The Last of Us Remastered im Test - Optimiertes Meisterwerk

The Last of Us Remastered für die PlayStation 4 entpuppt sich im Test »nur« als optimiertes Remake des rund ein Jahr alten PS3-Meilensteins. Lohnt ein Neukauf dennoch?

von Tobias Veltin,
30.07.2014 11:50 Uhr

The Last of Us Remastered - Test-Video zur PlayStation-4-Neuauflage The Last of Us Remastered - Test-Video zur PlayStation-4-Neuauflage

Was für ein Meilenstein! Eine absolute Granate! Das beste Spiel der PS3-Ära! The Last of Us beschwor im letzten Jahr viele dieser Superlative herauf, als das Action-Adventure mit Survival-Horror-Anleihen von Sony und Naughty Dog erschien und bei Kritikern und Spielern reihenweise für Begeisterung sorgte. Und der vermeintliche Höhepunkt der PlayStation-3-Softwarewelle eignet sich anscheinend auch prima als Zweitverwertung.

Ein Jahr später soll der gleiche Titel nämlich das klaffende Spiele-Sommerloch auf der PlayStation 4 überbrücken. Natürlich in überarbeiteter Form mit optimierter Technik, diversen Schmankerln und dem entsprechenden Namenszusatz »The Last of Us Remastered«.

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Angriff der Pilzköpfe

An Story und Spielablauf hat sich folglich nichts getan. Auch in TLOU Remastered erleben wir im Prolog des Spiels mit, wie Hauptdarsteller Joel beim Ausbruch einer aggressiven Pilzinfektion einen schweren Schicksalsschlag erleidet. Und auch 20 Jahre später hat sich die Welt nicht von der Katastrophe erholt. Die Städte sind verlassen und überwuchert, das Militär sitzt an der Macht und die Nichtinfizierten haben sich in abgeschotteten Bereichen versteckt. Joel verdingt sich zusammen mit seiner Freundin Tess als Schmuggler und bekommt von der Anführerin der Fireflies (einer Rebellengruppe) den Auftrag, eine wichtige Lieferung zu überbringen.

Allerdings wartet kein ödes Paket auf seine Übergabe, vielmehr ein pfiffiges 14-jähriges Mädchen namens Ellie. Die hat nicht nur flotte Sprüche auf den Lippen, sondern womöglich das Gegenmittel für die Pilzseuche in ihrem Körper. Sie ist infiziert, die Krankheit bricht bei ihr aber nicht aus. Also machen sich Joel und Ellie auf eine gefährliche Reise durch die postapokalyptischen USA.

The Last of Us Remastered - Grafikvergleich: PS3 gegen PS4 The Last of Us Remastered - Grafikvergleich: PS3 gegen PS4

Auch ein Jahr nach Erscheinen packt die Story von The Last of Us immer noch. Besonders das Zusammenspiel von Joel und Ellie ist großartig inszeniert; Nebencharaktere wie Tess, Bill oder Joels Bruder Thommy geben der Geschichte zudem Tiefe und Glaubwürdigkeit. Exzellente Zwischensequenzen treiben den Plot immer wieder an und ziehen so richtig ins Spiel hinein. 12 bis 15 Stunden ist man bei einem Durchgang ungefähr beschäftigt, leider bietet die Remastered-Version darüber hinaus keine zusätzlichen Storykapitel oder spielbaren Flashbacks.

Dafür ist immerhin der DLC »Left Behind« (auf der PS3 kostet der Zusatz 15 Euro) im Paket enthalten, der Ellies Vorgeschichte und das Verhältnis zu ihrer Freundin Riley beleuchtet. Hier gefallen vor allem die ruhigeren Momente, in denen die beiden herumblödeln. Leider ist Left Behind mit zwei Stunden Spielzeit viel zu kurz. Wir empfehlen, den Zusatz erst nach der Hauptstory zu spielen, da es einige heftige Spoiler gibt. Aus diesem Grund ist es auch lobenswert, dass Naughty Dog die Episode nicht in den Spielablauf integriert hat, sondern ihn separat im Menü zur Auswahl stellt . Das DLC-Paket ist insgesamt noch größer, auch zwei Multiplayer-Kartenpakete sind in der Remastered-Version enthalten.

