Unsere Enttäuschungen 2015 - Von diesen Spielen hatten wir uns 2015 mehr erwartet

Von Need for Speed bis Tony Hawk's Pro Skater 5: Diese Spiele haben die GamePro-Redakteure 2015 am bittersten enttäuscht.

von Redaktion GamePro,
05.01.2016 09:30 Uhr

So großartig das Spielejahr 2015 gewesen sein mag, vor Enttäuschungen ist man nie ganz gefeit. Auch in der GamePro-Redaktion gab es große Hoffnungen, sehnliche Wünsche, fieberhafte Begeisterung - die dann an den Klippen der Realität zerschellten. Hier zeigt jeder Redakteur seine persönliche, ganz subjektive Enttäuschung des Jahres.

Heiko Klinge - Game of Thrones

Ich liebe die Bücher, ich liebe die Fernsehserie und ich liebte auch Telltales Adventure-Umsetzung des Fantasy-Epos Game of Thrones, allerdings nur drei Episoden lang. Was für ein temporeicher Beginn während der Geschehnisse der Bluthochzeit, was für ein schockierendes Finale der ersten Episode! Aber mit jeder weiteren Folge verstärkte sich bei mir das Gefühl, als hätte Telltale einen dramaturgischen Luftballon aufgeblasen, aus dem sie immer mehr die Luft ablassen. Die Handlung wurde zunehmend belangloser, meine Entscheidungen immer egaler, das Storykonstrukt immer durchschaubarer.

Und das (nicht mal sonderlich spannend inszenierte) Ende der letzten Episode lässt mich dann auch noch mit dem frustrierenden Gefühl zurück, trotz all meine Anstrengungen rein gar nichts erreicht zu haben. Dass Game of Thrones außerdem im Vergleich zu The Walking Dead oder Tales from the Borderlands die spielerischen Elemente auf ein absolutes Minimum zurückfährt, ist da nur noch eine Randnotiz. Eigentlich mag ich ja die Telltale-Spiele, aber angesichts der grandiosen Vorlage hatte ich wesentlich mehr von Game of Thrones erwartet.

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Markus Schwerdtel - Need for Speed

Ich bin so alt, ich habe 1994 schon das erste Need for Speed auf dem 3DO (müsst ihr vielleicht googlen, ihr jungen Hüpfer) gespielt. Und seit dem bin ich der Serie durch alle Höhen und Tiefen treu geblieben. Das fällt mir beim aktuellen Teil allerdings so schwer wie nie.

Auch wenn ich die »Nacht-Need-for-Speeds« immer mochte und die offene Welt echt schön geworden ist -- die dummen Zwischensequenzen verderben mir jeden Spaß. Klingt vielleicht schnöselig, aber die tumben Dialoge der Klischee-Rennfahrer beleidigen meinen Intellekt, mit jeder gesprochenen Zeile wird das Pochen hinter den Schläfen stärker. Und dann labern mich die »Freunde« auch noch auf der Straße via Telefon voll - nein danke. Bleibt mir nur (wie auch schon die letzten Jahre), auf den nächsten Teil zu hoffen. Der wird dann bestimmt wieder was, oder?

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Kai Schmidt - Resident Evil

Ich weiß noch, wie ich zusammenzuckte, als die Hunde beim PlayStation-Resident-Evil durchs Fenster brachen. Wie toll ich mich fühlte, als schließlich der Abspann lief. Und ich weiß auch noch, wie unfassbar gut das Remake auf dem GameCube aussah. Seit diesem Remake hatte ich Resident Evil nicht mehr gespielt und deshalb freute ich mich wahnsinnig auf das HD-Remaster. Zu Blöd, dass mir dieses Remaster Anfang 2015 zeigte, wie unvorteilhaft ein einstmals geniales Spiel altern kann. Inventarsystem und Rätsel wirken heute nicht nur einfach angestaubt, sondern haben mir das Spiel gehörig vermiest. Ich bin schlichtweg entsetzt, wie plump und klobig das Spiel aus heutiger Sicht wirkt.

Für diese Meinung habe ich im Rahmen des Tests gehörig Schelte von Seiten der Fans bekommen, doch ich stehe dazu. Resident Evil war seinerzeit ein Geniestreich. Doch Geniestreiche sind nicht zwingend zeitlose Klassiker. Resident Evil ist unter seiner schicken HD-remasterten Hülle genauso vor sich hin gemodert wie die Zombies, die durch die Flure des Herrenhauses und die Gänge des unterirdischen Laborkomplexes schlurfen. Die Spielgewohnheiten haben sich seit 1996 eben bedeutend geändert.

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