein um Fragen des guten Geschmacks, sondern vielmehr um die Täuschung des Verbrauchers über den Charakter der Zusendung", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Hans-Frieder Schönheit. Der Brief erwecke den Eindruck, dass ein Angehöriger oder Freund aus dem Krisengebiet Irak um Hilfe bitte. Der Stofffetzen trage die Aufschrift: "Wir stecken in der Scheiße - hol uns hier raus." Die Briefe, die keinen Hinweis auf den Absender tragen würden, stammten von der Sony Computer Entertainment Deutschland GmbH (Neu-Isenburg).

Die Wettbewerbszentrale hat nach eigenen Angaben zahlreiche Beschwerden erhalten. Man habe Sony in der Abmahnung aufgefordert, die Werbung einzustellen und sich zur Unterlassung zu verpflichten. Sonst will die Zentrale eine einstweilige Verfügung bei Gericht beantragen, die mit einer Geldstrafe von bis zu 250.000 Euro verbunden ist.

Sony sieht die Sache anders: Man habe nur registrierte Käufer von Socom I angeschrieben, die zudem alle über 16 Jahre alt seien. Davon abgesehen sei die Aktion ohnehin bereits abgeschlossen. Sony selber habe auf seine 15.000 Aussendungen nur 15 Beschwerden bekommen, alle Beschwerdeführer würden persönlich kontaktiert.


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