Terraria im Test - Spaß ohne Grenzen

Kleines Indie-Spiel ganz groß: In den circa 33 Megabyte von Terraria steckt mehr Spielwitz als in vielen Gigabyte-schweren Vollpreis-Titeln. Woran das liegt, klären wir in unserem Test für PlayStation 3 und Xbox 360.

von Tobias Bauer,
09.04.2013 19:00 Uhr

Terraria - Test-Video für Xbox 360 & PlayStation 3 Terraria - Test-Video für Xbox 360 & PlayStation 3

Ganze 33 Megabyte ist der Terraria-Download klein. »So sieht's ja auch aus«, wirft der nervige Beckmesser ein, der irgendwo in unserem Oberstübchen haust. Und wir können nicht widersprechen. Die Pixel-Optik im Super-Nintendo-Stil ist so attraktiv wie Jabba the Hutt.

Nostalgiker mögen dem Look einen gewissen Retro-Charme abgewinnen, aber objektiv muss man sagen, dass Terraria selbst für einen Indie-Titel ausgesprochen morsch aussieht. Dem Spielspaß jedoch tut das keinen Abbruch, denn hinter der hoffnungslos veralteten Aufmachung versteckt sich ein echtes Suchtspiel.

Das gibt's übrigens schon seit 2011 und wurde jetzt endlich auch für Xbox 360 und PlayStation 3 umgesetzt.

Terraria
Genre: Adventure
Release: 27.03.2013

Minecraft lässt grüßen

Der Einstieg gestaltet sich dabei ziemlich unspektakulär: Wir landen in einer zufällig generierten Welt und haben keine Ahnung, was wir dort eigentlich machen. Oder wie wir da hingekommen sind. Mit einer Geschichte hält sich Terraria erst gar nicht auf, stattdessen wirft es den Spieler in einen riesigen Sandkasten und lässt ihn nach Herzenslust buddeln, erkunden und bauen.

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Wem jetzt ein Klötzchen-förmiges Glühbirnchen über dem Kopf aufleuchtet, der interpretiert richtig: Terraria ist stark von dem blockigen Indie-Hit Minecraft inspiriert. Aber trotzdem mehr als nur eine schnöde 2D-Kopie, auch wenn sich der Spieleinstieg sehr ähnelt. Zu Beginn stehen uns dazu lediglich eine Axt und eine Spitzhacke zur Verfügung.

Erste Amtshandlung: Ein paar Bäume fällen und anschließend ein Haus bauen. Dazu hüpfen wir im Stile eines Jump&Runs zur nächstbesten Pixel-Eiche und hacken via Schultertaste drauflos. Ganz ähnlich verfahren wir mit den ersten Gegnern: herumhopsendem Grünschleim, der nach ein paar Hieben mit der Spitzhacke zerplatzt und Klimpergeld sowie Gelatine fallenlässt.

Der Hausbau erinnert frappierend auch an Minecraft. Blockweise setzen wir Mauern, Hintergrundwände und Einrichtungsgegenstände und können - ausreichend Material vorausgesetzt - die gewaltigsten oder absurdesten Bauwerke errichten.

Das Inventar wird zunehmend unübersichtlich. Zur Not stellen wir uns einfach Truhen ins traute Heim, um Gegenstände zu lagern.Das Inventar wird zunehmend unübersichtlich. Zur Not stellen wir uns einfach Truhen ins traute Heim, um Gegenstände zu lagern.

Weil die aber notgedrungen flach bleiben und Terraria interaktive Elemente wie Schienen, Strom oder Schalter weitgehend fehlen, ist das Bauen wesentlich simpler gestrickt als im großen Vorbild Minecraft und entfaltet entsprechend weniger Langzeitmotivation.

Terraria legt seinen Schwerpunkt im Gegenzug auf die Elemente, bei denen Minecraft vergleichsweise schnell die Puste ausgeht, nämlich auf das Erkunden der Spielwelt, auf das Erstellen immer neuer Waffen und Gegenstände und aufs Kämpfen.

Wie in Minecraft wimmelt es nachts und in Höhlen von allerhand Getier, sodass bessere Ausrüstung nottut, um langfristig zu Überleben; vor allem, je tiefer man in die wahrlich gigantisch großen Unterwelt vorstößt.


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