Tekken 3D Prime Edition im Test - 3D-Kämpfer im Hosentaschenformat

Tekken 3D platzt vor spielbaren Charakteren fast aus allen Nähten. Aber reicht eine gigantische Kämpferauswahl für den Handheld Prügel-Thron? Erfahrt es in unserem Test für Nintendo 3DS!

von Jörg Moldenhauer,
14.02.2012 13:30 Uhr

Nintendos 3DS entwickelt sich langsam zum Mekka für Beat ’em Up-Fans. Nach Street Fighter und Dead or Alive schafft es nun auch ein Ableger der altehrwürdigen Tekken-Reihe auf Nintendos Handheld. Allerdings handelt es sich bei Tekken 3D Prime Edition nicht um eine wirklich neue Episode mit eigener Story, sondern um ein ebenso simples wie zünftiges Schlägertreffen, in dem die beliebtesten Charaktere des Tekken-Universums gegeneinander antreten und sich in dreidimensionalen Keilereien ordentlich auf die Rübe hauen.

Alle 114 Bilder ansehen

Viele Kämpfer, wenig Modi

Die Charakterauswahl kann sich wirklich sehen lassen. Satte 40 Kämpfer buhlen um eure Gunst. Mit dabei sind natürlich Tekken-Urgesteine wie Samurai Yoshimitsu, Capoeira-Meister Eddy, Bruce-Lee-Verschnitt Law, Profikillerin Nina, Fiesling Heihachi und Hitzkopf Jin, letzterer auch in der Teufelsvariante. Skurrile Gestalten wie der Bär Kuma, das boxende Känguru Roger Jr. und der Holzkopf Mokujin sind ebenfalls mit an Bord.

Von wegen schwaches Geschlecht: Auch die Ladys hauen ordentlich zu. Von wegen schwaches Geschlecht: Auch die Ladys hauen ordentlich zu.

Neuzugänge gibt es allerdings keine und die Kämpferriege ist aus Tekken 6 bereits bestens bekannt. Wo die Kämpferzahl sehr üppig ausfällt, sieht es bei den Spielmodi dagegen äußerst mau aus. Ihr prügelt euch lediglich durch den klassischen Arcade-Modus, schaut wie viele Gegner ihr in der Survival-Variante mit einem einzigen Energiebalken zu Brei schlagen könnt oder tretet gegen menschliche Mitspieler an.

Einen Tag-Team-Modus oder gar eine Kampagne sucht ihr vergebens. Überhaupt hat man sich Story und Zwischensequenzen komplett gespart. Also kein King of Iron Fist Tournament und nichts Neues zur verworrenen Familiengeschichte der Mishimas. Angesichts der haarsträubenden Story von Tekken 6 vielleicht gar keine so schlechte Idee.

Immer kräftig zugelangt!

Jetzt aber mal ehrlich: wer braucht in einem Beat ‘em Up eigentlich eine komplexe Handlung von epischen Ausmaßen? Die Hauptsache ist doch, dass die Charaktere sich kräftig auf die Mütze geben, oder? Das funktioniert auf dem kleinen Handheld glücklicherweise genauso gut wie in den „großen“ Tekken-Titeln. Serien-Veteranen finden sich sofort bestens zurecht, aber auch Einsteiger legen dank der eingängigen Steuerung gleich richtig los.

Jeder der vier Angriffs-Tasten ist eine Extremität (also Füße und Arme) zugeordnet. Daneben müsst ihr nur noch blocken, springen, euch ducken und gelegentlich zur Seite in den dreidimensionalen Raum ausweichen. Kinderleicht und ohne große Lernphase sofort anwendbar. Aber auch Profis bietet das Kampfsystem genug Spielraum. Die legen nämlich gekonnte Kombos hin, führen Spezialattacken aus oder halten den Gegner mit einer Angriffsserie möglichst lange in der Luft, damit er sich nicht wehren kann (sogenanntes Juggling, also „Jonglieren“).

Wo dieses boxende Känguru hinlangt, wächst garantiert kein Gras mehr. Wo dieses boxende Känguru hinlangt, wächst garantiert kein Gras mehr.

Damit auch Einsteiger gleich spektakuläre Moves vom Stapel lassen, liegen bestimmte Spezialattacken wie in Street Fighter auf dem Touch-Screen des 3DS und können ohne Pad-Akrobatik mit einem einfachen Fingertippen ausgeführt werden. Die Steuerung funktioniert mit den Tasten des 3DS hervorragend, wobei das digitale Steuerkreuz deutlich präzisere Manöver erlaubt, als das etwas schwammige Schiebepad. Die Kämpfe gehen flott von der Hand und spielen sich sehr dynamisch, allerdings könnte das Tempo noch einen Zacken höher ausfallen. Dank der vielen Charaktere, die zahlreiche Kampfstile beherrschen, ist für genug Abwechslung gesorgt.


Kommentare

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

wird geladen ...