Zeit² im Test - Test für XBLA

Lieber einen Sprung in der Zeit, als einen Sprung in der Schüssel: Zeit² ist gar nicht blöd sondern ein ziemlich intelligenter Shooter.

von Patrick Mittler,
15.01.2011 08:00 Uhr

Na das ist ja mal praktisch. Frisch im Xbox Marktplatz gibt es Zeit zum Download, sogar Zeit zum Quadrat. Feine Sache, Zeit kann schließlich jeder brauchen, am besten noch mehr Zeit zum Zocken. Haha... ok, wir lassen die dummen Witze, hinter Zeit² steckt natürlich ein Downloadgame und ein recht cleveres noch dazu. Konkret ist das Ding ein Horizontalshooter in der Tradition von R-Type oder Gradius. Da man mit Geballer allein heute keinen Blumentopf mehr gewinnt, hat Entwickler Brightside Games Zeit² mit einem für Shooter eher ungewöhnlichen Element gewürzt: Zeitreisen. Passt das zusammen?

Ja, das passt, zumindest vom Spielprinzip her. Ihr fliegt wie gehabt von links nach rechts und schießt ankommende Gegner über den Haufen. Euer Schiff (oder besser gesagt euer Lichtkreis) steuert sich aber relativ träge und schnell merkt ihr: Alle Gegner zu erwischen ist unmöglich. Hier kommt die Zeitreise ins Spiel, bis zu 4,2 Sekunden kann man in die Vergangenheit reisen. Man bügelt damit nicht nur Fehler aus, es entsteht auch eine Art Zeitreise-Schatten, der genau die Bewegungen und Schüsse wiederholt, die ihr vor dem Zeitsprung gemacht habt. So feuert ihr kurze Zeit im Duett. Außerdem sind manche Gegner nur während der kurzen Zeitreise verwundbar. Das fröhliche Uhrendrehen allein verlangt schon gute Koordination und schnelle taktische Reflexe, doch es geht noch komplizierter.

Wie in kaum einem anderen Spiel sollte man in Zeit² die Lebensenergie im Auge behalten. In dem Shooter nagt nämlich so gut wie alles an der Prozentanzeige links oben: wenn man mit Gegnern kollidiert, wenn Gegner hinter einen gelangen und sogar wenn man feuert. Deshalb ist das Sammeln von Energiecontainern absolut überlebenswichtig und auch abgeschossene Feinde geben einen Funken Energie zurück. Und will man möglichst viele Punkte sind gleich noch eine ganze Palette an kleinen Regeln essentiell. Extrapunkte gibt es, wenn man etwa eine Zeitreise am gleichen Ort beendet wie der eigene Schatten. Oder für eine Schockwelle, die reinhaut, wenn der Schatten oft genug schießt. Oder wenn man, statt die Zeit zurückzudrehen, diese beschleunigt. Oder wenn man solche Aktionen kombiniert und so weiter und so fort. Die Konsequenz dieser Punktejagd: Es sind manchmal so viele Dinge zu beachten, dass beinah die eigenen Hirnwindungen verknoten.

Das (in dieser Kombination) innovative Spielprinzip ist die größte Stärke von Zeit², zielt jedoch zu sehr auf Zocker, die gern Highscores jagen. Abseits davon gibt es kaum Motivation, nach einigen Levels habt ihr beinahe alles gesehen. Die Bossgegner sind wenig einprägsam, ebenso fehlt eine markante Umgebung. Die spartanische Optik besitzt kaum eigenen Charme und nutzt sich nach wenigen Minuten ab. Zu detailarm sind Gegner, zu langweilig wabert der Hintergrund vor sich hin und mehr als nur den ollen Lichtkreis als »Schiff« wäre schön gewesen. Die Musik nimmt man sowieso kaum wahr, beziehungsweise schaltet schnell auf Durchzug. So bleibt Zeit² ein zugegeben cooles Spielprinzip, zum coolen Spiel fehlt aber dann doch der notwendige Stil.

Zeit²

Preis:

ca. 10 Euro (800 Punkte)

Spieler:

einer

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

229,95 MB

Entwickler:

Brightside Games

Hersteller:

Microsoft

USK:

ab 6 Jahren

Wertung:

75 %


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