Yakuza 3 - Vorschau für PlayStation 3

Ein Jahr nach den Japanern dürfen auch Europäer zum Yakuza werden. Zieht das Spiel auch im Westen? Wir haben die fast fertige Version von SEGAs Yakuza 3 unter die Lupe genommen.

von Thomas Wittulski,
02.03.2010 16:50 Uhr

Das Leben eines Yakuza-Austeigers ist nicht einfach, das erfährt Kazuma Kiryu am eigenen Leib. Nach seiner gewalttätigen Vergangenheit entdeckt Kazuma in SEGAs Yakuza 3 seine soziale Ader. Daher betreibt er ein kleines Waisenhaus. Ein kleines Häuschen voller Kinder am sonnigen Sandstrand - klingt idyllisch, oder? Das Grundstück auf den Ryukyu-Inseln (Okinawa) gehört allerdings Shigeru Nakahara, dem Chef des Yakuza-Clans der Ryudo-Familie - Ärger ist also bereits vorprogrammiert. Als die Regierung (auf Druck eines verfeindeten Clans hin) das Grundstück für ein geplantes Touristenzentrum kaufen möchte, kommt es zur Eskalation: Die verfeindeten Clans stellen sich gegeneinander. Ein Problem, das der geneigte Mafioso nur all zu gern im Kampf zu lösen versucht. Und natürlich - wie sollte es anders sein - beteiligt sich auch Kazuma am wilden Treiben.

Yakuza 3
Genre: Action
Release: 12.03.2010

Yakuza 3: Die Kämpfe

Wie gut, dass sich der - jetzt - Ex-Aussteiger über die Zeit fit gehalten hat: Seine Kraft reicht aus, um mehreren Gangstern gleichzeitig die Leviten zu lesen. Kämpfe finden in abgegrenzten Arealen statt. Bei Auseinandersetzungen in der Stadt übernehmen schaulustige Japaner die Aufgabe von Begrenzungszäunen. Erlaubt ist alles, was unser Gegenüber möglichst übel zurichtet: Bierflaschen? Bistrotische? Ein Sofa? Einfach greifen und damit auf den Gegner eindreschen. Aber auch mit den Fäusten richten wir eine Menge Schaden an. Die Kämpfe an sich sind spannend anzusehen, allerdings hakt die Bewegungs- und Greifsteuerung etwas. Alles andere als spannend sind die »Chase Battles«, bei denen wir entweder als Jäger oder als Gejagter durch ebenfalls abgegrenzte Bereiche laufen.

Yakuza 3: Freiheit und soziale Komponenten

Genau wie in den Vorgängern spielt neben den Kämpfen auch das Element der Freiheit eine große Rolle in Yakuza 3. So erkunden wir zwischen den Missionen zwei Städte und gehen dort auf Märkten und in den Arkaden einkaufen. Das erinnert ein wenig an ein abgespecktes Shenmue (Dreamcast). Auch den Minispielen (etwa Golfen oder Fischen) kann man einen gewissen Charme des Sega-Klassikers nicht abstreiten.

Quasi nebenbei kümmert ihr euch auch um die Kleinen im Waisenhaus. Das stellt sich allerdings schnell als eher lästige Angelegenheit heraus: Immer wieder haben die Kinder Probleme (Angst, Mobbing, Geld wurde geklaut …), die Onkel Kiryu lösen soll. Um die Angelegenheiten zu klären, rennen wir gefühlte unendlich Mal zwischen den Kids hin und her und reden mit ihnen. Nicht sehr spannend und einfach nur unnötig in die Länge gezogen. Genauso fade ist die Präsentation des Spiels: Die Entwickler geizen mit dem Einsatz von Musik und die Charakteranimationen außerhalb der Zwischensequenzen wirken wie aus einer vergangenen Konsolengeneration. Was im guten Kern des Spiels bleibt, ist eine sehr gute Geschichte und unterhaltende Kämpfe. Wer über die altmodische Spielmechanik hinwegsehen kann, darf sich auf ein typisch japanisches Action- Spiel im Stil von Shenmue freuen.


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