Seite 2: The Amazing Spider-Man 2 im Test - The not so amazing Spider-Man

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Erweiterte Filmstory

Um die Startpunkte für die Hauptmissionen zu finden, brauchen wir bloß nach einer in den Himmel ragenden Lichtsäule Ausschau zu halten. Während Fäuste, Flammen, Bomben oder andere Symbole auf unserer Minimap die kleinen Nebenaufgaben anzeigen, dreht sich bei den Hauptmissionen alles um die Story des Spiels.

Die kilometerhohe grellorangene Lichtsäule ist nur schwerlich zu übersehen. Die kilometerhohe grellorangene Lichtsäule ist nur schwerlich zu übersehen.

Die ist dem Film nur grob nachempfunden und wirkt beinahe so, als hätten die Entwickler lediglich eine Liste der Figuren bekommen, um sich selbst etwas daraus zu stricken. Dass dieses Konzept funktioniert, liegt daran, dass die Geschichte weitergesponnen und mit weiteren Figuren aus dem Spider-Man-Universum aufgefüllt wird.

So treffen wir zum Beispiel auf Kraven, den Jäger, der Spider-Man auf seine Seite ziehen will, und Cletus Kasady, der als »Carnage Killer« Kriminelle abschlachtet. Die Story hat zwar eine Menge Potenzial, ist allerdings sehr steif und unspektakulär inszeniert – angesichts der ungelenken Animationen der schwach modellierten Figuren während der noch schwächeren Dialoge schaudert es uns immer wieder.

Die Schurken: Der Gauner Dafür, dass er der Mann ist, der Onkel Ben umgebracht hat, hat der Gauner erstaunlich wenig Profil.

Shocker Herman Shultz, alias »Shocker« hat zwar einen furchtbaren Modegeschmack, verhilft Spider-Man aber zu seinem ersten Waffen-Upgrade.

Harry Osborn Harry Osborn ist bereits zu Beginn des Spiels nicht gut auf Spider-Man zu sprechen …

Kingpin … und tut sich mit dem Kingpin zusammen.

Kraven Kraven der Jäger möchte aus Spiderman einen besseren Kämpfer machen.

Schleichende Spinne

Steif und unspektakulär sind auch die Faustkämpfe: Immer wieder muss Spider-Man sich mit Kleinkriminellen, Mafiaschergen und sogar Superschurken wie Shocker prügeln. Hier wird mit Schlag-, Ausweich- und Spezialmanövern deutlich vom Freeflowkonzept der Batman-Spiele abgekupfert.

Doch was beim Fledermauskollegen bestens funktioniert, gerät bei The Amazing Spider-Man 2 zu einer undynamischen und wegen der konfusen Kamera oft sehr unübersichtlichen Angelegenheit. Genau wie Batman versucht sich Spidey auch immer wieder als schleichender Gangsterschreck: Mit Stealth-Takedowns versuchen wir, dicht mit Feindvolk bevölkerte Innenareale oder auch mal eine Schiffswerft ungesehen von Gegnern zu befreien.

Der Freeflow ist zwar bei Batman abgekupfert, ist aber bei weitem nicht so anspruchsvoll. Der Freeflow ist zwar bei Batman abgekupfert, ist aber bei weitem nicht so anspruchsvoll.

Zwischen Spider- und Batman liegen dabei Welten: Während der Flattermann bedacht vorgehen muss, weil die Gegner über eine ernstzunehmende Grundintelligenz verfügen, brauchen wir uns bei The Amazing Spider-Man 2 nicht großartig anzustrengen, denn die Widersacher sind dumm wie eine Scheibe Leberwurstbrot und starren uns mitunter eine Weile ganz gelassen an, ehe sie Alarm schlagen. Je nachdem, wie gut wir uns anstellen, erhalten wir Erfahrungspunkte, mit denen wir Spideys Fähigkeiten aufrüsten können – und selbst der getragene Anzug (es gibt eine recht große Auswahl zusätzlicher Kostüme) levelt dabei mit und bietet mehr Schutz.

Held oder Bedrohung?

Der Trend zur Durchschnittlichkeit setzt sich bei der Technik fort: Was Activision uns hier als Vollpreisspiel auftischt, ist vor allem auf den Next-Gen-Konsolen ein schlechter Witz. Die Texturen beschränken sich auf das Nötigste, und die Figuren sehen aus wie schlecht animierte Actionfiguren aus Hochglanzplastik. Auf PlayStation 3 und Xbox 360 wird Manhattan dazu noch von furchtbarem Kantenflimmern geplagt, aber auch Tearing und fieses Ruckeln sind keine Seltenheit, wenn Spidey durch die Hochhausschluchten schwingt. The Amazing Spider-Man 2 ist dennoch kein durch und durch schlechtes Spiel, denn auf seine eigene Art macht es durchaus Spaß.

Peter Parker ähnelt eher Barbies Ken als einem Superhelden. Peter Parker ähnelt eher Barbies Ken als einem Superhelden.

Man muss sich bloß darauf einlassen und vor allem mit dem Kniff leben können, dass Spidey ständig gute Taten vollbringen muss, weil sein Heldenbalken sonst in den Bereich »Bedrohung« abrutscht und fliegende Polizeidrohnen unserer Spinne mit Maschinengewehren einheizen. Abgesehen von der Story und den spielerischen Schwächen ist es dank des neuen (alten) Netzschwungsystems ein Genuss, einfach nur kreuz und quer durch die Stadt zu schwingen und dabei vielleicht nach einsammelbaren Comicseiten zu suchen. Dadurch schalten wir nämlich klassische Comic-Hefte frei, die wir uns im Laden von Stan Lee durchlesen können – und deren Storys sind deutlich besser als die des Hauptspiels.

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