Studie - Schlechte Schulnoten durch Videospiele?

KFN veröffentlicht fragliche Forschungsergebnisse.

von Denise Bergert,
18.02.2008 09:35 Uhr

Einer aktuellen Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) zufolge führen Fernseher sowie Konsolen und Computer in Kinderzimmern zu schlechten Schulnoten. Dieser Einfluss konnte vor allem bei Jungen sowie Kindern aus sozial schwachen Familien und Migranten festgestellt werden.

Unter dem Titel „Die Pisa-Verlierer – Opfer ihres Medienkonsums“ versucht die Studie einen Zusammenhang zwischen dem Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen und ihren Zensuren herzustellen. Besonders kurios: Die Untersuchung kam auch zu dem Schluss je brutaler die Inhalte von Filmen und Spielen seien, desto schlechter seien auch die Noten der Schüler. Diese "Erkenntnis" dürfte also wieder Wasser auf die Mühlen der ewig klagenden "Killerspiel"-Gegner geben.

In einem Experiment wurde ein Teil der Kinder gebeten, eineinhalb Stunden ein gewalthaltiges Spiel zu spielen, ein anderer Teil sollte sich mit virtuellem Tischtennis befassen. Das Ergebnis zeigte laut KFN, dass erstere Gruppe anschließend erheblich mehr Probleme hatte, Mathematikaufgaben zu lösen als die zweite Gruppe. Aber auch das Bildungsniveau der Eltern habe einen erheblichen Einfluss auf die schulischen Leistungen der Kinder sowie ihre Spielesammlung. Viertklässler aus Elternhäusern mit geringem Bildungsniveau gaben dabei achtmal häufiger an, Spiele ohne Jugendfreigabe zu spielen.

Für die KFN-Studie wurden 5 500 Viertklässler und 17 000 Neuntklässler befragt. In die Ergebnisse wurden auch eine seit 2005 laufende Untersuchung mit über 1000 Berliner Kindern sowie ein Experiment zum Zusammenhang zwischen Freizeitbeschäftigung und Konzentrationsleistung mit einbezogen.


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