WRC 4: FIA World Rally Championship im Test - Déjà vu

Alternativlos aber kein Pflichtkauf! Die Rallye-Simulation WRC 4: FIA World Rally Championship fährt sich im Test für Xbox 360 und PlayStation 3 in der alten Technik und recycelten Strecken fest.

von Thomas Wittulski,
13.12.2013 14:45 Uhr

WRC 4: World Rally - Test-Video zur Rallye-Simulation WRC 4: World Rally - Test-Video zur Rallye-Simulation

An welche Serie denkt ihr beim Genre »Rallyespiel«? Die meisten werden Dirt antworten - da wären uns die sechs Punkte beim »Familien Duell« sicher. Ob auch die Antwort WRC punkten würde? Entwickler Milestone scheint zumindest daran zu arbeiten und bringt den vierten Teil von World Rally Championship mitten in Codemasters Kreativpause - von Dirt 4 ist weit und breit nichts zu sehen - selbst ins Gespräch. Das gelingt. Jedoch anders als geplant: Recycelte Strecken und das schwache Grafikgerüst verhageln WRC 4: FIA World Rally Championship die Wertung.

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WRC 4
Genre: Sport
Release: 25.10.2013

Simulation vs. Arcade

Keine direkte Konkurrenz auf der Strecke - nur wir und der Beifahrer, der uns die nächsten Kurven und Gefahren ins Ohr flüstert. Es kommt also auf die perfekte Zeit an. Und darauf, den Wagen gut unter Kontrolle zu halten. Bei all den wechselnden Untergründen und Unebenheiten eine schwere Aufgabe. Mag man meinen. Doch der Arcade-Teil in der Simulation ist so groß, dass sich die Bodenbeschaffenheiten nicht so stark aufs Fahrverhalten auswirken wie wir das gern hätten.

Mal abgesehen davon, dass wir auf Eis etwas Schlittern macht es kaum einen Unterschied, ob wir nun auf furztrockenem Schotter oder Asphalt unterwegs sind. Ein reinrassiger Arcade-Racer ist WRC 4 deshalb aber nicht: Den Wagen bei ausgeschalteter Stabilitätshilfe auf der Strecke zu halten, muss erst mal geübt werden.

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Vor den Rennen haben wir die Möglichkeit unsere Karre nach Belieben anzupassen: An der Vorderachse können wir beispielsweise die Härte der Federn, der Kompressionsdämpfer und des Stabilisators einstellen, an der Schaltung die verschiedenen Differenziale. Wer davon nichts versteht, lese die eingeblendeten Informationen, die verraten, wie sich die Einstellungen auswirken.

Das Schadensmodell ist genau wie der Dreck an den Karren gut gelungen.Das Schadensmodell ist genau wie der Dreck an den Karren gut gelungen.

Schäden an der Karre nehmen wir von Etappe zu Etappe mit. Am Ende eines Renntages geht's in die Garage, wo wir die eingebeulte Karosserie, Räder und andere Fahrzeugteile reparieren. Jede Reparatur benötigt eine gewisse Zeit, wir haben aber nur fiktive 60 Minuten bis zum Rennen - also können wir nur die wichtigsten Parts auf Vordermann bringen.

Aber so interessant die Idee mit dem Zeitmanagement auch ist: Wie die Bodenbeschaffenheit wirken sich auch Schäden am Auto für unseren Geschmack nicht stark genug aus. Klar, wir werden langsamer, wenn Räder und der Motor beschädigt werden, richtig nachvollziehbar sind die Auswirkungen der Schäden an der Karre aber nicht. Ganz im Gegensatz zum optischen Schadenssystem: Die Frontscheibe springt, die Karosserie verbeult, Teile hängen herunter - das sieht einfach nur klasse aus.

Das Auto

In die Modellierung der Autos ist bei Milestone sehr viel Arbeit geflossen. Die Fahrzeuge sehen extrem detailliert aus und entsprechen bis ins kleinste Detail den Originalen aus der WRC-Saison 2013. Wie im Showroom bei Forza 5 bewegen wir uns etwa um einen VW Polo R von Volkswagen Motorsport herum, um das schicke Modell von allen Seiten zu begutachten.

Eis, Schotter, Asphalt: Die Untergründe in WRC 4 variieren.Eis, Schotter, Asphalt: Die Untergründe in WRC 4 variieren.

Sehr erfreulich ist, dass Milestone gegen den Trend auch zwei Cockpit-Ansichten an Bord hat, aus denen wir auch das ebenfalls schön modellierte Wageninnere zu Gesicht bekommen. Darüber hinaus gibt's die Standard-Verfolgerperspektive, eine Front- und eine Motorhauben-Cam.

Abgesehen von den Karren schaut's grafisch bei WRC 4 eher duster aus: Trotz der sichtbaren Verbesserungen gegenüber WRC 3 wirkt die alte Spike-Engine angestaubt, das Bild matschig, die Texturen alles andere als hochaufgelöst. Die hässlichen Zuschauer fügen sich da ganz gut ein.


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