Transporter 3 - Filmkritik - Jason Statham macht wieder den Driver

Alle (drei) Jahre wieder produziert Frankreichs erfolgreichster Filmschaffender Luc Besson (Das 5. Element, Léon: Der Profi) einen Transporter-Film. So auch diesmal.

von Daniel Matschijewsky,
05.01.2009 14:59 Uhr

Nachdem Teil 2 im Jahr 2005 dem Original vor allem durch übertriebene Actionszenen und das eher mäßig inszenierte Finale weit hinterher gurkte, besinnt sich der Regisseur Olivier Megaton (ja, der Mann heißt wirklich wie die Stadt aus Fallout 3) auf die Stärken des ersten Teils. Ob’s klappt? Wir haben uns den Actionstreifen (Kinostart: 8. Januar 2009) auf einer Presse-Vorführung in München angeschaut.

Zur Geschichte

Der ebenso ominöse wie fiese Geschäftsmann Johnson, gespielt von Robert Knepper (bekannt als Theodore »T-Bag« Bagwell aus der Knast-Serie Prison Break), zwingt den Auftragsfahrer und Titelheld Frank Martin (Jason Statham, Crank), ein Paket ins ukrainische Odessa zu fahren -- ein Paket, das lebt, Valentina (Natalya Rudakova) heißt und ein Geheimnis birgt. Damit Frank nach Johnsons Pfeife tanzt, verpasst er ihm ein metallenes Armband, das explodiert, sollte sich der Fahrer zu weit von seinem Fahrzeug entfernen.

Zugegeben, allzu logisch mag das nicht klingen, auf eine vielschichtige oder gar nachvollziehbare Handlung hat die Serie aber noch nie Wert gelegt. Denken Sie also nicht darüber nach, wie es ein gutes Dutzend Schläger plötzlich innerhalb von fünf Minuten schafft, Frank in einer abgelegenen und versteckten Werkstatt aufzulauern oder wie ein tonnenschwerer Audi A8 nur mit der Luft in seinen Reifen aus den Tiefen eines Stausees gehoben wird.

Das hohe Tempo des Films lässt ohnehin kaum Zeit zum Nachdenken -- Olivier Megaton hetzt seinen Helden von einer Actionsequenz in die nächste. Anders als im direkten Vorgänger verzichtet der Regisseur dabei weitgehend auf digitale Effekte und setzt stattdessen auf eine bodenständige, fast Bourne-typische Inszenierung nebst schneller Schnitte und wackeliger Handkamera. Obwohl die Prügelszenen und Verfolgungsjagden handwerklich gut gemacht sind und locker mit sündteuren Hollywood-Produktionen mithalten können, verkommen sie oft zum Selbstzweck -- auch hier macht sich das dünne Drehbuch bemerkbar.

Für einen unterhaltsamen Popcorn-Abend ist Transporter 3 dennoch gut geeignet, was der Film vor allem seinem hervorragend aufgelegten Hauptdarsteller zu verdanken hat. Franks trockener Humor passt gut in die (teils brachiale und im Vergleich zu den Vorgängern nicht mehr so jugendkompatible) Action, die Handlung zieht sich nicht in die Länge, und es macht einfach Spaß, dem markigen Statham dabei zuzuschauen, wie er meist mehrere Gegner spektakulär und mit allerhand Hilfsmitteln aus den Latschen haut. Kurzum: Transporter 3 ist ein gut in Szene gesetzter No-Brainer, der zwar eine dünne Geschichte, dafür aber reichlich Action bietet.

Nice-to-know-Facts:

  • Luc Besson soll Natalya Rudakova in New York beim Überqueren der Straße entdeckt und prompt zu einem Casting geschleift haben. Wenige Schauspiel-Unterrichtsstunden später war sie engagiert.
  • Transporter 3 hat etwa 40 Millionen Euro gekostet. Zum Vergleich: Ein Quantum Trost verschlang 225 Millionen Dollar.
  • Zu Robert Kneppers Kinoauftritten zählen unter anderem Gastrollen in Hostage (mit Bruce Willis) und der Videospiel-Verfilmung Hitman.
  • Jason Statham wird 2009 in Crank 2: High Voltage und 2011 in der The Italian Job-Fortsetzung The Brazilian Job zu sehen sein.
  • Der Transporter hat einen Gast-Auftritt in Michael Manns Thriller Collateral. Zu Beginn des Films übergibt er Tom Cruise einen Koffer.

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