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Auf geht's

Spiel auf Zeit - Special - Zeitreisen in Videospielen

In Spielen dienen Zeitreisen nicht nur als hübscher Story-Aufhänger – manchmal wird die Manipulation der vierten Dimension auch zum komplexen Spielelement.

von Stephan Freundorfer,
28.06.2010 17:11 Uhr

Der Roman “Die Zeitmaschine” von H.G.Wells begründete das Genre und inspiriert seit über hundert Jahren Schriftsteller, Filme- und Spielemacher. Die erste Verfilmung von 1960 ist ein Klassiker, das 2002er-Remake mittelprächtig.Der Roman “Die Zeitmaschine” von H.G.Wells begründete das Genre und inspiriert seit über hundert Jahren Schriftsteller, Filme- und Spielemacher. Die erste Verfilmung von 1960 ist ein Klassiker, das 2002er-Remake mittelprächtig.

Man muss gar nicht so weit in die Vergangenheit reisen, um dem Erfinder der Zeitmaschine beim Schöpfungsakt über die Schulter blicken zu können. 1895 erschien H.G. Wells‘ "The Time Machine" – ein Roman, der nicht nur ein düsteres Bild der Zukunft von Erde und menschlicher Gesellschaft zeichnete, sondern der seither unzählige Kreative zur Beschäftigung mit dem Thema Zeitreise inspirierte. Dabei waren und sind es vor allem die Science Fiction-Autoren, die zeitreisende Menschen zu den Hauptfiguren ihrer oft sozialkritischen, philosophischen, zum Nachdenken anregenden (und selten einfach nur unterhaltsamen) Geschichten machen. Heinlein, Bradbury, Asimov, Silverberg, Vonnegut – die Großmeister des Genres spielen nur allzu gerne mit der Idee, sich nach Belieben auf der Zeitachse zu bewegen, am eigenen Leibe Prähistorie und Mittelalter zu erleben oder einen Blick in die Zukunft der Menschheit zu erhaschen. Und sie bringen den Leser regelmäßig ins Grübeln: Die Zeitreise ist eine Brutstätte für „Was wäre wenn“-Gedankenexperimente und Paradoxien – und die werden wiederum nicht nur ganz ernsthaft in der theoretischen und Quantenphysik diskutiert bzw. gelöst, sondern finden sich auch gerne in Spielen wieder, wo sie für überraschende Situationen sorgen oder sogar die Grundlage spannender Geschichten liefern.

Enkel außer Kontrolle

Das SNES- und DS-RPG Chrono Trigger dreht sich ganz um das Thema Zeitreise: Auf dem Jahrmarkt wird eine Prinzessin aus Versehen in die Vergangenheit gebeamt, der Hauptcharakter folgt und trifft dort z.B. auf die Vorfahren seiner Freundin. Das SNES- und DS-RPG Chrono Trigger dreht sich ganz um das Thema Zeitreise: Auf dem Jahrmarkt wird eine Prinzessin aus Versehen in die Vergangenheit gebeamt, der Hauptcharakter folgt und trifft dort z.B. auf die Vorfahren seiner Freundin.

Das populärste Beispiel für so eine Zeitreisen-Absurdität ist das Großvater-Paradoxon: Was wäre, wenn man in die Vergangenheit reisen und seinen Opa vor der Zeugung seines Vaters töten würde? Dieser Gedanke lässt nicht nur auf zerrüttete Familienverhältnisse schließen, sondern ist auch zutiefst verwirrend: Würde man seinen Vorfahren umbringen, käme es nicht zur eigenen Geburt, was wiederum die Zeitreise verhinderte und auch den Mord, wodurch man doch geboren würde… und so weiter und so fort. Auf der Leinwand ist es Michael J. Fox, der in „Zurück in die Zukunft“ als Marty McFly am prominentesten mit dieser Problematik konfrontiert wird (statt dem Opa etwas anzutun, zerstört er allerdings nur beinahe das Liebesleben seiner Eltern), auf dem Bildschirm wird z.B. in Chrono Trigger mit diesem Paradoxon gespielt. In Squares herrlichem Japano-RPG, dessen Remake auf Nintendo DS erschien, wird Prinzessin Marle 400 Jahre in die Vergangenheit teleportiert, wo man sie mit ihrer Vorfahrin, der entführten Königin Leene verwechselt. Da daraufhin die Suche nach der echten Königin eingestellt wird und deren Ermordung durch die Kidnapper droht, entschwindet Marle auf schmerzhafte Weise zwischen die Dimensionen – schließlich würde sie nie geboren. Um das zu verhindern, macht sich Held Cronos auf die Suche nach der entführten Königin, bringt sie zurück und rettet dadurch die Prinzessin der Chrono Trigger-Gegenwart – was allerdings erst den Anfang einer facettenreichen Geschichte markiert. Wie eine ganze Reihe von Spielen nutzt Chrono Trigger (und der ungemein komplexere PSone-Nachfolger Chrono Cross) die Zeitreise weniger als spielmechanisches, sondern vornehmlich als erzählerisches Element. Man springt mit seiner Heldengruppe nicht wild zwischen den Zeiten umher (wenngleich man im späteren Spielverlauf in den Besitz der Zeitmaschine ‚Epoch‘ kommt) und versucht durch Aktionen in der Vergangenheit die Gegenwart zu den eigenen Gunsten zu gestalten, sondern besucht zur Rettung der Welt in recht linearer Weise ein halbes Dutzend verschiedener Epochen.

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