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Spielerisch identisch

Auf unserem Weg durchstreifen wir vorwiegend in der Rolle von Joel (und später auch in der von Ellie) die großen Gebiete und treffen dabei auf allerlei menschliche Gegner sowie infizierte oder mutierte Feinde. Hier ist stets vorsichtiges Vorgehen angesagt, denn Munition ist rar gesät. Joel schleicht sich lieber von hinten an die Feinde heran und erwürgt sie; der Lauschmodus ermöglicht auf Knopfdruck sogar, Gegner hinter Wänden auszumachen. Beim Schleichen nerven hier und da allerdings KI-Patzer, denn während wir mit angehaltenem Atem versuchen, ja nicht aufzufallen, turnt Ellie fröhlich neben uns herum. Dass sie dabei nicht entdeckt wird, mindert die Atmosphäre aber höchstens sporadisch, denn meistens sind wir zu beschäftigt damit, Gegner auszuspähen oder die aggressiven Clicker zu umgehen, die uns nur per Schallwellen orten können.

Immer wieder zieht The Last of Us allerdings auch das Tempo an, lässt uns kopfüber hängend auf einen Infiziertenansturm ballern oder schickt uns in einen Faustkampf mit mehreren Gegnern. Aus eingesammelten Materialien bauen wir uns praktische Hilfsmittel wie Messer, Molotowcocktails oder Medikits. Außerdem verbessern wir Joels Fähigkeiten mithilfe von Pillen oder rüsten unsere Waffen wie Pistole, Shotgun oder Bogen an Werkbänken auf. Das Fähigkeitensystem wirkt zwar ein wenig aufgesetzt, unterstützt dafür aber prima den Survival-Gedanken des Spiels.

Auch in Remastered gilt: Wer vorsichtig vorgeht, hat eine bessere Chance zu überleben.Auch in Remastered gilt: Wer vorsichtig vorgeht, hat eine bessere Chance zu überleben.

Remastered-Verbesserungen

Anpassungen bei der Spielmechanik müssen wir mit der Lupe suchen. Mit »Grounded« kommt ein besonders harter neuer Schwierigkeitsgrad dazu, bei dem nicht nur die Checkpunkte noch weiter voneinander entfernt sind, sondern auch die Gegner besonders aggressiv. Auch der Lauschmodus ist hier komplett deaktiviert. Nett, aber sinnlos: Die Lichtleiste des Dualshock-Controllers leuchtet in der gleichen Farbe wie Joels Energiebalken. Richtig cool ist dagegen die neue Steuerungsoption, die uns mit den hinteren Schultertasten zielen und schießen lässt.

Das klappt unserer Meinung nach deutlich besser als die L1/R1-Variante der PS3-Version, weil das Abzugsgefühl natürlicher ist und die Tasten zweckmäßiger in der Hand liegen. Außerdem werden das Touchpad (Verwaltung von Items und Ausrüstung) und der Controller-Lautsprecher (Taschenlampe, Audiologs) genutzt, und den Zwischensequenzen gibt's nun auf Wunsch einen Audiokommentar von den Schauspielern Ashley Johnson und Troy Baker sowie dem Lead Writer Neil Druckmann. Last but not least: Per Day-One-Patch wird ein Foto-Modus ins Spiel integriert, mit dem wir Szenen einfrieren und dank frei steuerbarer Kamera und Filter nette Schnappschüsse erstellen können.

The Last of Us Remastered - Launch-Trailer zur PS4-Version The Last of Us Remastered - Launch-Trailer zur PS4-Version


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