Star Wars - Fragwürdiges Kickstarter-Projekt zu Open-World-Rollenspiel eingestellt

Ohne Lizenzen, ohne Erfahrungen und ohne Qualifikationen: Ein 20-Jähriger aus den USA plant ein Open-World-Rollenspiel auf Basis der Star-Wars-Marke und sucht deshalb bei Kickstarter nach Unterstützern und Investoren. Mittlerweile wurde das Projekt eingestellt.

von Tobias Ritter,
06.01.2016 09:13 Uhr

Ein selbsternannter Star-Wars-Fan möchte ein Star-Wars-Rollenspiel mit offener Spielwelt entwickeln - und hat weder die notwendigen Lizenzen noch irgendwelche Erfahrungen im Bereich der Spielentwicklung.Ein selbsternannter Star-Wars-Fan möchte ein Star-Wars-Rollenspiel mit offener Spielwelt entwickeln - und hat weder die notwendigen Lizenzen noch irgendwelche Erfahrungen im Bereich der Spielentwicklung.

Update vom 8. Januar 2016: Überraschend dürfte das wohl niemanden: Das Kickstarter-Projekt zum unautorisierten Open-World-Rollenspiel auf Basis der Star-Wars-Markewurde vorzeitig beendet. Der Initiator, der 20-jährige Devin Tripp, entschuldigt sich vorsorglich bei Disney für die Nutzung von Logo und Name des Konzerns, betont jedoch, nie offiziell abgemahnt oder dazu aufgefordert worden zu sein.

Er mache dies allein aus Respekt gegenüber Disney und wolle nicht, dass die ganze Sache zu groß werde. Schließlich sei er auch ein großer Fan der Filmreihe Fluch der Karibik:

"Ich wollte schon immer Captain Jack sein, aber ich denke, dass Herr Depp einfach zu gut ist um einfach ersetzt zu werden."

Die Schuld für das vorzeitige Scheitern seines Projekts sieht Tripp derweil bei seinen Kritikern: Es sei doch sehr verstörend, dass man ihn habe verpetzen wollen. Und gewissermaßen auch ironisch - schließlich sei Disney doch auch erst entstanden, weil Walt Disney einen Traum gehabt habe. Genau wie er also, so Tripp.

Irgendwann, da ist sich der 20-Jährige sicher, werde es aber trotz alledem ein Spiel von Disney, Electronic Arts, LucasFilm, BioWare oder sonst jemandem geben, das genauso sein werde wie das, was er beschrieben habe.

Abschließend entschuldigt sich Tripp dann noch für die ganzen Rechtschreib- und Tippfehler in seiner Projektbeschreibung (»Obi Jim Kenobi«). Er habe den Text auf seinem Smartphone geschrieben, während er in einem Restaurant gewesen sei. Und einen letzten Rat an die Welt hat Tripp dann auch noch parat:

"Die Kernessenz dieser ganzen Kickstarter-Sache ist doch, die eigenen Träume nicht nur Träume sein zu lassen. Man sollte nicht immer von morgen reden, sondern es genau jetzt machen."

Ursprüngliche Meldung: Dieses Projekt zeugt entweder von grenzenloser Naivität oder von krimineller Energie: Ein 20-jähriger angeblicher Star-Wars-Fan namens Devin Tripp hat vor wenigen Tagen eine Kickstarter-Kampagne zu einem Open-World-Rollenspiel auf Basis der populären Marke von Lucasfilm und Disney gestartet.

Abgesehen davon, dass Tripp wohl kaum die notwendigen Rechte und Lizenzen für ein derartiges Videospiel-Projekt haben dürfte (die liegen nämlich exklusiv bei Electronic Arts), fehlt es ihm auch an einem detaillierten Konzept. Auf der entsprechenden Kickstarter-Projektseite ist lediglich ein längerer Text mit groben Wunschvorstellungen - etwa, dass ein gutes Star-Wars-Rollenspiel wie Fallout 4 oder The Witcher 3 sein müsse.

Zu guter Letzt kann Tripp noch nicht einmal irgendetwas zählbares zu seinem Projekt beitragen: Eigenen Angaben zufolge ist er weder ein besonders guter Programmierer noch hat er irgendetwas mit Grafikgestaltung am Hut. Deshalb möchte er einige professionelle Entwicklern anheuern - und für die benötigt er seinen Aussagen zufolge eben das Kickstarter-Geld.

Trotz der mehr als dürftigen Projektbeschreibung, der mangelnden Qualifikation des Kampagnen-Initiators und des komplett fehlenden Entwicklerteams hat die Kickstarter-Kampagne bereits 76 Unterstützer, die insgesamt über 16.000 US-Dollar gespendet haben. Das angepeilte Ziel von 200.000 US-Dollar liegt dennoch in weiter Ferne.

Immerhin: Kickstarter zahlt das Geld erst aus, wenn dieses Ziel auch erreicht ist. Bleibt also nur zu hoffen, dass dem selbsternannten Projektleiter nicht noch mehr Leute auf den Leim gehen. Ist der Zielbetrag nämlich erst einmal erreicht und ausgezahlt, tut sich die Crowd-Funding-Plattform erfahrungsgemäß äußerst schwer damit, den Betrügern Einhalt zu gebieten.

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