Unreal Championship 2 - The Liandri Conflict

Wir haben uns für euch in Madrid mit den Jungs von Epic Games geprügelt, um mehr über ihren neuen Multiplayer-Kracher zu erfahren.

07.12.2004 13:38 Uhr

Mit vollem Adrenalinmeter (der blaue Balken oben links) kann sich Vampirlady Lauren auch mal etwas näher an ihre Gegner heranwagen. Screen: XboxMit vollem Adrenalinmeter (der blaue Balken oben links) kann sich Vampirlady Lauren auch mal etwas näher an ihre Gegner heranwagen. Screen: Xbox

Wer würde denken, dass dieser unschuldig lächelnde Mann der Herr über die Arena der blutigen Pixel-Schlachten ist? Wir befinden uns in Madrid, wo uns Mike Capps, Präsident von Epic Games, zusammen mit Designer Jay Wilbur den jüngsten Sprössling der Unreal-Familie vorstellt. Stolz erzählt er, dass Unreal Championship 2: The Liandri Conflict einzig und allein für die Xbox entwickelt und mehr auf die Bedürfnisse von Konsolenspielern abgestimmt wird. »Wir sind uns bewusst, dass der erste Teil eher ein PC-Port ist und daher nicht wirklich perfekt auf der Xbox funktioniert,« so Capps, »das wollen wir mit diesem Spiel wieder gutmachen.« Unreal Championship 2 ist eine Mischung aus Kampfspiel und Ego-Shooter. Ihr könnt sowohl mit aus den Vorgängern bekannten Schusswaffen aufeinander losgehen, als auch mit Unterarmklingen und Lichtschwertern. Es gibt eine Einzelspieler-Kampagne, in der ihr neue Charaktere und Mutatoren freischaltet, das Herzstück des Spiels ist allerdings der Mehrspieler-Modus.

Auf den Kampf vorbereiten

Raptor ist ein Roboter und kann einiges aushalten und austeilen. Leider ist er nicht sehr schnell. Screen: XboxRaptor ist ein Roboter und kann einiges aushalten und austeilen. Leider ist er nicht sehr schnell. Screen: Xbox

Und den durften wir ausgiebig anspielen. Wir starten zunächst eine Runde »Deathmatch«. Bevor wir allerdings in die Arena dürfen, müssen wir uns für eine Spielfigur entscheiden. Die Wahl des Charakters ist in Unreal Championship 2 mehr als nur eine kosmetische Entscheidung - sie bestimmt euren Spielstil. Jede Figur hat eigene Fähigkeiten und Statuswerte. So hat der bullige Skarjj - diese Rasse ist zum ersten Mal überhaupt spielbar - viel Lebensenergie und starke Rüstung, bewegt sich aber eher langsam. Als Spezialangriff kann er seine Gegner unter anderem vergiften. Die untoten Nekris dagegen sind superflink, halten aber nicht viel aus. Sie können zum Ausgleich ihren Kontrahenten Lebensenergie absaugen. Wir entscheiden uns für Nekris »Lauren« und klicken zum nächsten Bildschirm. Nun müssen wir Waffen wählen. Das ist auch neu. In der Arena liegen nur Munition, Heilungssymbole und Spezialsymbole herum, also müssen wir uns im Voraus für jeweils eine Energie- und Projektilwaffe entscheiden. Jeder Charakter besitzt außerdem zwei Pistolen und eine individuelle Nahkampfwaffe. Wir greifen zu Granatwerfer und Bio-Gewehr und sind endlich bereit zum Kampf.

Schwert gegen Schockgewehr

Keine großen Ruckler in Sicht: Trotz Effekt-Feuerwerk liefen die uns gezeigten Levels flüssig. Screen: XboxKeine großen Ruckler in Sicht: Trotz Effekt-Feuerwerk liefen die uns gezeigten Levels flüssig. Screen: Xbox

