Yakuza 3: Ryu ga Gotoku Kenzan!

Statt Großstadt-Dschungel erwartet euch in der Yakuza-Fortsetzung japanisches Mittelalter-Ambiente.

von Kai Schmidt,
16.01.2008 17:33 Uhr

Sega hat noch nicht einmal den zweiten Teil der Yakuza-Reihe (PlayStation 2) nach Europa gebracht, da steht in Japan bereits ein weiterer Nachfolger kurz vor der Veröffentlichung. Statt die im heutigen Tokio angesiedelte Geschichte um die japanische Mafia weiterzuerzählen, hat man sich diesmal allerdings zu einem völlig anderen Ansatz entschlossen: Ihr spielt den Schutzgeldeintreiber Kiryu Kazumanosuke, der im mittelalterlichen Japan der Edo-Ära von einem Mädchen mit dem Auftrag betraut wird, den sagenumwobenen Schwertmeister Miyamoto Musashi zu töten. Im Verlauf der Story deckt Kiryu eine Verschwörung auf, die bis zur legendären Schlacht von Sekigahara im Jahr 1600 zurückreicht, in deren Verlauf das Haus Tokugawa sich zum Machthaber von Japan aufschwang.

Yakuza Kenzan!
Genre: Action
Release: 31.12.2008

Bunte Samurai-Welt

Der dritte Teil der Reihe funktioniert im Prinzip genau wie die Vorgänger: Im Action-Adventure-Teil lauft ihr durch Städte, sprecht mit Passanten und erfüllt Aufträge. Trefft ihr auf Gegner, wechselt das Spiel in den Beat 'em Up-Modus, wo ihr eure Gegner nach Strich und Faden vertrimmen oder mit dem Schwert zerschnetzeln könnt. Die Steuerung erinnert stark an den legendären Dreamcast-Titel Shenmue, der ebenfalls Action-Adventure-Elemente mit Prügeleinlagen verknüpfte. Das ist aber längst nicht alles, was angehende Samurai in Segas Historien-Epos erwartet: Ihr versucht in simplen, textbasierten Dating-Einlagen, die Gunst hübscher Damen zu gewinnen. Außerdem dürft ihr euch in den Sattel schwingen, um vom Rücken eines galoppierenden Pferdes aus eure Gegner mit dem Bogen unter Beschuss zu nehmen.

Grafisch ist die Vorabversion von Ryu ga Gotoku Kenzan! eine kleine Enttäuschung auf hohem Niveau: Zwar ist alles schön bunt und detailliert, einige Bewegungen und Texturen erinnern aber eher an die letzte Konsolengeneration statt einer PlayStation 3. Auch die Tatsache, dass beinahe alle Dialoge (außer in den Zwischensequenzen) über eingeblendete Texte ablaufen. Statt die Kapazitäten der Blu-ray-Disk durch Sprachaufnahmen zu nutzen, begnügt sich Sega bei den Gesprächen, die einen nicht unerheblichen Teil der Atmosphäre ausmachen, mit vergleichsweise steinzeitlicher Technik. Trotzdem bietet das Spiel sicher viel Spielspaß, wenn man sich für das alte Japan interessiert, das hier mit viel Liebe zum Detail zum Leben erweckt wird. Ein Erscheinungstermin für Europa steht allerdings noch in den Sternen.


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