Uncharted 4 - Kaum noch Schießereien & Balltänze: So hätte das Uncharted-Finale beinahe ausgesehen

Mit dem vierten Teil von Uncharted hat die Geschichte rund um Nathan Drake ihren Abschluss gefunden, auch wenn dies andere Spiele um andere Figuren nicht ausschließt, wie Uncharted: The Lost Legacy beweist. Aber habt Ihr gewusst, dass es ursprünglich ganz anders geplant war?

von Michael Cherdchupan,
11.09.2017 14:30 Uhr

Uncharted 4 : A Thief's End ist das Finale von Nathan Drakes Geschichte - und hätte beinahe ganz anders ausgesehen.Uncharted 4 : A Thief's End ist das Finale von Nathan Drakes Geschichte - und hätte beinahe ganz anders ausgesehen.

Uncharted 4 - A Thief's End hat Kritiker zwar begeistert, aber manche Spieler eher zwiegespalten zurückgelassen. Die einen waren sehr zufrieden und sahen einen gelungenen, emotionalen Abschluss. Die anderen hatten das Gefühl, dass der vierte Teil viel zu sehr von seinen Altlasten runtergezogen wurde. Zu viele erzwungene Schießereien, zu viel überdrehte Action, die die Atmosphäre eher stören.

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Das hat Produzentin Amy Hennig offenbar auch so gesehen, bevor sie sich von Naughty Dog abgewandt hat. Der Kotaku-Autor Jason Schreier hat ein neues Buch über die Entstehungsgeschichten von Videospielen geschrieben und deutet an, dass die ursprünglich von Hennig geplante Fassung ganz anders ausgesehen hat. Hundertprozentig belegen lässt sich das für Außenstehende allerdings nicht, da Verschwiegenheitsklauseln von allen Beteiligten unterzeichnet wurden.

Hennig hat drei Jahre damit verbracht einen Prototypen von Uncharted 4 zu entwickeln. Das hat sie mit einem kleinem Team getan, während der Großteil der Ressourcen in The Last of Us geflossen sind. Die Produzentin hatte vor, die Schießereien fast komplett zu reduzieren. Nach dem dritten Teil hatte Naughty Dog schließlich von vielen Fans das Feedback erhalten, dass die ständigen Ballereien albern geworden seien. Fahrzeuge und Kämpfe mit Fäusten oder Hiebwaffen sollten stärker in den Vordergrund rücken. Sogar eine Balltanz-Mechanik hat sich im Spiel befunden. Selbstredend hätte wohl auch die Geschichte entsprechend anders ausgesehen.

Das alles wurde über Bord geworfen, als Neil Druckmann und Bruce Straley die kreative Kontrolle übenommen haben. Die beiden hatten zuvor The Last of Us produziert. Weshalb das genau geschehen ist, weiß niemand so genau, aber die Arbeit von etlichen Millionen US-Dollar wurden einfach über den Haufen geworfen. Es ist nicht belegt, aber vermutlich war dies auch für Amy Hennig der Punkt, an dem sie sich entschlossen hat den Entwickler zu verlassen.

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Als Game Director, Head Writer und Creative Director hat sie schließlich maßgeblich dazu beigetragen, dass aus den ersten drei Uncharted-Spielen ein gigantischer Erfolg wurde. Hennig war bestimmt nicht begeistert davon, als man ihr das Projekt nach drei Jahren entrissen hat. Heute arbeitet sie am kommenden Star Wars-Spiel von Visceral Games.

Warum der Prototyp überhaupt verworfen wurde? Das ist nicht ganz klar wegen der Verschiegenheitsklauseln. Angeblich soll dem Spiel der Fokus gefehlt haben. Aber das werden wir wohl nie erfahren. Weitere Details zu dieser Sache gibt es im besagten Buch oder in diesem Reddit-Thread vom User wellgun3.

Was meint ihr dazu? Seid ihr mit Uncharted 4: A Thief's End zufrieden gewesen? Oder hättet ihr lieber die Vision von Amy Hennig gesehen?

Uncharted 4: A Thief's End - Der finale Trailer zum PS4-Wunderwerk 0:37 Uncharted 4: A Thief's End - Der finale Trailer zum PS4-Wunderwerk


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