Spielemesse E3 - Offiziell: E3 2009 wieder im alten Format

Die Zeit der Experimente ist vorbei: Die E3 kehrt zu der Form zurück, mit der sie groß geworden ist.

von Christian Merkel,
23.10.2008 11:05 Uhr

2009 wird vom 2. bis 4. Juni die Spielemesse Electronic Entertainment Expo (E3) stattfinden. Nachdem der US-Spieleherstellerverband Entertainment Software Association (ESA) in den letzten beiden Jahren das Format der Messe radikal geändert hatte und damit wenig Erfolg hatte, wird laut einer offiziellen Ankündigung der ESA nächstes Jahr eine E3 nach altem Strickmuster stattfinden. Das heißt: Wie bei normalen Fachmessen sind alle Vertreter der Branche eingeladen, diesen Event zu besuchen. Für die E3 sind das alle Leute, die in der Spieleindustrie arbeiten, Journalisten aus dem In- und Ausland, Analysten, Spieleverkäufer, Entwickler und deren Geschäftspartner. Wie eine Spielemesse mit allen relevanten Fachbesuchern aussehen wird, fasst der Ubisoft-Amerika-Chef Laurent Detoc zusammen: "Die Größe der Videospieleindustrie hat sich seit 2006, als wir die letzte echte E3 hatten, verdoppelt. Deswegen machen Sie sich auf ein Feuerwerk gefasst!"

Im Jahr 2005 und 2006 waren zwischen 60.000 und 70.000 Fachbesucher in den Hallen des Los Angeles Convention Center unterwegs. Dummerweise ist das Messegelände in LA nicht so geräumig wie etwa in Leipzig. Wegen der Enge wurde die E3 sowohl von ausstellenden Firmen als auch den Besuchern häufig kritisiert. Eine vernünftige Berichterstattung war für Journalisten zum Beispiel nur mit einer effizienten Vorab-Planung möglich. Außerdem klagten die Aussteller über horrende Kosten. Dies scheint aber mittlerweile egal zu sein, da in den letzten beiden Jahren die E3 ihren Charakter als Leitmesse verloren hatte. Außerdem verspricht der Chef der ESA Michael D. Gallagher: "Der Umfang, der Fokus und die Qualität der Änderungen, die wir vorgenommen haben, werden die E3 zu einem Pflichttermin machen." Selbst die früheren E3-Skeptiker von Electronic Arts freuen sich auf eine gute alte E3. EA-Chef John Riccitiello kommentiert: "Die E3-Messe wird die überragende nordamerikanische Spieleshow werden. Der neue und größere Event ist besser für Industrievertreter und ernsthafte Spieler."

Die ESA hat 2007 große Änderungen an der Messe vorgenommen. Anstatt jedem Vertreter der Messe den Zugang zu gestatten, hat der Verband mit der Hilfe der Spielehersteller nur noch wenige tausend Journalisten eingeladen. Außerdem wurde, um Kosten zu sparen, der Standort in einen Hangar in Santa Monica und mehrere Hotels in der Umgebung verlegt. 2008 fand die gesamte Veranstaltung wieder im gewohnten Los Angeles Convention statt. Da aber weiterhin nur wenige Teilnehmer zugelassen waren, glich die E3 2008 eher einem Friedhof: Tummelten sich 2006 noch 70.000 Menschen auf der Messe, verliefen sich jetzt in den gleichen Räumlichkeiten circa 6000 Leute.


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