Die Arena hat die perfekte Größe für uns und unsere drei Gegner. Wir haben die Wahl zwischen Ego- und Außenansicht. Letztere liefert einen besseren Überblick, vor allem beim Angriff mit Schwertern. Unser erstes Ziel, der Skarjj, liefert sich gerade ein Duell mit einem dritten Spieler. Um als Nahkämpfer an ihn heranzukommen, haben wir zwei Möglichkeiten: Wir laufen entweder etwas langsamer auf ihn zu und benutzen unser Energieschild, um uns vor seinen Schüssen zu schützen. Oder wir machen einen Berserkerangriff, mit dem wir superschnell auf ihn zuspringen. Da er uns gerade den Rücken zugewandt hat, entscheiden wir uns für den Berserkerangriff, den wir mit einer schnellen Tastenkombination ausführen, ähnlich wie in einem Beat'em Up. Damit wir auch treffen und dem Gegner zugewandt bleiben, haben wir die automatische Zielerfassung aktiviert. Mit hübschen Lichteffekten zischen wir an den Skarjj heran und treffen ihn mit voller Wucht. Er dreht sich herum, hüpft ein wenig rückwärts und beschießt uns mit seinem Schockgewehr. Mit dem richtigen Timing gelingt es uns, seine Schüsse mit dem Riposte-Schild zurück zu schlagen. Die Energiekugeln fliegen zu ihm zurück. Jetzt ist es an der Zeit, unsere Adrenalin-Fähigkeiten auszuprobieren, denn unsere Adrenalinanzeige hat sich während des Kampfes aufgefüllt. Per Knopfdruck rufen wir das Spezialangriffsmenü auf und drücken die Taste für unseren Vampirmove. Wir treffen den Skarjj mit einem gleißenden Energieball und saugen ihm seine Lebensenergie ab.

»Finish her!«

Unreal-Veteran Malcolm ist einer der Charaktere, die ihr erst im Solo-Modus freispielen müsst, um ihn anschließend online nutzen zu können. Screen: XboxUnreal-Veteran Malcolm ist einer der Charaktere, die ihr erst im Solo-Modus freispielen müsst, um ihn anschließend online nutzen zu können. Screen: Xbox

Als Nächstes dürfen wir den »Capture the Flag«-Modus ausprobieren. Zwei gegen zwei. Wir bestaunen zunächst den futuristischen Level mit seinen spiegelnden Metallpfeilern, gläsernen Böden und wabernden Lichtquellen. Wenn man sich die Zeit nimmt, kann man Details wie im Boden eingelassene Statuen entdecken. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, denn das blaue Team ist schon unterwegs zu uns. Wir rennen mit unseren Kollegen los, um den Weg zur gegnerischen Flagge zu finden. Mike Capps, der uns beobachtet, zeigt uns einen Trick, wie wir schneller zur anderen Seite kommen. Unser neuer Charakter Selket ist schnell, also nehmen wir Anlauf und springen an eine Wand, drücken uns ab und springen nach links, dann wieder nach rechts. Im Zick-Zack-Kurs überwinden wir so blitzschnell den mit Aufzügen und Hindernissen gespickten Weg zur blauen Flagge und schnappen sie uns. Jetzt kommt uns die Adrenalinfähigkeit »Geschwindigkeit« zugute. Wir rasen den Weg ohne Springerei zurück, werden aber hinter der nächsten Ecke von einem Gegner gestoppt. Zunächst beschießt er uns, und als unser Energiebalken fast leer ist, friert er uns ein. Ein wohlbekanntes »Finish her!« kommt aus dem Lautsprecher und unser Charakter zerspringt nach einem vom Gegner ausgeführten Finishing Move in tausend Stücke. Mike lacht. »Ich bin ein großer Mortal Kombat-Fan. Das musste einfach rein!«

Die Gerüchteküche brodelt

Kampf der schweren Jungs: Die verheerenden Nahkampfattacken könnt ihr nicht blocken. Da hilft euch nur geschicktes Ausweichen. Screen: XboxKampf der schweren Jungs: Die verheerenden Nahkampfattacken könnt ihr nicht blocken. Da hilft euch nur geschicktes Ausweichen. Screen: Xbox

Unsere Zeit mit Unreal Championship 2 neigt sich langsam dem Ende zu und wir stellen Mike noch schnell ein paar Fragen zum Solo-Modus. Er erklärt, dass der Einzelspieler-Modus hauptsächlich dazu da ist, neue Charaktere und Mutatoren wie »InstaGib«, »Low Gravity« und »Classic Unreal Tournament« freizuschalten. Im Story-Teil der Einzelspieler-Kampagne verkörpert man Anubis, der in diversen Maps gegen Schergen der Liandri Corporation kämpfen muss. Er will für seinen Planeten die Rechte am »Rites of Ascension«-Turnier zurückerlangen. Die Geschichte wird in hübschen Render-Sequenzen erzählt. Ihr könnt diese Kampagne ohne Zwischensequenzen auch mit anderen Charakteren spielen, um die oben genannten Goodies frei zuschalten - Gerüchten zufolge soll sogar ein Kämpfer aus der Mortal Kombat-Serie dabei sein. Zu anderen Mehrspieler-Modi außer »Deathmatch«, »Team-Deathmatch« und »Capture The Flag« will Mike noch nichts verraten. Er sagt nur, dass einige altbekannte Modi wie »Domination« nicht im Spiel sein werden, weil sie zu selten online gespielt werden. Wir müssen uns also noch ein wenig gedulden, bis uns Epic Games mehr von Spiel zeigt.

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