Super Mario Maker im Test - Mariocraft

Das Mario-Spiel, das niemals endet: Im Test zu Super Mario Maker entdecken wir nicht nur unsere eigene Kreativität, sondern auch die von Tausenden anderen. Trotzdem ist der Baukasten nicht für jeden geeignet.

von Ann-Kathrin Kuhls,
02.09.2015 16:00 Uhr

Super Mario Maker - Überblicks-Trailer: Alle Features von Mario Super Mario Maker - Überblicks-Trailer: Alle Features von Mario

Warum wir keine Wertung geben
Super Mario Make ist kein Spiel, sondern ein Editor. Dementsprechend können wir auch nicht die Maßstäbe ansetzen, die wir normalerweise bei der Bewertung von Spielen berücksichtigen. Balance, Spieldesign und Atmosphäre liegen schließlich ganz bei uns beziehungsweise in den Händen der Community.

Alle Super-Mario-Spiele hatten vor allem ein großes Problem: Irgendwann waren sie durchgespielt. Doch die düsteren Zeiten der begrenzten Level sind jetzt vorbei: Der Super Mario Maker ist ein Leveleditor, mit dem wir unsere ganz persönlichen Klempner-Abenteuer erschaffen können. Inklusive sämtlicher Feinde, Items und alten Bekannten aus Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World und New Super Mario Bros. U.

Aber eine starke Marke und ein Haufen Gegenstände machen noch keinen guten Editor. Was haben wir für Möglichkeiten? Wie will uns der Super Mario Maker bei der Stange halten? Und reicht das aus, um mit etablierten Spielebaukästen wie Minecraft oder Little Big Planet mithalten zu können?

Präzise platzierte Piranha-Pflanzen

Eine wichtige Sache vorweg: Beim Mario Maker steht uns nicht sofort das ganze Arsenal des Marioversums zur Verfügung. Nur wenn wir mindestens fünf Minuten am Tag mit dem Bauen eines Levels verbringen, bekommen wir am nächsten Tag neue Inhalte dazu. Im Tutorial beginnen wir zunächst mit einem sehr grundsätzlichen Level, der uns erklärt wird, wie der Mario Maker grundsätzlich zu bedienen ist.

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Mit dem Wii-U-Gamepad können wir in einem bereits vorgefertigten Level nach Herzenslust die Blöcke umstellen, Feinde hinzufügen oder Goldmünzen einsetzen. Dazu tippen wir den dementsprechenden Block einfach mit dem Touchpen an und schieben ihn nach links, rechts, oder schmeißen ihn komplett aus dem Spiel.

Die Bedienung mit dem Touchpad verschafft dem Mario Maker einen echten Vorteil gegenüber anderen Leveleditoren auf der Konsole. Eingaben gehen mit dem Touchpen viel schneller und präziser von statten, als wenn sie erst mühevoll mit dem Stick und dem Steuerkreuz ausgewählt werden müssen. Praktischerweise können wir jederzeit per Knopfdruck vom Bau-in den Spielmodus wechseln und nachsehen, ob unsere kreativen Ideen auch in der Praxis funktionieren.

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Natürlich ist es schick, ein riesiges Herz aus Gumbas zu bauen. Das fällt allerdings wie ein Kartenhaus in sich zusammen, sobald mit Beginn des Spiels die Schwerkraft einsetzt, und begräbt unseren Mario unter einem Berg bösartiger brauner Knubbelmonster. Game Over.

Mehr Komfort hinter Gittern

Die Bedienung ist kinderleicht, binnen weniger Minuten schustern wir unser erstes eigenes Level zusammen. Alternativ bearbeiten wir die vorgefertigten Levels.Die Bedienung ist kinderleicht, binnen weniger Minuten schustern wir unser erstes eigenes Level zusammen. Alternativ bearbeiten wir die vorgefertigten Levels.

Auch Entfernungen lassen sich am besten einschätzen, wenn wir nach dem Einsetzen einer Plattform sofort testen, ob unser Mario überhaupt so weit springen kann. Da die gesamte Spielwelt im Baumodus mit einem Gitternetz unterlegt ist, entwickeln wir schnell ein Gefühl für die spielerischen Grundregeln eines Mariolevels und können Sprungreichweiten fortan auf Basis der Kästchen kurzerhand ausrechnen.

Sofern wir also auch nur über ein annehmbares räumliches Vorstellungsvermögen verfügen, schustern wir so innerhalb weniger Minuten ein komplettes Level zusammen. Wir haben zwar schon im Tutorial die Möglichkeit, sämtliche vorgefertigten Strukturen zu löschen und komplett von Null anzufangen, gerade am Anfang lohnt es sich jedoch, erst einmal das eine oder andere Level umzuformen, um zu erfahren, was mit dem Editor alles möglich ist.

Singende Gumbas

Wunderbar: Der Super Mario Maker liefert unzählige Möglichkeiten, nichtsahnende Mitspieler in den Wahnsinn zu treiben, weil wir selbst altbekannte Mario-Regeln aushebeln dürfen. So entscheiden wir beispielsweise selbst, was sich in den Fragezeichenblöcken, Kanonen oder Mauerblöcken versteckt. Natürlich können wir großzügig 1-Up-Pilze hineinsetzen. Oder wir befüllen es stattdessen mit einem Gumba und sorgen für eine böse Überraschung.

Online gibt es jede Menge selbstgebaute Levels, unter anderem einen Flappy-Bird-Klon mit Flughelm-Mario.Online gibt es jede Menge selbstgebaute Levels, unter anderem einen Flappy-Bird-Klon mit Flughelm-Mario.

Jedes der Items, das befüllt werden kann, können wir nach Belieben mit anderen kombinieren. Natürlich findet auch Nintendos hauseigene Sammelfigurenreihe ihren Platz: Beinahe jeder amiibo kann eingescannt und zum Beispiel als Mario-Kostüm benutzt werden. Das unserer Meinung nach beste Feature ist allerdings das Aufnehmen und Abspielen von Sounddateien. So können wir die Gumbas schreien, singen oder sich beschweren lassen, wenn Mario auf sie springt.

Sounddateien können sogar einfach mit dem im GamePad integrierten Mikrofon aufgenommen werden. Durch seine Fülle an Kombinationsmöglichkeiten steht der Super Mario Maker dem Baukasten aus Little Big Planet in nichts nach, in Sachen Komfort übertrifft er ihn sogar. Noch nie war Levelbasteln auf der Konsole so einfach und damit auch so unterhaltsam.

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