Tearaway Unfolded im Test - Papier in Perfektion

Fast zwei Jahre nach dem umjubelten Handheld-Release dürfen wir Tearaway erneut genießen – als rundum optimierte PS4-Fassung. Im Test verraten wir, warum die Neuauflage mehr als nur ein bloßes HD-Remake ist.

von Thorsten Küchler,
02.09.2015 17:00 Uhr

Tearaway Unfolded ist die verbesserte PS4-Umsetzung des Vita-Originals aus dem Jahr 2013. Tearaway Unfolded ist die verbesserte PS4-Umsetzung des Vita-Originals aus dem Jahr 2013.

Okay, die PlayStation Vita hat in Sachen relevanter Exklusivsoftware nur wenige Ausnahmetitel zu bieten. Aber ein Spiel sticht aus der Handheld-Masse heraus wie ein Leuchtturm des Kreativen: Tearaway.

Das Action-Adventure-Märchen der LittleBigPlanet-Erfinder Media Molecule nutzt sämtliche Besonderheiten von Sonys Taschenspieler auf innovative Weise aus und ist mit seinem Papier-Look zugleich der perfekte Gegenpol zu Technikprotzereien wie Uncharted: Golden Abyss.

Aber wie gut kann ein PS4-Remake dieses so speziellen Titels gelingen? Die Antwort: fantastisch! Denn Tearaway Unfolded ist eher eine Neuinterpretation als eine typische Umsetzung: Story, Spielprinzip und Design bleiben erhalten. Grafik, Steuerung und Levelaufbau wurden hingegen nicht nur optimiert, sondern für den Heimkonsolengebrauch maßgeschneidert.

Tearaway
Genre: Action
Release: 09.09.2015

Spiel gewordene Bastelabteilung

Beginnen wir unsere Lobeshymne mit der offensichtlichsten Stärke von Tearaway Unfolded, nämlich seiner unverwechselbaren Grafik: Sämtliche Objekte, Charaktere und Levelbauten bestehen aus virtuellem Papier in unterschiedlichen Farben und Formen. Egal ob ausgestanzte Blumenformation, am Himmel vorbeiziehende Pappwolkenpracht oder Elch in Kartonform: Vor den Augen des Spielers entfaltet sich eine Welt voller Fantasie, an der man sich kaum sattsehen kann.

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Die Vita-Herkunft ist dabei kein negativer Faktor, denn in Full-HD-Auflösung und mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde kommen die abstrakt texturierten Zettelgebilde sogar noch besser zu Geltung. Einzig die bei Nahaufnahmen abgehackt animierten Zwischensequenzen stören das grandiose Gesamtbild dezent. Dennoch beweist Tearaway Unfolded eindrucksvoll, dass moderne Hardwarepower nicht zwangsweise für Marketing-freundlichen Technikschnickschnack verwendet werden muss.

Eingriff in eine Parallelwelt

Um den revolutionären Spielansatz von Tearaway Unfolded zu verstehen, muss man seine Story kennen: Zwei (besonders im Englischen famos vertonte) Erzähler berichten von einem Universum, das im Inneren des Fernsehers existiert. Der Spieler fungiert als mächtiges, gottgleiches Wesen, das einem kleinen Boten dabei helfen soll, eine wichtige Nachricht zu überbringen.

Der Clou daran: Media Molecule lässt keine Chance aus, direkte Verbindungen zwischen virtueller und realer Welt herzustellen. Schließt man beispielsweise die PS4-Kamera an die Konsole an, so erscheint das live abgefilmte Konterfei des Spielers in einem sonnenförmigen Loch am digitalen Himmel.

Der Protagonist kann dem Spieler Gegenstände wie Steine zuwerfen, die dann wiederum zum Auslösen von Katapulten verwendet werden. Der Protagonist kann dem Spieler Gegenstände wie Steine zuwerfen, die dann wiederum zum Auslösen von Katapulten verwendet werden.

Außerdem können wirdank PlayStation-Appmittels Smartphone und Tablet ins Geschehen eingreifen: So bepflastern wir Teile der Spielwelt mit eigens geknipsten Fotos oder zeichnen Bildchen, mit denen wir Objekte und Charaktere dekorieren. Aber keine Sorge: Auch ohne Zusatzgerätschaften bietet Tearaway Unfolded genug kreativen Freiraum - denn die Funktionen des PS4-Controllers werden hier bis zum letzten Knöpfchen innovativ ausgenutzt.


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