Xbox 360: DVD-Shredder-Maschine - Microsoft weiß seit 2005 bescheid

Gerichtsakten plaudern über Interna der Microsoft-Qualitätssicherung.

von Christian Merkel,
16.12.2008 12:11 Uhr

Äußerste Vorsicht ist geboten, wenn die DVDs in der Xbox 360 rotieren. Denn eine falsch eingelegte Disc oder ein kleiner Stubser kann die Spiele-DVD zerstören. Wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht, wusste Microsoft schon sehr früh von dem Problem: "Das sind Informationen, über die wir als Team, das Laufwerk-Team, bescheid wussten. Wir haben das Problem das erste Mal im September oder Oktober 2005 entdeckt. Als wir den Bericht über Disc-Bewegung erhielten, wussten wir, dass das die Ursache ist." Am 22. November 2005 kam die Xbox 360 in den USA auf den Markt -- zu spät also, um den Fehler zu beheben. Die Microsoft-Konsole ist so empfindlich, weil die DVDs in ihrem Laufwerk mit einer Geschwindigkeit von 7500 Umdrehungen pro Minute rotieren.

Zum Vergleich: In der Wii werden nur 3500 RMP erreicht und die Blu-rays in der Playstation 3 drehen mit 4000 RPM. Microsoft musste nun entscheiden, wie es das Problem angeht. Das Laufwerk abzudrosseln hätte die Datenrate abgesenkt und somit die Ladezeiten erhöht. Keine gute Idee. Ein zusätzlicher Gummistöpsel als Sicherheit hätte Microsoft Zusatzkosten in Höhe von 35 bis 75 Millionen US-Dollar beschert. Eindeutig zu teuer für das Management. Was blieb? Ein Warnaufkleber und ein paar Stoßgebete, dass die Kläger vor Gericht nicht durchkommen. Laut dem Gerichtsdokument haben sich bei Microsoft mittlerweile 55.000 Kunden in den USA wegen zerkratzter DVDs beschwert. Microrsoft ersetzt zerkratzte DVDs von Spielen, bei den Microsoft als Publisher fungiert.


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