The Division - Anti-Endzeit-Abteilung

Mit The Division zeigt Ubisoft eine Art Next-Gen-Borderlands im Seuchenszenario. Das neue Spiel der ehemaligen World in Conflict-Entwickler macht einen sehr guten ersten Eindruck, hält sich aber noch zu bedeckt.

von André Peschke,
12.06.2013 15:10 Uhr

Gamewatch: The Division - Videoanalyse Gamewatch: The Division - Videoanalyse

»Ein Grippevirus kann bis zu 17 Tage auf einem Geldschein überleben.« Mit dieser kleinen Information beginnt Ubisofts Präsentation seines Open-World-Rollenspiels The Division auf der E3. Während unsere Spielfigur durch ein wunderschön ausgeleuchtetes, verschneites New York wandert, erzählen die Entwickler vom Zusammenbruch der Zivilisation. Ein Bioangriff hat große Teile der Bevölkerung das Leben gekostet. Staatliche Strukturen wie Polizei und Spezialeinheiten gibt es nicht mehr. Nur einer steht noch zwischen dem totalen Chaos und einem Rest von Ordnung: Die Agenten der »Division«.

The Division
Genre: Rollenspiel
Release: 08.03.2016

Ängste aus dem wahren Leben

Medien sind bekanntlich ein guter Maßstab für die Themen, die eine Gesellschaft beschäftigen. Ubisoft scheint sich dies in letzter Zeit besonders zu Herzen zu nehmen, denn mit The Division wurzelt schon das zweite Szenario des Herstellers in der Realität. Den Anfang machte Watch Dogs, das sich die immer verbreitetere Angst vor dem Verlust der Privatsphäre zum Thema gewählt hat.

The Division beruft sich derweil auf das Simulationsprojekt »Dark Winter« aus dem Jahr 2001, in dem amerikanische Wissenschaftler die katastrophalen Auswirkungen eines echten Bioangriffs auf die Infrastruktur des Landes untersuchten. Ihr Ergebnis: schon binnen weniger Tage würden Krankenhäuser überquellen, öffentliche Verkehrsmittel ausfallen und zuletzt offene Anarchie ausbrechen. Es ist ein glaubwürdiges Szenario, weil die vielen komplizierten Systeme, die unsere moderne Welt zusammenhalten, für den Einzelnen völlig unüberschaubar wirken. Wer weiß schon, wie schnell das alles zusammenbrechen könnte?

In der Welt von The Division ging es ziemlich flott. Nach wenigen Tagen ohne Wasser und Elektrizität und mit der tödlichen Seuche vor Augen, gehen sich die panischen Bürger gegenseitig an die Gurgel. Auf den Straßen, über die wir wandern, stehen verlassene Autoschlangen, nie abgeholte Müllsäcke stapeln sich mannshoch am Wegesrand und das menschenleere New York verströmt die Atmosphäre einer Zombie-Apokalypse. Doch hier kommt nicht jede Hilfe zu spät. Durch den Kampf gegen Plünderer und andere Kriminelle sollen wir den Wahnsinn eindämmen, bevor es zu spät ist.

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Hat einfach keine Klasse

Spielerisch bedienen wir uns dazu der typischen Third-Person-Shooter-Mechanik: Aus der Deckung heraus wird geballert, manchmal auch ein Gegner heimlich umrundet. Dank der klassenlosen Rollenspielmechanik kann jeder selbst entscheiden, welche Spielweise ihm am meisten zusagt. Mittels Stufenaufstieg lassen sich verschiedene Fähigkeiten freischalten, mit denen sich Mitspieler heilen lassen, die eigene Figur mehr Schaden einstecken oder austeilen kann.

Ähnlich wie Bungies Destiny scheint auch The Division auf dem Pfad zu wandeln, den Gearbox mit seinem Überraschungshit Borderlands bereitet hat. Praktisch alle wichtigen Elemente waren vertreten: Loot-Kisten, Level-Ups, Skill-Trees - einer der Charaktere konnte sogar eine kleine Selbstschussanlage aufstellen.


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